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Wundmaden

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Veröffentlichungen der Akademie der Künste und Wissenschaften zu Baile Dubh, Rolle 11

  • Niederschrift von Meister Jerk, Haus der Wunden (Erendyra)


Wundmaden Bearbeiten

Hinweis: Dieser Abschnitt ist aus der Sicht eines Bewohners von Myra geschrieben und daher notwendigerweise subjektiv.


Vor drei Jahren habe ich dem Eisland den Rücken gekehrt und bin dem Ruf an die Akademie von Baile Dubh gefolgt. Meister Jerk nennen sie mich hier, und mein Haus ist das Haus der Wunden. Im folgenden Text möchte ich dem geneigten Leser von einer besonderen Lehrstunde über das Heilwissen der Inak berichten.

Im Haus der Wunden herrscht erschrockene Stille. Drei Augenpaare sehen entsetzt auf die großflächige Beinwunde eines Inak-Kriegers. Er hatte einer Streitaxt nicht rechtzeitig ausweichen können. Doch es ist nicht die Wunde, die sie erschreckt, denn Wunden haben sie schon viele gesehen: Schnittwunden, Platzwunden, Brandwunden, Splitterwunden, Verätzungen, was in Krieg und Frieden eben so alles anfällt.

Nein, es sind die wimmelnden weißen Maden, die sich in dem geröteten Fleisch tummeln, die ihren Magen revoltieren lassen. Es scheinen Hunderte zu sein, und die Studenten schluckten hart. Der darüberliegende Fleischlappen hat die Masse der sich windenden, glitschigen Körper gut verborgen, bis ich die Verbandsschnüre entfernt habe. Nun spüren sie das Licht und versuchen sich zu verkriechen.

„Keine Angst,“ meine ich zu Werro und den anderen Studenten der Chirurgie, „diese Tierchen tun ihm nicht weh.“ Der Krieger aus der Eiswüste lächelt sie an, er scheint wirklich keine Schmerzen zu spüren. „Es ist, wie ich Euch gesagt habe: die Heilmittel der Inak mögen grob erscheinen, doch manchmal sind sie besser als alles andere. Irtak hier,“ ich deute mit dem Kopf auf den Krieger, “hat sich mit dieser Wunde zehn Tage durch die Bergwildnis geschlagen, bevor Bauern ihn fanden und nach Baile Dubh brachten.“ „Zehn Tage, Meister Jerk? Aber das Fieber...?“

„Genau das versuche ich Euch gerade klarzumachen.“ Ich pflücke vorsichtig einige der weißen Maden von Irtaks Wunde und zeige auf das darunterliegende, rosige Fleisch. „Seht ihr: die Maden fressen alles weg, was fault und krankmacht. Das gesunde Fleisch rühren sie nicht an. Wenn ihr also jetzt die Maden entfernt - aber vorsichtig, sie werden uns noch nützlich sein - , dann könnt ihr die Wunde so behandeln, als sei sie eben geschlagen worden. Und keine Angst, ihr tut ihm nicht weh. Die Wundmaden geben nämlich ein Sekret ab, daß die Schmerzen in der Wunde betäubt. Leider ist es Meister Ardax bisher nicht gelungen, dieses Sekret haltbar zu machen. Sobald man es von der Made abstreicht, trocknet es ein und wird unwirksam. Aber vielleicht gelingt es Euch ja eines Tages...“
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