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Die Völker der Provinz Vanxor Bearbeiten

Neben den Vanx-o-Riten und den P'nan'ara sind die wichtigsten Völker und Stämme im Gebiet der Provinz:

Moyteken Bearbeiten

Die Moyteken waren einst einer der größeren Stämme des Kulturkreises der Colteken; ihr Stolz ließ aber nie zu, dass sie sich einem der coltekischen Bündnisse anschlossen. Stattdessen betrachten sie sich selbst als zwar den Colteken verwandtes, jedoch eigenständiges Volk. Dessen ungeachtet anerkannten sie zur »Zeit der Öde« nach Pondaron als eines der ersten Völker die Vorherrschaft der nicht-coltekischen P'nan'ara, und sie haben mittlerweile viele von deren Gebräuchen an­genommen. Daher tragen sie auch den Ehrentitel »Erste Vasallen« und nehmen innerhalb des Reichs von Caranar eine Sonderstelle ein: sie werden auch als Brudervolk der P'nan'ara bezeichnet, und die adligen Familien der Moyteken und P'nan'ara sind vielfach untereinander verwandt und verschwägert. Viele Moyteken nehmen führende Positionen im Heer und in der Verwaltung des Imperiums ein.

Die Moyteken-Männer verehren Dondra, die Frauen vor allem Sher'n; es gibt unter ihnen aber auch Anhänger des Sorgenden Vaters. Ihr Siedlungsgebiet umfaßt nahezu das gesamte Hoch- und Bergland entlang der Grenze zur Provinz Samew, die so genannten Schwertberge und die Wälder an dessen Fuß. Neben der Kriegskunst pflegen sie vor allem die Metallbearbeitung; sie gelten als die besten Waffen-, Panzer- und Ringschmiede der Provinz. Zugleich sind die moytekischen Erzminen und Essen die wichtigsten Lieferanten der unter den Völkern Vanxors wirkenden Jünger Dondras für Roheisen und verschiedene andere Metalle. Das moytekische Stammeswappen zeigt zwei rote Schwerter auf je nach Herkunftsregion schwarzem oder dunkelblauem Feld; diese roten Schwerter gingen auch in das Provinz- und Fürstenwappen Vanxors ein, und der Fürst von Vanxor ist zugleich der Oheim der Schwertberge, der »Oberste Heerführer Aller Moyteken«.

Ruikapi - Die Einhornleute Bearbeiten

Die Ruikapi oder Einhornleute führen ihre Abstimmung auf die Einhornhirten zurück, von denen sich ihren Mythen nach der Name der Insel in Wahrheit ableite; bevor die Zhaketer auf die Insel kamen, seien große Herden von Einhörnern durch die Wälder gezogen, gehegt und bewacht durch die Ruikapi. Sie verehren vor allem Elvil und ihren Geliebten Dondra, gelegentlich aber auch Ildru. Man findet sie heute vor allem im binnenwärts gelegenen Tiefland zwischen Vanxor-Stadt und dem Fluß Ruiiji; viele ihrer Sippen ziehen noch heute als nomadische Hirten ihre festgelegten Routen im Lauf der Jahreszeiten, nur dass ihre Herden nun nicht mehr aus Einhörnern, sondern aus langhörnigen Rindern und den besten Pferden der ganzen Insel bestehen. Von jenseits des Ruiiji allerdings dringen immer wieder Berichte von altmodisch gekleideten Ruikapi-Frauen auf Einhörnern – die Beschreibungen derselben unterscheiden sich aber sehr voneinander.

Die Ruikapi tun sich aber nicht nur Tierhalter und -züchter hervor, sie sind auch hervorragende Reiter, und ihre alljährlichen Reiterspiele während der drei letzten Tage der Ssakat sind weithin berühmt; gelegentlich versuchen auch Angehörige anderer Reichsvölker, unter ihnen die besten Reiter der Moyteken und der P'nan'ara sie dabei herauszufordern, doch nur selten gewinnt einer dieser Herausforderer einen Preis, und noch nie seit Menschengedenken hat ein nicht aus­schließ­lich aus Ruikapi bestehendes Team eines der Mannschaftsreitturniere gewonnen, ob es nun um ein Ballspiel ging oder um das Einpferchen einer Herde wilder Stiere. So sind Ruikapi sehr begehrte Rekruten für die Reitertruppen des Imperiums.

