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Zeitmagie

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Möglichkeiten der magischen Zeitbeeinflussung Bearbeiten

Vortrag beim Magiertreffen auf Silur von Almurdin, Magier der Zeit, Wu-Ya-Shan


Langsam geht Almurdin von seinem Sitz zum Podium. Sein Äußeres ist das eines alten Mannes, doch abgesehen von einem leichten Zittern der Hände schienen keinerlei körperlichen Leiden ihn zu plagen, seine rund hundertsechzig Zentimeter lange Gestalt trug er aufrecht. Sein ehemals schwarzes, kurzgelocktes Haar ist nun ebenso wie der wallende Bart steingrau und wird von einem Stirnreif zurückgehalten in dem das Zeichen für Unendlichkeit graviert wurde. Almurdin trägt eine gegürtete Magierrobe aus wu-ya-shanischen Leinen in der natürlichen hellbraunen Farbe, darüber einen roten Umhang, verziert mit einem schwarzen Raben in einer strahlenden gelben Sonne.

Seinen Vortrag hält er aus dem Gedächtnis, nur gelegentlich schaut er auf seine Papyrusblätter, wobei man bemerkt, daß es mit seinen Augen nicht mehr zum Besten steht.




Geehrte Kollegen,

seit vielen Jahren widme ich mein Leben der Zeit und der magischen Beeinflussung derselben. Heute möchte ich erstmals die Ergebnisse meiner Forschungen vorstellen und zur Diskussion anbieten.

Zeit, was ist das eigentlich? Ist Zeit nur eine Folge von Augenblicken durch deren Reihenfolge ein Vorher und Nachher definiert wird oder ist Zeit ein unabhängig vorhandenes Etwas? Der Mensch kann die Zeit nur in begrenzten Rahmen und recht ungenau wahrnehmen. Es ist uns unmöglich aus uns selbst heraus einen Zeitpunkt festzustellen, nur das Vergehen der Zeit ist für uns erfahrbar. Doch auch dies gelingt nur höchst unvollkommen, je nach den Umständen scheint die Zeit „stillzustehen“ oder aber „wie im Fluge“ zu vergehen. Allein die Benutzung unabhängiger Messmethoden, oft durch Beobachtung periodischer Vorgänge, gelingt uns eine objektive Wahrnehmung des Vergehens der Zeit.

Aus der Geschichte sind mehrere glaubhafte Zeitphänomene bekannt. In der Legende vom Kometensohn heißt es, der Held Mythor nutzte den Helm der Gerechten, ein vom Lichtboten geschaffenes magisches Artefakt, um wichtige Ereignisse der fernen Vergangenheit aus der Sicht eines damals lebenden Menschen zu beobachten.

An andere Stelle wird berichtet wie der Barbar Nottr mit mehreren Gefährten durch ein magisches Tor in eine fremde Welt gelangte. Nach ihrer Rückkehr stellten sie fest, daß die Zeit in der anderen Welt anders verstrich als in der unseren. Später gelangte der Kometensohn in die selbe Welt und traf den Wolfssohn Xatan, den späteren Darkon. Nach seiner Rückkehr wurde Mythor offenbart, daß er sich am Ende der Zeit befunden habe, wo die Götter die Entscheidung zwischen Licht und Finsternis austrugen, die jedoch unentschieden blieb und daher in die Gegenwart verlagert werden solle. Die Frage warum die Zeit in der Zukunft schneller verlaufen soll als in der Gegenwart beantwortet die Legende jedoch nicht.

Dagegen scheint mir der Bericht, in dem der Kometensohn auf dem Zeitstrom reist, eher ins Reich der Legende zugehören, denn mir die Zeit als real existierenden Fluß vorzustellen ist absurd. Eine andere Legende berichtet aus dem Dunklen Zeitalter vom Kampf gegen den mächtigen Großherzog der Schatten DUL. Dieser hielt nach seiner Niederlage die Helden des Lichts durch ein Gespräch hin, währenddessen er die Zeit manipulierte, wodurch für die Helden nur Augenblicke verstrichen, wogegen außerhalb der Halle Jahrhunderte vergingen.


