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Tagebuch eines Magiers

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Das Tagebuch eines Magiers (1) Bearbeiten

An einem warmen Wintermorgen saß ich am Bootssteg und beobachtete gebannt, wie sich die rote Kugel des Feuers langsam über das Wasser erhob. Die See war ruhig und das Land hatte sich seit Tagen nicht mehr bewegt. Meine Gedanken kreisten um den nächsten Fang. Wir würden bald wieder etwas zu essen benötigen. Die Schatten wurden kürzer und ich dachte an die Geschichte, die der alte Mann am Vorabend beim Kaminfeuer erzählte:

"Sag Junge, kannst Du Dich an Deinen Vater erinnern?"

Ich verneinte, Ich war kaum älter als 5 Jahre als er starb.

"Vor über 700 Jahren, als Dein Vater geboren wurde, war die Welt noch einer anderen Ordnung unterworfen. Die Zeit war im Einklang und Stabilität stand allen Versuchen des Bösen, das Chaos zu beschwören, entgegen. Es herrschte Frieden auf der Welt. Die Ordnung war einfach: Die Orks fraßen die Menschen, Elfen und Zwerge, und die schlachteten die Orks dafür ab, wann immer es vonnöten oder angenehm war. Die Zwerge hassten die Elfen, die Elfen hassten die Zwerge und beide mißtrauten den Menschen.

In den Ebenen machten sich die Menschen breit, in den Bergen lebten die Zwerge und in den Wäldern die Elfen. Irgendwo dazwischen, je nachdem, was es zu essen gab, waren die Orks. Weite Steppen, gigantische Gebirge und riesige Wälder durchzogen das Land. Jeder fand einen Platz und es gab selten Streit zwischen den Gruppen und Völkern. Das Reich bestand aus einzelnen Kontinenten, die größer waren, als Du Dir vorstellen kannst.

Den größten Teil der Bevölkerung stellten die Orks, doch die Menschen waren schon damals auf dem Vormarsch und erschlossen immer mehr Gebiete. Am geringsten waren die Zwerge vertreten, danach die Elfen, vielleicht auch beide. Das weiß niemand so genau, nicht einmal ich.

Zu dieser Zeit lebte Dein Volk noch in den Bergen hinter uns, zusammen mit den Drachen. Es war großartig! Das Land war erfüllt von der Magie der Drachen, die Berge durchzogen von Gängen und Höhlen, die Dein Volk für sich und die Drachen geschaffen hatten. Kein Zwist teilte das Volk, denn die Höhlen waren voll mit Schätzen und die Schatzkammern der Menschenreiche verblaßten gegen den Wert, der in den Höhlen nur der Schönheit wegen ruhte. Jeder Drache respektierte unser Volk, die niederen Arten verehrten uns und kein Drache lebte auf Myra, der nicht von uns gehört hätte.

Ich muß so etwa 30 Jahre alt gewesen sein, als mein Studium mich hierher führte. Naja, vielleicht war ich auch 50. Kann sein. Ich hatte gerade den 20. Grad erreicht, als ich hier eintraf. Man kann nicht sagen, daß ich mit Freuden empfangen worden wäre, aber gastfreundlich allemal, wenn man von den vereinzelten Mordversuchen diverser Jünglinge absieht. Schon bald lernte ich Deinen Vater kennen. Er war einer der Drachenmagier und da er noch jung und ähnlich begabt war wie ich, haben wir uns auch auf Anhieb verstanden.

Kaum 50 Jahre später war er zum Hofmagier ernannt und ich der erste Fremde. der offiziell als Mitglied des Drachenvolkes aufgenommen wurde. Leider konnte ich nur einen recht tolpatschigen Gossendrachen als Gefährten gewinnen, aber immerhin sorgte dieser für eine Menge Spaß. Doch dann geriet mit einem Mal die Welt aus den Fugen!

Die Zeitachsen drifteten auseinander, Chaos und Dunkelheit brachen aus ihren Verstecken hervor. Von der Verankerung im Universum losgerissen gerieten die Landmassen in Bewegung. Ganze Kontinente versanken in den Fluten, der Schutzmantel der Erde brach auf und die Welt begann sich zu verändern.

Der Großteil unseres Volkes starb, als sich das Gebirge in Feuer verwandelte. Mit ihm gingen die Drachen. Nur wenige überlebten. Da das Böse auch bei einigen von ihnen Einzug gehalten hatte, wandten sie sich ab, um uns zu schützen. Jahre des Chaos und des Krieges folgten. Nur wenige Drachen blieben auf der Insel, da nun einige Nachbarinseln aufgetaucht waren. Das Festland war gespalten und der Machtkampf um die verbleibenden Bruchstücke tobte heftig, als eine neue Gefahr unser Dasein bedrohte: ORKON, der Dämon.

