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Taphanacyan

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Taphanacyan - Die Sprache der Taphanacleiri von Taphanac

von Lanimoja Klastlea (Jasalyn und stellvertretende Leiterin des Hauses der Worte zu Taphan)

Die Taphanacleiri beschäftigen sich viel mit Sprachen – vor allem, weil so vielen Bewohnern des Landes eine Zuneigung zur Poesie eigen ist. Daher finden sich auch in fast jeder Siedlung mehrere Taphanacleiri, die eine oder mehrere der geläufigsten Sparachen Coriganis beherrschen und in ihrer Literatur bewandert sind. Taphanacyan selbst zeichnet sich vor allem durch seine ausgeprägte Verwendung von Vor- und Nachsilben aus, die eigentlich das Erlernen recht einfach machen sollte. Es ist einem der Holzbaukästen vergleichbar, die wir unseren Kindern schenken: man kann schon mit wenigen Teilen sehr viel zusammensetzen. Dem entgegen steht das komplexe Akzent- und Betonungssystem, das zwar leicht zu erklären, aber sehr schwer zu beherrschen ist. Es würde zu weit führen, an dieser Stelle eine vollständige Sprachlehre des Taphanacyan zu liefern – Interessierte sind herzlich ins Haus der Worte nach Taphan eingeladen – stattdessen werde ich im Folgenden versuchen, einige grundlegende „Bausteine“ zu liefern und so, einem alten Grundsatz der Poetik folgend, zu zeigen – nicht zu erzählen:

Eines der wichtigsten Wörter in unserer Sprache ist tyr – Wald, eng verwandt mit ityn – Baum. Abgeleitet von letzterem ist das Wort itys – Leben, Sein, Existenz, was verdeutlicht, wie sehr für uns Taphanacleiri Wald und Leben zusammenhängen.

Aus itys – Leben, einem Seinsbenenner (Hauptwort oder Nomen nennen es die Gelehrten vieler anderer Sprachen), wird der Tatbenenner (das Verbum) ityph – leben, ebenso wie aus glya – Auge glyaph – sehen wird, malph – herrschen aus mal – Herr bzw. Herrscher, und so weiter. Ebenso können Seinsbenenner zu Artbenennern (Eigenschaftswörtern) werden: itys  itysyan – lebendig, mal  malyan – herrschend usw.

Bei Tatbenennern gibt es Nachsilben für Gegenwart (p), Zukunft (pm) und Vergangenheit (ps), sowie Unwirklichkeit (yt) und Aufforderung (ron). Diese lassen sich verbinden – zu, wie ich zugebe, für Fremde wahrscheinlich einschüchternd langen Worten. Zo itypsytron würde also heißen: Du hättest gelebt haben sollen. Der bezeichnende Begriff wird übrigens nur durch Nennung oder Stattnenner (Fürwörter) ausgedrückt, am Tatbenenner selbst erkennt man ihn nicht. Bei Seinsbenennern verwendet man Vorsilben, um sie zur Handlung des Satzes in Bezug zu setzen. Der Träger des Satzgegenstandes bleibt unverändert, die ergänzenden Elemente erhalten Vorsilben, die die Art der Ergänzung ausdrücken. u- bezeichnet eine direkte, a- eine indirekte Ergänzung, om- eine solche des Ortes und so fort. So bedeutet zum Beispiel

  • Glya glyap. „Das Auge sieht.“ aber
  • [Zy] uglya glyap. „[ Ich] sehe das Auge.“ andererseits
  • [Cy] muglya glyap. „[Wir] sehen mit dem Auge.“

(Die eckigen Klammern sollen andeuten, daß bei einem halbwegs eindeutigen Zusammenhang der Stattnenner durchaus nicht unbedingt benutzt werden muß. Ebenso ist die Reihenfolge im Satz veränderlich, das zweite Beispiel könnte auch lauten Glyap uglya – die Bedeutung bliebe unverändert.) Nachsilben gibt es hingegen für die Bezeichnung einer Zugehörigkeit (-os), der weiblichen Form (-na) oder der Mehrzahl (-ri). Wieder eine Beispielreihe:

  • Ant glyap uantna. Der Junge sieht das Mäschen.
  • Uant glyap antna. Das Mädchen sieht den Jungen. (oder Antna glyap uant.)
  • Antri glyap uantna. Die Jungen sehen das Mädchen.
  • Ant glyap uantnari. Der Junge sieht die Mädchen.

