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Der Band Than*Dar im Buch der Religionen, Blatt 423011

Hinweis: Dieser Abschnitt ist aus der Sicht eines Bewohners von Myra geschrieben und daher notwendigerweise subjektiv.


Die Zeugung der Drachen und die Herkunft ihrer Rassen Bearbeiten

(Beschrieben nach Berichten des Priesters Krym Khan Negan, der mit ältesten Drachen sprach und mündlich überlieferte Geschichten weitergab. Diese reichen zurück von Generation zu Generation und haben ihren ersten Ursprung in den Lehren Thagoths an seine Kinder)

Preis sei Thagoth

In kunstvollen Bastionen aus Glas und Kristall leben die Götter und ihre Bastionen schirmen die Welt des Lebens, die im Innern liegt vor der anderen Welt, die außerhalb liegt. Wann immer ihnen danach war gingen die Götter, die Welt des Lebens zu besuchen um ihr Vergnügen zu finden und das Vergnügen der Götter war gleich dem Vergnügen jener, welche die Welt des Lebens bevölkerten. Um diese mit ihrer göttlichen Pracht nicht zu schrecken nahmen die Götter nach ihrem Wesen die Natur der Geschöpfe des Lebens an und vergnügen sich in der Welt des Lebens nach Art des Lebens.

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Chnum und Dena zeugten Norto und Grewia. Norto und Grewia zeugten Anur und Pura. Anur und Pura zeugten Jaffna. Anur und Jaffna zeugten Thagoth. Thagoth ist der männliche Stammvater der Drachen.

Anur und Jaffna zeugten auch Dondra. Dondra und Jaffna zeugten Mannanaun. Mannanaun ist der weibliche Stammvater der Drachen.

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Die Welt des Lebens war den Göttern neu und fremd und aufregend. Jeder erging sich dort nach seinem Wesen. Thagoth durchstreifte die Welt des Lebens im Körper eines Menschen als Lehrer und Gelehrter. Jenen, welche diese Welt bevölkerten gab er die Kunst des Schreibens und des Rechnens. Er lehrte sie Häuser zu bauen. Zugleich sammelte er alles Wissen über die Welt des Lebens und wurde so der allwissende Gott. Große Freude bereitete ihm die Schönheit und Einsamkeit der Wüste und das spärliche Leben, welches man dort findet. So wurde er ein Gott der Wüste.

Mannanauan tauchte in die Wellen der Welt und wurde ein Gott des Wassers. Seine besonderen Freunde wurden die Delfine, aber auch unter allem anderen Leben fand er Freunde. Denn er war freundlich zum Leben der Welt und bot ihnen Hilfe, wenn seine göttlichen Brüder und Schwestern tobten. Wenn die bleierne Flaute Nortos über den Wassern lag blies er eine frische Brise. Wenn Artan ohne Maß Grenzen zog und dass Leben in Grau versank brachte er Freude. Wenn Pura eitel Schicksal spielte trocknete er die Tränen. Wenn Kandys wilde Jagd das Land verwüstete richtete er auf den Äckern die Halme auf. Wenn Anurs Feuer durch das Land fegten rief er die Wolken und den Regen und ließ sie erlöschen. Wenn Seths beißende Staubstürme das Land ätzten besänftigte er die Winde und schuf neues Grün. All dies tat er wie im Spiel, doch die Geschöpfe des Lebens erkannten, dass seine Macht größer und gütiger war als die seiner göttlichen Ahnen und er wurde vor Chnum Hüter von Elfen und Menschen.

Am See, wo ihr Lager stand entzückte sich Dena an der Leichtigkeit des Spiels Mannanaus und rief ihn zu sich, um ein flüchtiges Abenteuer seiner Liebe zu genießen. Das sah Chnum von seiner kristallenen Zitadelle. Grimm und Neid wuchsen in ihn und wuchsen sogar noch, als Mannanaun Dena schon lange wieder verlassen hatte. Er rief jene Götter zusammen, die gleich ihm Mannanaun nicht wohlgesonnen waren, um ihn der Verführung seiner Frau anzuklagen und ihn zu richten. Artan und Norto und Pura und Kandy und Anur und Seth und einige andere kamen als Gericht zusammen. Ihr Schuldspruch war rasch gefällt. Dann aber berieten sie lange, wie sie Mannanauns habhaft werden könnten und wie sie mit ihm verfahren sollten.