Wir waren gerade im Begriff unser Leben wieder in den Griff zu bekommen. Es mag seltsam anmuten, doch trotz des Chaos' um uns herum brauchten wir nur wenige Monate, um uns Hütten und Boote zu zimmern. Kaum 10 Jahre nachdem die Berge in Flammen aufgingen, war es allerdings wieder soweit. Wir hörten schon des öfteren von Kriegen zwischen allen möglichen Parteien, doch nun sollten wir die Grausamkeit selbst erleben.

Etwa 50 Schiffe landeten an unserer Küste, Hunderte von tödlichen Kampfmaschinen ergossen sich an Land. Überrascht, wie wir waren, gelang es uns nicht, sofort Gegenmaßnahmen zu ergreifen Nach wenigen Stunden jedoch waren wir wieder Herr unserer Ländereien, auch wenn wir ein paar Dutzend unserer Leute verloren hatten. Bei der Untersuchung der Krieger, die uns angefallen hatten, stellten wir fest, daß es Tempelkrieger waren, Knechte einer Gottheit.

Im Laufe der Zeit nahmen die Nachrichten solcher Übergriffe in allen Teilen des Landes zu. Nun, ich möchte behaupten wir waren mächtig. Weißt Du, mein Sohn, Magie hat nichts damit zu tun, Karnickel aus Hüten zu zaubern, Magie bedeutet MACHT! Und davon hatten wir wahrlich genug zu bieten. Dennoch, wir waren irdischer Natur und die Nachrichten, daß wir es mit einem überirdisch starken Gegner zu tun hatten, häuften sich.

So wurden wir eines Tages zu einer Konferenz der Lichtvölker berufen. Anwesend waren fast alle Herrscher von Lichtreichen und, man höre und staune, auch einige Hohepriester von Finstergöttern.

Endlich offenbarte sich uns, was geschehen war:

Orkon, finsterster Dämon der Unterwelt, wandelte auf unserer Dimension. Er nährte sich vom Schmerz seiner Opfer und Diener und Labte sich an ihren Seelen. Durch seine Gegenwart wurden seine Priester übermächtig, ganze Armeen wurden von einigen seiner Krieger vernichtet. Der Hohepriester des Orkon führte den Krieg gegen die Lichtreiche an, direkt angeleitet von seinem Herrscher.

Es wurde nun auf dieser Sitzung beraten, wie dem Scherge des Orkon beizukommen sei. Man wollte ihn zurückdrängen. Irgendwer, ich glaube es war Dein Vater, meinte schließlich: "Warum sich mit dem Pöbel abgeben, Packen wir das Übel an der Wurzel und vernichten Orkon! Dieser Tonnenpriester bezieht seine Macht von ihm, und wenn wir die Quelle zerstören, wird aus ihm wieder das, was er mal war, ein Speichellecker der Mächtigen."

Im weiteren Verlauf der Verhandlungen stellte sich heraus, daß es uns wohl nicht gelingen würde, Orkon zu vernichten, da er, auch wenn er ein Bastard ist, den Schutz einiger Götter genießt. Obwohl wir auch zwei dunkle Götter auf unserer Seite hatten. Letztendlich beschlossen wir Orkon in Ketten zu legen, Ein Reich, von dem die Legenden noch heute berichten, zeigte uns hierfür einen Weg auf.

So begaben sich denn Dein Vater, drei weitere Magier und ich auf den Weg, Orkon gefangen zu nehmen. Schon nach wenigen Monden hatten wir die zukünftigen Gemächer Orkons erreicht, ein Kerker, den so leicht niemand würde erreichen können, auch kein anderer Dämon.

Ein Kreuz aus Asensilber und ebensolche Ketten sollten die Ruhestätte sein, Mehr war nicht vonnöten, der Rest wurde von der Magie erledigt. Das Kreuz stand inmitten eines Pentagramms, für jeden Magier eine Sternspitze. Es war uns klar, daß fünf Magier fast zuwenig für einen Dämon sind, aber die Zahl war ein nicht zu unterschätzender Faktor. So nahmen wir das Risiko in Kauf.