Torreken Bearbeiten

Die Torreken sind ein abspenstiger Stamm der Colteken, der neben den Trang die Gebiete jenseits des Ruiiji bewohnt, manchmal auch in gemeinsamen Dörfern. Die Torreken sind meist Bauern und Zimmerleute, aber zugleich weithin berühmt für ihre Web- und Töpferarbeiten. Wer unter ihnen in diesen Künsten so gut bewandert ist, dass er innert seines eigenen Volkes gelobt wird und vom Verkauf seiner Erzeugnisse leben kann, würde anderswo als Großmeister und Künstler sondersgleichen gelten. Darüber hinaus sind die Torreken aber auch als die besten Grobschmiede und Pferdeärzte der Provinz bekannt. Sie verehren Dondra als ihren Hauptgott; alle Schmiede sind zugleich Priester Dondras und umgekehrt; jedes Dorf aber pflegt und ehrt seine Schmiede, die zugleich der Verehrung des Gottes dient. Den Frauen dagegen sind die Riten für Ildru und Sheran vorbehalten. Die Treue der Torreken gilt von alters her Vanxor und den Fürsten der Vanx-o-Riten; durch sie stehen sie loyal zu Caranar.

Trang - Die Dachsleute Bearbeiten

Die Trang gelten vielen als allenfalls halbmenschlich. Sie sind gut zwei Köpfe kleiner als der durchschnittliche Colteke und wesentlich behaarter, wobei ihr Haar meist in zweifarbigen, kontrastreichen Mustern wächst. Sie verehren H'ralv. Nicht nur deshalb nennen viele sie auch Dachsleute, sondern auch, weil ihre Gesichter und ihre leicht gebeugte Haltung an dieses Tier erinnern. Obwohl ihre Hände dafür viel zu groß und linkisch wirken, gibt es unter ihnen eine Vielzahl begabter Fein- und Goldschmiede. Daneben kommen aus ihren Werkstätten die feinsten Töpferwaren – kein grobes Steingut, sondern leuchtendweißes feinstes Porzellan, in leuchtenden Farben überglasiert, das meist als Trangware (oder kurz Trang) in den Handel kommt.

Vor allem aber bilden sie – noch vor den Jüngern Dondras – die besten Heiler und Heilerinnen der Provinz aus. Von Generation zu Generation haben sie viele, oft als Familiengeheimnis behandelte Rezepte weitergegeben wie die Rote Salbe, die die Wundheilung unterstützt, Gelenk- und Rückenschmerzen vertreibt und nach dem Einrichten eines Bruchs so dick in den Verband eingerieben wird, dass dieser beim Trocknen hart wie Stein wird. Ist er ausgehärtet, kann die Schiene entfernt werden; bei einem Beinbruch etwa kann der Patient oft schon zwei Tage später wieder mit dem steifen Verband herum humpeln. Nach sechs Tagen wird der Verband gewechselt, und wiederum sechs Tage später ist der Bruch meist schon ausgeheilt.

Die Sirrin - Amazonen Bearbeiten

Neben diesen trifft man in den Ebenen beiderseits des Unterlaufs des Ruiji auch einzelne Stämme der Sirrin an, eines eigenartigen Volkes, bei dem die Frauen nicht nur innerhalb der Sippe das Sagen haben, sondern auch gemeinsam mit den Männern hoch zu Pferde auf die Jagd gehen und sogar eigene Kriegerinnenbanden zur Verteidigung des Stammes bilden – allerding streng getrennt von den rein männlich besetzten Kriegerbanden, die die erste Front der Verteidigung übernehmen.

Auch der Stammesrat besteht fast ausschließlich aus weisen Frauen und den Matriarchen der Sippen. Die einzigen Männer im Rat sind der vom Rat ernannte Kriegshäuptling und dessen Stellvertreter. Die Männer legen in geschützten Nebentälern entlang des Flusses im Frühjahr Getreidefelder an, während die Frauen mit den Herden weiterziehen. Später folgen ihnen die Männer; im Herbst kehrt dann die ganze Sippe zu den Feldern und kleinen Obsthainen am Fluß zurück, um diese abzuernten und die festen Hütten des Winterquartiers wieder zu beziehen. Die Sirrin verehren vor allem Sher'n, daneben aber auch Ildru, H'ralv und Tard'm.