Der umstrittenste Aspekt der Zeitmagie ist die körperliche Versetzung durch die Zeit, die Zeitreise. Dazu bedarf es eine Theorie über den Ablauf der Zeit in unserer Welt. Durch meine Forschungen gelangte ich an drei dieser Theorien, die gut genug durchdacht scheinen, um nicht vom gesunden Menschenverstand von vornherein als unmöglich zu erscheinen. Das erstaunliche an diesen Theorien ist, daß sie zwar die Zeitreise nicht generell unmöglich erscheinen lassen, doch ihr jeglichen Sinn nehmen.

Die erste dieser Theorien wird zumeist von religiösen Gruppierungen vertreten, nicht so sehr von freidenkenden Magiern. Nach dieser Theorie ist das Schicksal jedes Individuums vorherbestimmt und in Puras Schickalsrad festgelegt. Die Geschichte der Welt ist dann mehr oder weniger unveränderbar und selbst potentielle Zeitreisen wären „eingeplant“. Laut der zweiten Theorie ist die Zeit ein streng linearer Vorgang, die Zukunft existiert noch nicht, sondern wird immer von der Gegenwart aus geschaffen, welche dadurch zur Vergangenheit wird. Eine Reise durch die Zeit wäre hier nur in die Vergangenheit möglich. Da durch eine solche Reise aber zweifellos die Vergangenheit beeinflußt wird, erschafft der Zeitfahrer eine neue Gegenwart, die eine neue Zukunft gebärt. In der Theorie reist man auf dem Zeitstrang zurück und löst ihn damit auf, die bekannte Welt hört auf zu existieren oder hat gar nie existiert.

Als drittes gibt es die Theorie von den unendlichen Parallelwelten. Von einer Gegenwart aus gibt es unzählbare mögliche Zukünfte. Nach dieser Theorie wird nicht eine einzige ausgewählt, nein, alle diese Zukünfte werden wahr, jede in einem eigenen Universum. All diese Universen existieren nebeneinander und gleichzeitig. Eine Reise in der Zeit zurück ermöglicht zwar eine neue mögliche Zukunft, aber die eigene Gegenwart verändert sich nicht.

Dies erkennend wandte ich meine Forschung ab von den wenig lohnenden aber nicht ungefährlichen Möglichkeiten der Zeitreise und widmete mich der Beeinflussung unser eigenen Zeit. Dabei experimentierte ich zunächst mit einem magischen Effekt, welchen ich bereits bei den Zeitreiseexperimenten entdeckte, aber zunächst zurückstellte, da er eine Sackgasse zu sein schien. Doch da er das „normale“ Zeitgefüge nicht zu stören schien, griff ich auf ihn zurück.

Für den Zuschauer erscheint dieser Effekt oft wie ein simple Teleportation, die wie der Kollege aus Silur erörterte einen Ortswechsel in Nullzeit erlaubt. Viele von euch werden sich auf diese Weise von meinem Standort aus mehrere Schritte nach links versetzen können ohne auch nur eine Sekunde zu benötigen. Den Unterschied zu meinem neuerforschten Effekt werde ich euch an Hand dieser Sanduhr demonstrieren. In diesem Augenblick stehe ich hier und drehe die Sanduhr um ... im nächsten stehe ich nun zehn Schritte entfernt und der Sand der Uhr ist zu einem unerwartet großen Teil in das untere Glas gerieselt. Ihr werdet das Phänomen sicher erkannt haben, während ich mich von dort nach hier versetzte ist für mich Zeit vergangen, nicht aber für euch, jawohl verehrte Kollegen, ich bin nicht teleportiert, ich bin gegangen!

Wenn ich mich außerhalb der normalen Zeit versetzte, bleibt diese aus meiner Sicht scheinbar stehen oder wird zumindest so weit verlangsamt, daß der Unterschied nicht erkennbar ist. Ich kann mich frei bewegen und alle Gegenstände manipulieren, die ich mit aus der Zeit genommen habe. Alles andere dagegen ist für mich völlig unbeeinflußbar, zum Beispiel wäre es völlig unmöglich eine Tür zu öffnen, etwas zu essen oder jemanden einen Dolch ins Herz zu stoßen. Während ich jedoch unter Umständen die Tür und die Nahrung bei etwas Geschick noch mit außer Zeit setzen kann, scheint dies bei unwilligen Personen nicht möglich.