Alle überirdischen Wesenheiten haben einen Nachteil für sich selbst, Man kann sie beschwören und somit an einen Ort zwingen. Natürlich gilt dies auch für Dämonen. So taten wir denn auch und beschworen Orkon. Weißt Du, mein Junge, solltest Du jemals einen Dämonen, oder wegen mir auch anderes Getier, beschwören, dann bedenke, daß die meiste Energie nicht für die Beschwörung aufgebracht werden muß, sondern für das Bezähmen der Kreatur. Du mußt während der gesamten Zeit, die Du mit dem Wesen verbringst, auf der Hut sein, denn es wird versuchen sich zu befreien und Dich zu vernichten! So war es natürlich auch hier, Orkon war leicht säuerlich, als wir ihn endlich hatten. Er war durchaus noch nicht all seiner Möglichkeiten beraubt. Letzlich endete es in einem direkten Zauberduell zwischen uns und Orkon. Es kostete dreien von uns das Leben. Ein Elfe, ein Priester einer dunklen Gottheit, der dadurch, daß er sein Leben gab, seiner Gottheit die Möglichkeit gab, sich direkt zu involvieren, und ich. Ja, Du hast richtig gehört.

Ich kam damals eigentlich ums Leben. Es wurde mir jedoch die Gnade gewährt, auf die Welt zurückzukehren, als gebrechlicher Mann, der niemals mehr Magie wirken kann. Die Drachen hatten diesen Gefallen bei unserem Gott erfleht. Und nun stehe ich hier, einstmals mächtigster Magier dieses Reiches, Bezwinger des Orkon, und wenn mir eine Schwalbe auf den Kopf scheisst, muß ich es hinnehmen!

Nun denn, Du fragst Dich sicherlich, warum ich dich mit Geschichte langweile? Ganz einfach, Du bist der Letzte der Hüter dieses Geheimnisses. Alles andere sind nur Legenden, aber Du kennst die Wahrheit. Sage niemandem wo Orkon versteckt ist! Ich werde bald ein weiteres Mal diese Welt verlassen. So ziehe denn hinaus in die Welt und lerne die Magie und die Frauen kennen. Nimm mein Buch und finde jemanden, der Dir den Inhalt erklärbar machen kann, aber zeige es niemandem! Lerne es zu lesen. Und denke daran, es ist den Göttern egal, was Du tust, solange Du Dich von Orkon fernhältst.

Am besten, Du gehst nach Rhyandi. Dort kannst Du Deine Studien betreiben, wie Du Lust hast, Geld hast Du ja genug. Werde so mächtig, wie ich einst war, oder Dein Vater, und sei ein Freund der Drachen."

Er legte mir die Hand auf den Kopf und sah mir in die Augen, er wirkte sehr Krank. Dann schickte er mich schlafen. Hmmm. Ich wollte eigentlich nicht weggehen. Es war schön hier. Gut, es gab nur wenige Einwohner auf der Insel, aber es war meine Heimat. Ich würde niemals darauf verzichten wollen, mit den Jungdrachen zu spielen, durch die Berge zu fliegen und von den Alten kleine Zauber zu lernen.

Die Sonne stand nun schon 2 Hände breit über dem Horizont. Ich machte mich schnell auf die Suche nach Feuerholz für das Frühstück. Nur wenig später kehrte ich zurück in unsere Hütte und schürte das Feuer. Als ich ging um den Meister zu wecken, - er schlief in letzter Zeit immer länger - wollte er nicht zu sich kommen, obgleich ich ihn rüttelte. Nach einigen Minuten erst begann ich zu begreifen. Er war wieder gegangen.


Aus dem Tagebuch eines Magiers (2) Bearbeiten

Bis zum heutigen Tage verlief die Reise ereignislos. Es zeigte sich jedoch, daß die See zu diesen Zeiten für niemanden sicher ist. Etwa um die Mittagszeit sichtete der Ausguck eine kleine Flotte. Schon bald konnte man die Piratenflagge deutlich ausmachen. Der Kapitän zeigte Geistesgegenwart, indem er sofort in den Wind hielt, ungeachtet der Gefahren der Tiefsee. Nach wenigen Stunden der Wettfahrt gelang es uns, den behäbigen Kriegsschiffen zu entkommen. Dies war mein erster Kontakt mit Piraten, zum Glück nur aus der Ferne.

Endlich habe ich das Festland erreicht. Der heutige Tag wird mir wohl immer in Erinnerung bleiben! Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, endlich einmal Boden unter den Füßen zu verspüren, der nicht jeden Moment damit droht sich zu bewegen. Das Land hier ist von Orks geradezu übervölkert. Es gelingt den Menschen nur mühsam, sich im Landesinneren zu halten. Ich habe mir hier am Hafen ein Zimmer genommen und werde mich schon morgen nach einer Passage zum Auge der See umsehen.