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Derweil saß Thagoth grübelnd am Strand des Spiegelsees, wo das Leben fruchtbar überquoll und wo Ideen reifen. Er sprach: „Ich will mir wie andere Götter ein Wesen als Herold erwählen, damit die Geschöpfe des Lebens es sehen und mich erkennen, auch wenn ich nicht leiblich bei ihnen bin. Es soll zugleich stark sein um die meinen zu beschützen und klug, um Wissen zu bewahren“

Derweil spielte Mannanaun in Gestalt einer Delfinkuh im flachen Wasser vor der Küste. Er sprach: „Ich habe erfahren wie es ist, das Lager einer Göttin zu teilen. Nun will ich wissen, wie es ist, das Lager eines Gottes zu teilen.“ Thagoth und Mannanaun erkannten einander. Mannanaun wendete Thagoth seine Bauchseite zu und Thagoth watete ins Wasser und streichelte seine Flanke. So begegneten sich die Götter wo Land und Wasser sich trafen und ihr Lager war das warme Wasser am Strand des Spiegelsees.

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So wurden sie von Chnum und seinen Häschern entdeckt und die Bande kam über sie. Norto wälzte sich in Gestalt eines Wals auf Thagoth und drückte ihn so hilflos unter Wasser, dass er das Bewusstsein verlor. Die anderen Götter ergriffen Mannanaun und schleiften ihn an Land. Anur und Artan hielten ihn hier fest, während Chnum und Seth ihn traten, so dass sein Blut und seine Eingeweide aus seinem Körper gepresst wurden. Dann schleiften sie seinen Körper in den Dschungel von Ascertan. Da auch die Götter einen der ihren nicht töten können schuf die Bande ein Gefängnis aus Granit und Zauberkraft und sperrte Mannanaun darin ein, bis ein anderslautender Richtspruch ihm seine Freiheit wiedergäbe.

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All das war lange geschehen, als Thagoth am Ufer des Spiegelsees wieder zu sich kam. Norto stand neben ihm und verhöhnte ihn und sagte: „Die Götter haben Gericht gehalten und Mannanaun verbannt und sein Volk ersäuft. Sieh zu, dass du von ihm wegbleibst, sonst geschieht dir dasselbe.“ Dann ging Norto fort. Thagoth fand den aufgewühlten Fleck, wo die Bande den Mannanaun getreten hatte. Im zertretenen Sand fand er zwischen dem Blut und den Fetzen vom Fleisch seines Freundes 21 zähschalige Eier, wie Schildkröten und Krokodile sie legen. Thagoth gab Tieren die Eier, damit sie das Gelege zu bebrüten. Zwei Eier erhielt der Pfau, zwei Eier erhielt der Leguan, zwei Eier erhielt das Orhako, zwei Eier erhielt der Fuchs, zwei Eier erhielt der Sperber, zwei Eier erhielt die Schlange, zwei Eier erhielt die Antilope, zwei Eier erhielt der Seehund, zwei Eier erhielt der Schmetterling, ein Ei erhielt die Feuerlibelle, zwei Eier bewahrte Thagoth selber. So verhinderte er, dass seine göttlichen Brüdern und Schwestern sie alle zugleich verderben.

Aus allen Eiern schlüpften Drachen, aus jedem Gelege ein weiblicher und ein männlicher. Unterschiedlich wie ihre Ersatzeltern waren die Nestlinge und wurden die erwachsenen Drachen später. Aber alle wurden mächtig wie Mannanaun und klug wie Thagoth.

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Aus dem Gelege des Pfaus schlüpften goldene Nestlinge und sie stachen dem Chnum ins Auge der sie raubte und als seine Kinder ausgab. Aber er achtete nicht recht auf sie, weil er sich nach Mannanauns Einkerkerung angemaßt hatte zugleich die Elfen und Menschen zu schützen, die in manchen Hader verwickelt waren. So wuchsen die jungen Drachen heran und wurden ungebärdig und sie richteten in ihrem Übermut großen Schaden an. Als er das sah wurde Chnum ihrer überdrüssig und warf sie in ein fernes Land, wo sie heute noch zwischen den alten Mauern einer versunkenen Kultur leben. Erst spät hörte Thagoth ihr einsames Rufen und lehrte sie. So wurden sie erst wild und dann weise und so ist noch immer ihr Wesen. Mancher Gelehrter, der den Chnum verehrt rechnet sie noch immer seinem Gott zu, obwohl diese Verbindung am Überdruss Chnums zerbrach und heute noch zerbrochen ist.

Aus dem Gelege des Leguans schlüpften grüne Nestlinge. Der Leguan versteckte sie in den riesigen Bäumen seiner Heimat und in großen Wäldern werden noch immer die grünen Drachen gefunden.

Der Orhako trug sein Gelege nach Lyrland. Hier schlüpften zwei kornblumenblaue Nestlinge, welche die Wüste der Einsamkeit zur Heimat nahmen. Sie sind ihrem Vater besonders nahe, schätzen sie doch die Wüste so wie Thagoth es tut. Auch paarten sie sich gelegentlich mit ihren Bruteltern und zeugten viele Mischformen, die heute mit ihnen auf Lyrland leben.