Heboniken und andere Völker um Draskon Bearbeiten

Im Küstentiefland um Draskon und bis nach Vanxor hin lebt seit altersher ein Gemisch verschiedener Völkerschaften einträchtig nebeneinander. Es gibt einige Dörfer der Heboniken (ein Coltekenvolk, das vor allem Orphal, Dondra und Ildru verehrt) an der Küste um Draskon und beiderseits des Ca'dras talaufwärts, aber ebenso auch alte Siedlungskolonien der Vanx-o-Riten und Fischerorte, in denen seit Generationen Angehörige verschiedener einheimischer und zugewanderter Völker zusammen wohnen und von einander profitieren.

Besonders an der Mündung des Ca'dras (oft auch nur kurz »Dras« genannt) haben sich viele Einwanderer von Übersee nieder gelassen, teils Flüchtlinge, teils Händler, die hier Handelsposten eröffnet haben. Die Stadt Draskon entwickelte sich ursprünglich aus einem Conken-Dorf – nach eigenem Bekunden einer der wenigen Coltekenstämme, die sich vor allem auf die Hochseefischerei verlegt haben und keinerlei Furcht vor dem offenen Meer kennen –, einem nahe gelegenen, wohl von Vertretern des Bundes der Handelsstädte angelegten Handelsposten, an dem sich später eine Gruppe von Flüchtlingen aus dem Machairas niederließ, sowie einer Bauernsiedlung, die von den Fluß hinabgezogenen Torreken und Trang gegründet worden war. Diese drei Dörfer, die auf einer Insel zwischen zwei Armen des Ca'dras rund um den Hügel angelegt waren, unter dem sich der Sage nach die Ruinen der legendären Stadt Yukazan verbergen, wuchsen mit der Zeit zusammen. Ihr gemeinsam erlangter Wohlstand steigerte nicht nur das Bevölkerungswachstum, sondern lockte auch weitere Siedler an. Als die P'nan'ara hierher kamen, errichteten sie eine Mauer um die ganze Siedlung und eine Burg oben auf dem Hügel; im Herzen der Burg aber erbauten sie ihren Göttern Heiligtümer. In ihrem Gefolge kamen auch mehrere Sippen der Moyteken, die sich unterhalb der Burg auf den Hängen des Ruinenhügels ansiedelten; auch Vanx-o-Riten aus verschiedenen Kolonien in der Umgebung bauten sich nun Stadthäuser auf dem Hügel von Draskon.

Zateken - die Geheimnisvollen Bearbeiten

Besonders beliebt aber war der Hügel von Draskon als Bauplatz bei den mysteriösen Zatecen, einem Stamm, der gegenüber Fremden nie über seine Stammesgeschichte spricht. Es heißt, das schon immer einzelne Zatecen zwischen den Ruinen gehaust hätten; als aber Draskon heranwuchs, seien eines Frühjahrs mit dem Schmelzwasser Flöße mit ganzen Familien den Fluss herunter gekommen und hätten einen Bauplatz auf dem Hügel beansprucht. Zu jener Zeit waren schon die P'nan'ara in Draskon, und die Sippenältesten der Zatecen verhandelten hinter verschlossenen Türen mit ihnen; danach ließ der Stadtwalter Draskons jeder Zatecen-Sippe einen bestimmten Platz auf dem Hügel zuweisen, jeweils 36 auf 36 Schritt groß, und jede Zatecen-Familie schickt seither ihre jüngeren Söhne für drei bis zwölf Jahre in den Dienst des Reiches.

Die Zatecen sind ein zurückhaltendes Volk, denen Schweigsamkeit als Tugend und Schwatzhaftig­keit als ärgstes Laster gilt; nicht nur dadurch aber, sondern auch durch ihr Aussehen unter­scheiden sie sich von den meisten anderen Stämmen der Colteken. Sie sind großgewachsen und in der Regel eher hager; Korpulenz ist unter ihnen praktisch unbekannt. Ihre Haare schimmern rötlich-schwarz, ihre Augen sind mal schwarz-violett, mal dunkelblau. Ihre Männer pflegen das Kriegshandwerk, sind aber zugleich außerordentlich begabte Waffenschmiede, wenn sie dabei auch das gewöhnliche dem Roten Eisen vorziehen und mehr als andere Völker Vanxors dazu neigen, Heft und Scheide übermäßig mit Gemmen und Edelsteinen zu verzieren. Auch ihre Frauen beherrschen den Kampf mit Dolch, Kampfstab und Reflexbogen, nicht aber mit dem Schwert.