Endlich geht die Reise weiter. Ganze 6 Wochen mußte ich warten, um ein Schiff zu finden, das mich mitnimmt. Ab und an geht einem das Reisen schon arg an die Nerven. Leider werde ich in zwei Etappen übersetzen müssen. Jedenfalls bin ich froh, dieses Fischernest hier nicht mehr sehen zu müssen. Schon heute nacht stechen wir in See.

Das Leben kann grausam sein! Wochenlang segelten wir die Küste entlang. Und nun, nachvier Wochen offener See? Schon wieder ein Fischernest! Karo, ein kleines Fischerdorf auf einer großen Insel. Fünfzehn Hütten, ein Marktplatz, viele Menschen, die rumschreien. Der Hafen nicht wert, daß man ihn so nennt und nur eine Herberge im Ort. Nun denn, der Kapitän meinte, es gäbe hier viele Schnäppchen zu machen. Daher werde ich morgen einen Bummel über den Marktplatz machen.

Der Kapitän sagte mir, wir würden morgen die Küste erreichen. Dem Gespräch der Matrosen zufolge sollte man in diesen Gefilden besser auf sich selbst als auf seine Börse achten. Ein Leben zählt hier nicht sehr viel, vor allem dann nicht, wenn man den Eindruck erweckt, man eigne sich für Experimente. Wie ich das zu verstehen habe, ist mir noch nicht ganz klar, aber ich werde es herausfinden!

Noch selten habe ich etwas derartiges gesehen! Dieses Land ist höchst merkwürdig. Auf den Straßen sieht man Krüppel, mehr als anderswo. Fehlgeschlagene Experimente sieht man hier an jeder Straßenecke, aber diese Experimente haben zwei Beine und sind Menschen! Nun, ich gebe zu, einige hatten mehr als zwei Beine. Ob dies jedoch der fehlgeschlagene Aspekt ist, ist mir nicht gänzlich klar. Wie dem auch sei, wir sind heute mittag hier angekommen. Es ist wohl klar, worüber die Matrosen geredet haben. Ich hoffe sehr, daß dieses Treiben eines Tages von jemandem beendet wird. Wenn mich der Ursprung der armen Kreaturen nicht so sehr interessieren würde, dann wäre es keine Frage, daß ich den Seeweg nach Rhyandi nehmen würde.

Die Kultur dieses Landes ist faszinierend. Es gibt keinen Staat. Die Herrschaftstruktur ist mit der des Adels zu vergleichen. Adelig ist der, der am Stärksten ist. Dieser Regel scheint hier fast alles zu folgen. Es ist erstaunlich, daß es noch keinen Bürgerkrieg gab. Die Bevölkerung muß schon seit Jahrhunderten der Knechtschaft unterworfen sein, nur so läßt sich erklären, warum alle ihr Schicksal so ergeben hinnehmen.

Meine Entdeckungen der letzten Tage waren grausig! Dies ganze Volk scheint sich der Wissenschaft verschrieben zu haben. Die einen als Forscher, die anderen als Forschungsobjekt. Die Wissenschaft, die hier gepflegt wird, ist weithin besser als Alchemie bekannt. Das Traurige hieran ist, daß die Hiesigen keine Skrupel vor Experimenten am lebenden Objekt haben. Man sieht allerlei Ergebnisse herumlaufen. Ich werde mich in den nächsten Tagen darum bemühen, mehr über diese Experimente zu erfahren.

Ich habe ganz offensichtlich meine dunkle Seite entdeckt. Seit wenigen Tagen gehe ich bei einem der inländischen Alchemisten in die Lehre. Ich habe mich zu diesem Schritt entschlossen, um mehr über das Geschehen hier zu erfahren. Es beunruhigt mich offengestanden, daß mich die Thematik mehr und mehr beginnt zu interessieren. Die Faszination der Wissenschaft, die auch die letzten Geheimnisse des Lebens versucht zu ergründen.

Niemals hätte ich gedacht, daß mich Schmerzen derart faszinieren. Ich habe meinem Meister zugesehen, wie er Menschen bei lebendigem Leibe seziert hat. Die Ergebnisse waren verwunderlich, dennoch bleiben mir Zweifel an der Richtigkeit dessen, was wir hier tun.

Meine Skrupel haben gesiegt. Mein neuer Meister geht anderen Dingen nach. Durch den Verlust meines früheren Lehrers war ich gezwungen mir einen Neuen zu suchen. Nach einer besonders grausamen Exkursion durch den menschlichen Körper, habe ich meinem Lehrer gezeigt wie sich ein Proband so fühlt, während der Behandlung. Geschickt, wie ich mittlerweile war, erhielt ich ihn noch etwa drei Stunden am Leben. Betreibt man die Alchemie erst einmal ernsthaft, so erscheint sie interessant und nützlich.