Aus den Eiern des Fuchses schlüpften rote Nestlinge. Bevor Thagoth sie lehren konnte lehrte sie der Fuchs und sie wurden nach seiner Art hinterlistig und verschlagen.

Der Sperber trug die Eier zum Nest in dem er gerade sein eigenes Gelege bebrütete. Als aber nach den perlmuttfarbenen Drachennestlingen auch seine Küken schlüpften fand er es mühselig für die ganze Brut zu sorgen und warf die ihm anvertrauten jungen Drachen aus dem Nest. Die wendische Pura, die ihre Tat gegen den Mannanaun jetzt bedauerte fing die Nestlinge auf und sorgte eine Weile für sie ehe sie das Interesse verlor und sie Thagoth übergab. Aber in dieser kurzen Zeit tränkte sie die jungen Drachen mit Glück und immer noch gelten die perlmuttfarbenen Drachen als Glücksdrachen.

Die Schlange hatte sich heimlich dem Seth verschworen. Ihm brachte sie die zwei schwarze Nestlinge nachdem sie geschlüpft waren und der benutzte sie für seine grausamen Zwecke. Er hielt sie in seinem Vulkankerker gefangen bis sie alt genug waren, selber Nachwuchs zu zeugen. Den männlichen Drachen zwang er die Schlange zu begatten. Aus ihrer Brut entstanden zahllose Monster die der Seth für seine finsteren Zwecke einspannte. Den weiblichen Drachen begattete er selber und aus ihren Eiern schlüpften die Dragols, die er seinen Lieblingen, den Wergols als Reittiere gab. Als die beiden schwarzen Drachen im Sterben lagen warf sie Seth mit anderen Opfern seiner Zuchtexperimente in den Sumpf. Hier hörte Thagoth ihr verzweifeltes Rufen und er barg seine Kinder und rettete sie. Sie zeugten miteinander nur noch wenige Nachkommen und auch deren Kinder legten nur wenige Eier. So wirkt die Tat Seths nach, dass schwarze Drachen die seltensten ihrer Art sind. Um so lächerlicher ist die Lüge der Sethpriesterschaft, diesem Verderber der Drachen würden die schwarzen als ihrem Herrn huldigen.

Aus dem Gelege der Gazelle, geborgen in sonnendurchglühter Steppe schlüpften Nestlinge, deren Schuppenkleid silbern war und noch heller wurde, als die Drachen wuchsen, bis ihre Körper reines Licht waren. Die Gazelle war unstet und verließ das Gelege immer wieder so dass die jungen Drachen ihre Ziehmutter vermissten. Die Lichtdrachen entwickelten auf der Suche nach ihr die Kunst, durch Raum und Zeit zu springen.

Der Seehund brachte die ihm anvertrauten Eier hinab ins Meer. Ihnen entschlüpften Drachen des Wassers, von silberner und blauer und schwarzer Farbe, welche mehr als ihre Geschwister das Erbe Mannanauns tragen.

Die Nestlinge des Schmetterlings blieben klein und flüchtig wie ihre Zieheltern und wurden genau so bunt. Man kennt sie als Feendrachen.

Die Feuerlibelle trug ihr einziges Ei hinauf in die lichten Höhen des Vulkans Bel-Arad, wo sie zwischen Feuer und Eis, Fels und Wind zuhause war. Aber schon am nächsten Tag wurde die Libelle vom Raben gefressen. So lag das Ei lange herrenlos zwischen den tobenden Elementen des Berges und nahm all ihre Macht in sich auf. Als der Bel-Arad sich wieder regte und Steine warf zerbrachen das Ei endlich. Heraus fuhren die Elemente Feuer und Wasser, Erde und Luft, gebunden im schuppigen Leib von vier Drachen. Diese Geschöpfe sind stark und mächtig wie die Elemente, die ihre Paten sind.

Aus den beiden Eiern, die Thagoth selber bebrütete schlüpften zwei Nestlinge, die braun und unscheinbar waren. Aber als die jungen Drachen heranwuchsen sah man an ihren Schuppenrändern bunte Farbsäume, die im Alter das prächtige Farbspiel des Opals zeigten. Zähne, Augen und Krallen des erwachsenen Opaldrachen sind golden und diese Drachen sind die größten und prächtigsten ihrer Art und da sie von Thagoth selber erbrütet wurden auch die klügsten.

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So entstanden aus der Vereinigung von Thagoth und Mannanaun Drachen in vielfältiger Form. Weitere Formen entstanden aus Verbindungen von Drachen unterschiedlicher Zieheltern. Alle sind die Geschöpfe Thagoths und durch Zeugung, Erziehung und Tradition an ihn gebunden. Sie sind seine Augen und Ohren, seine Arme und sein Mund, so wie es Thagoth am Ufer des Spiegelsees erdacht hat. .

Myra-Fundort: MBM27/130-134
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