Burgar - und andere kleine Volksgruppen Bearbeiten

Neben den genanten gibt es noch einige andere, kleinere Gruppen, darunter viele Einwanderer aus anderen Regionen der Einhorninsel und von jenseits des Meeres, die erst während der letzten beiden Generationen in die Region Vanxors und unter den Schutz Caranars gezogen sind. Die meisten von ihnen haben sich in den großen Städten angesiedelt und tragen mit ihren Kenntnissen und Fähigkeiten zu deren Wohlstand bei. Zu den größeren dieser Gruppen zählen die Burqar, die angeblich vor vielen Generationen von jenseits der Segmentsgrenzen kamen, bevor sie sich rings um den Ca'drasbusen niederliessen. Ein kleinwüchsiges Volk mit untersetztem Körperbau – bis auf wenige Ausnahmen sind sie sogar kleiner als ein Trang, haben aber eine wesentlich breitere Statur –, siedeln sie in der Regel aber nicht in den Städten, sondern in eigenen kleinen Dörfern, deren langgestreckte Gebäude (meist etwa ein Dutzend) alle mit den Giebelseiten dem kreis­förmigen, zu Ophis hin offenen Dorfplatz zugewandt sind. Die zugehörigen Höfe sind meist eher klein, da die Männer regelmäßig den halben Tag in der Werkstatt verbringen, die bei keinem Haus fehlt – dort basteln sie an kleinen, manchmal sinnvollen und nützlichen, aber häufig lediglich skurrilen Erfindun­gen. Die Frauen dagegen pflegen große Kräutergärten und Beerenpflanzungen. Die von ihnen verkauften Tees, Säfte und Fruchtweine tragen meist weit mehr zum Familien­einkommen bei als die von den Männern bewirtschafteten kleinen Felder und Viehställe. Einige wenige Burquar­männer betätigen sich auch als fahrende Händler, dann aber in der Regel sehr erfolgreich. Vielleicht ist es ihre freundliche, heitere, vertrauenerweckende Ausstrahlung, denn ihre vollmondförmigen Gesichter scheinen ständig ein breites Lächeln zu tragen. Während junge Burqar trotz ihrer bereits verhältnismäßig großen Hände und Füße noch recht grazil wirken, fangen sie ab etwa dem 25. Lebens­jahr an, »rund« zu werden, wie sie selbst sagen: alle kantigen Linien verschwinden, die Hüfte weitet sich kreisförmig, sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Mit runden 50 haben sie dann die von ihnen als Ideal angesehene Form erreicht: Ihr Hüftumfang misst annähernd das anderhalbfache ihrer Körpergröße. Knapp ein Dutzend Jahre später beginnen sie aber bereits langsam ihre Rundungen wieder zu verlieren, bis sie etwa weitere 50 Jahre später wieder im Greisenalter die Gestalt, jedoch nicht die Behendigkeit ihrer Jugend erlangt haben. Sie verlieren zugleich an Gewicht; wenn sie nur noch so viel auf die Waage bringen wie als 20-Jähri­ge, so wissen sie, dass sie noch im selben Jahr ihrem Tod begegnen werden.

Sebulin - die geheimen Gefolgsleute Aenes Bearbeiten

Nur in den Städten dagegen leben dagegen Gemeinden der geheimnisvollen Sebulin. Es heißt, sie verehrten nur einen Gott als den einzig wahren Gott. Obwohl sie den Namen dieses Gottes nie nennen, zählt man sie daher zu den Anhängern Aenes. Da sie aber ihren Glauben Außenstehenden nicht offenbaren, weiß man nur wenig darüber. Sie siedeln sich meist in direkter Nachbarschaft zueinander an und bleiben dann unter sich, sind aber befähigte und wagemutige Händler; ihre Handelsbeziehungen bis in fernste Länder und ihre wertvollen Waren – exotische Gewärze und ebensolche Sklaven – sorgen dafür, dass die Stadtväter sie gerne in ihrer Stadt sehen, wenngleich das einfache Volk ihnen aufgrund ihres geheimnisvollen Auftretens mißtraut. Selten heiraten ihre Kinder außerhalb des Stamms, und auch dies nur, wenn der oder die Erwählte zuvor die Aufnahmeriten in den Stamm besteht – und schwört, die Geheimnisse des Glaubens zu wahren.
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