Es ist mir unbegreiflich wie verbissen einige nach einer Möglichkeit suchen, billiges Gerümpel in Gold zu verwandeln. Ständig höre ich auf Kongressen nur dieses Thema, jedoch auch nur hinter vorgehaltener Hand und niemals als Bestandteil des Kongresses selbst. So gesehen habe ich auch in diesem Punkt Glueck mit der Wahl meines Lehrers. Es interessierte ihn Genausowenig wie mich, das Suchen nach Reichtum. Wir beschäftigen uns in der Hauptsache mit Legierungen und Verarbeitungstechniken. Ich bin ein Lausiger Schmied, dafür habe ich mehr Fantasie beim Erarbeiten neuer Versuche.

Heute ist uns ein fantastischer Durchbruch gelungen! Durch einen Zufall ist es uns kürzlich gelungen Eisen stabiler zu machen. Dadurch, daß es härter ist, hält es wesentlich größere Belastungen aus. Leider ist dies nicht immer von Vorteil, denn es bricht auch leichter. Jedenfalls haben wir eine Armbrust gebaut und den Bogen aus gehärtetem Eisen erstellt. Die Belastbarkeit war gigantisch, doch leider führte die Starre des Metalls zu Sprüngen. Wir lassen uns jedoch nicht Stoppen und versuchen das Metall elastischer zu bekommen, ich habe da schon einige Ideen.

Es scheint, daß man auch unwillentlich zu Reichtum kommen kann. Heute bekamen wir ein Angebot für unser Eisen. Nach drei Jahren der Entwicklung sind unsere Waffen besser als alles, was ich bisher gesehen habe. Ein paar ziemlich düstere Typen boten uns 250.000 Goldstücke für das Geheimniss des Harteisens. Inzwischen können wir auch Schwerter und Rüstungen daraus erstellen. Sie sind einem herkömmlich geformten Eisen weit überlegen.

Die Welt ist böse! Unsere Kunden wollten nicht bezahlen. Ein paar Schläger stürmten unser Labor und forderten die Unterlagen von uns. Keine Frage woher sie kamen. Ich bin zwar kein mächtiger Magier, aber mit ein wenig Fantasie kann ich dieses Defizit ausgleichen. Ich drohte den Knilchen sie zu töten, wenn sie uns nicht sofort ihre Auftraggeber nennen würden. Sie sollten einen Qualvollen Tod sterben. Ihr höhnisches Gelächter verstummte in dem Moment, als ihre Haut rote Punkte bekam. Es war zwar nur ein kleiner Zaubertrick, aber sowas ist immer sehr wirksam bei Subjekten von niederem Intellekt. Wir werden uns wohl einen anderen Käufer suchen müßen, aber nun sind wir uns wenigstens des Wertes dessen, was wir geschaffen haben, bewusst.

Als ob es nicht schon genug wäre, daß sie versuchten mich mit Langeweile zu töten! Nein, nun mußte es auch noch die Hölle auf zwei Beinen sein. Wir sind heute endlich angelandet. In Gomorra, zumindest glaube ich, daß es das ist. Man sagte mir, die Bewohner wären Gomorrer. Ich möchte nicht wissen, welchem Ei diese Kreaturen entsprungen sind,oder wer sie gar ausgebrütet hat. Dieses Land ist wie eine andere Welt. Die Bewohner gleichen Echsen. Es zwängt sich einem der Eindruck auf, als sei man in Kriegsgebiet geraten. Lumpen ist der Ausdruck, der den Kleidern der meisten am nächsten kommt. Ich habe beschlossen, so lange wie nur möglich des Nachts an Bord zu bleiben.

Es ist nun schon drei Tage her, daß wir in Gomorra einliefen. Langsam werd ich mir des Sozialgefüges der Echsen bewusst. Noch nie hat die Natur dem Klischee dergestalt entsprochen wie hier! Es scheint offensichtlich zu sein, daß die Starken von den Intelligenten regiert, ja geradezu unterjocht werden. Dabei ist anzumerken, daß man die Intelligenteren an ihrem vergleichsweise zarten Körperbau erkennt. Die Arbeiter sind von großer Körperkraft und haben nur bedingt Ähnlichkeit mit einer Echse. Ich bezweifle eine Abstammung von edlen Geschöpfen, wie beispielsweise Drachen. Daher kann ich diese Geschöpfe aus tiefstem Herzen bedauern, verunstaltet und von niederer Abstammung!

Segment: Ysatinga - Reich: Draconia - Myra-Fundort: ?
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