Eine andere Grenze in der Ausübung dieses Effektes, den ich hiermit Almurdins Phantastischen Zeitstop taufen möchte, ist die Zeit selbst, die hierbei nicht nur als Ziel des Zaubers fungiert, sondern auch als Komponente. Ihr werdet verstehen was ich meine, wenn ich euch mein Alter mitteile. Ich stehe hier als alter Mann vor euch, doch wurde ich erst vor vierundvierzig Jahren von meiner Mutter geboren. So paradox es sich anhören mag, außerhalb der Zeit vergeht die Zeit anders als gewohnt, nicht linear wie für uns jederzeit erfahrbar, sondern exponentiell schneller je länger man sich außer Zeit setzt. Sekunden scheinen keinerlei Effekt zu haben, Minuten führen bereits zu großen Hunger sowie leichtem Wachstum der Haare und Nägel, in Stunden verliert man Jahre, an einem Tag ein ganzes Leben. Nachdem ich dies bemerkte nutzte ich Hornaffen für weitere Experimente, doch lieferten sie nicht auf alles Antworten und so verlor ich Jahr um Jahr. Als Warnung für alle muß ich auch vom bedauerlichen Unfall eines Schülers erzählen, der sich auf der Flucht vor einer Strafe in einer Besenkammer versteckte und sich zudem noch außer Zeit versetzte. Ich kann nur vermuten, daß er dort außerhalb der Zeit einschlief oder die Formel zu Rückkehr vergaß, denn am nächsten Tag fanden wir ihn als uralten Greis, den erst der Tod wieder zu uns zurückgebracht hatte.

Der Zerfall läßt sich verlangsamen indem man Unmengen an Nahrung zuführt, doch schließlich kann man gar nicht mehr schnell genug kauen, um die Alterung aufzuhalten. Körperliche Leiden halten sich dabei in Grenzen, da zum Beispiel kein Verschleiß der Knochen durch Überbeanspruchung auftritt. Eine sehr extreme Wirkung scheint übermäßiges sich außer Zeit versetzen dagegen auf das Nervensystem zu haben. Die Augen werden schlechter, die Kontrolle des Körpers wird schwieriger und einige Gehirnfunktionen lassen deutlich nach.

Nun möchte ich noch ein paar Worte zu meinen aktuellen Forschungen sagen. Da diese noch nicht sehr weit fortgeschritten sind, möchte ich hier nur meine Zielsetzung darlegen. Das erste angepeilte Ziel ist ein Effekt, den ich Almurdins Statischer Zeitblick nennen möchte. Mit Hilfe dieses Zaubers werde ich in die Vergangenheit des Ortes schauen können, an dem ich mich gerade aufhalte. Die Reichweite in die Vergangenheit und der tatsächlich Sichtbereich werden zunächst noch gering sein, sollten sich aber mit zunehmender Meisterschaft steigern lassen. Besonders geeignet scheint dieser Effekt zur Aufklärung von Verbrechen, denn ein Magier kann bei Kenntnis von Ort und Zeit der Tat, dieser einfach zuschauen. Vom Prinzip her soll dieser Zauber genauso gehandhabt werden wie der bekannte Effekt Weitsicht nur geht die Sicht in eine völlig neue Richtung und bedarf daher andere Komponenten.

Durch Kombination von Almurdins Statischen Zeitblick mit Zaubern wie Peilen hoffe ich in fernerer Zukunft Almurdins Dynamischen Zeitblick entwickeln zu können, der dann die Beobachtung jeglichen Ortes zur jeglichem Zeitpunkt ermöglichen soll. Der Zaubernde bedarf hierzu jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit eine ähnlich gute Kenntnis des zu beobachtenden Ortes wie bei einem Teleport, so das die Wirkung eingeschränkt bleibt.

Eine weitere Möglichkeit wäre die Geschichte eines Gegenstandes zu verfolgen, wobei allerdings als zusätzliche Steigerung des Effektes eine Zeitraffung bei der Beobachtung wünschenswert wäre.
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