Dies alles ist längst nicht so schwierig, wie es auf den ersten Blick scheinen mag. Hat man die wichtigsten Vor- und Nachsilben erst einmal parat, vervielfältigt sich der Wortschatz des Lernenden mit jedem neuen Wort, welches er aufnimmt, glich um drei oder mehr Wörter auf einmal.

Ein wenig schwerer zu beherrschen ist da schon das Betonungssystem. Im Taphanacyan drückt nämlich die Betonung eines Wortes aus, wie man dem Inhalt des Worte gegenübersteht. Je weiter vorne man ein Wort betont, desto positiver ist die Einstellung; umgekehrt bedeutet eine Endbetonung negative Gefühle. Es wird zum Beispiel berichtet, daß Shawnasseh einst sehr verwirrt war, als Oweron (der ehemalige Segmentshüter Coriganis) seinen Namen auf der letzten Silbe betonte (also Shawnasséh) – hieß das doch nach seinem Verständnis, daß der andere ihn innerlich ablehne (es stellte sich allerdings heraus, daß Oberon um diese Eigenschaft der Sprache schlicht nicht wußte.) Um beim Namen unseres Waldherren zu bleiben: Sháwnasseh würde ihn jemand benennen, der ihm positiv – Shawnásseh jemand, der ihm neutral gegenübersteht.

Soweit, so gut. Bedenkt man aber, daß viele Worte im Taphanacyan mehr als drei Silben haben, und daß ein vollständiger Satz aus mehreren Wörtern besteht, die jedes für sich eine oder möglicherweise auch mehrere Betonungen tragen können, so wird verständlich, warum an diesem Aspekt der Sprache schon so mancher eifrige Student gescheitert ist. Ich möchte wiederum versuchen, an einem Beispiel die vielfältigen Möglichkeiten zu verdeutlichen:

Nehmen wir an, jemand sagt: Lanimoja teglyps usalop uryte. Das würde, in neutraler Form, bedeuten: „Lanimoja hat einen umfangreichen Text geschrieben.“ Sehen wir uns verschiedene Betonungsmuster und ihre Auswirkungen auf die Aussage des Satzes in der Allgemeinsprache an:

  • Lanimoja teglyps usalop uryte ‘Ich mag Lanimoja und wie sie schreibt, aber dieser Text ist zu lang.’
  • Lanimoja teglyps usalop uryte ‘L. und ihre Schreiberei sind nicht schlecht, aber dieser Text ist zu lang und taugt gar nichts.
  • Lanimoja teglyps usalop uryte ‘Ich mag L. und ihre Art zu schreiben nicht besonders, aber dieser viel zu lange Text ist nun gar zu gräßlich.’
  • Lanimoja teglyps usalop uryte ‘L. mag ich eigentlich überhaupt nicht, aber hier hat sie einen wirklich guten, umfangreichen Text geschrieben.’

Übrigens wird in niedergeschriebenen Texten Betonung nur höchst selten notiert, was sie sehr offen für Interpretation macht und zum Beispiel die Rezitation eines geschriebenen Gedichts zu einer ganz eigenen Kunst.

Dies sind noch nicht alle denkbaren Varianten des genannten Beispieles, aber es sei mir ferne, mögliche Studenten unserer Sprache zu sehr abzuschrecken – seid versichert, wenn Ihr erst einmal die ersten Lektionen im Haus der Worte hinter Euch gebracht habt, wird es Euch längst nicht mehr so schwierig erscheinen. Alle, die es interessiert, mehr über Taphanacyan zu erfahren, sind herzlich nach Taphan eingeladen.

In diesem Sinne: Ailym pi umal ajallisri – Liebe und Licht mit Euch allen!


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