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Vanxor (Stadt)

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Vanxor ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Vanxor des Reiches Caranar auf Zhaketia, gelegen nahe der machairischen Küste auf mehreren Hügeln am Ausgang eines breiten und fruchtbaren Talbeckens, das sich zwischen zwei Ausläufern der Schwertberge erstreckt.

Bereits vor der Landnahme der P'nan'ara bestand hier ein ausgedehntes, wenn auch unbefestigtes Siedlungs- und Handelszentrum des Volkes der Vanx-o-Riten. Durch die P'nan'ara wurde Vanxor zum Verwaltungssitz für die Gebiete phialäisch der Schwertberge erkoren und zu einer bedeutenden Stadt und Festung ausgebaut.

Der folgende Absatz ist ein kurzer Ausschnitt aus einer Beschreibung dieser Stadt.


[edit] Die Tempel von Vanxor

Für eine caranarische Stadt weist Vanxor eine relativ große Zahl von Tempeln unterschiedlicher Gottheiten auf; die meisten dieser Bauten datieren schon vor die Zeit der Reichs­zugehörigkeit zurück, wenn sie seither teilweise auch umgebaut und verschönert wurden. Sie spiegeln in ihrer Vielfalt und Anordnung daher zu einem größeren Teil die Kultur der Vanx-o-Riten wieder als die der P'nan'ara, Moyteken und anderen Reichsvölker – obwohl auch diese in der Metropole Tempel und Schreine ihrer jeweiligen Gottheiten finden.


[edit] Der Tempel der Ildru

Der älteste und noch immer wichtigste dieser Tempel ist der der Ildru, gelegen an der Mauer, die die Altstadt von der Unterstadt trennt. Die Anlage hat grob den Grundriß einer Katzenpfote, wobei die äußersten Krallen Schreine für die Kinder der Ildru – die Tigerin und den Löwen – sind. Zwei weitere Krallen enthalten Schreine des Tard'm und des H'ralv, der Helfer der Ildru; der fünfte und mittlere Schrein aber ist der Dena geweiht, die Ildru einst hervorbrachte.

Dieses grandiose Bauwerk war in seinem Plan prächtig angelegt, wurde aber nie zur Gänze vollendet und wirkt nicht zuletzt deshalb heute äußerlich etwas vernachlässigt. Die ortsansässigen Adelsfamilien der P'nan'ara haben bislang wenig bis nichts in seinen Ausbau oder seine Unterhaltung investiert, und die Beiträge, die die Frauen der Vanx-o-Riten – die die Mehrzahl der Anhängerinnen stellen – aus eigener Kraft leisten konnten, reichten nur so eben aus, die Tempelgebäude zu erhalten, nicht aber sie gemäß der alten Pläne auszubauen.

Im Tempelbezirk – der einen großen ummauerten und marmorgepflasterten Platz rings um die Tempel und Schreine umfasst – leben die Heiligen Katzen der Ildru. Man erkennt sie an ihrem grauen Fell; einige von ihnen haben blaue oder grüne Augen, sie gelten als die heiligsten ihres Geschlechts. Im Rahmen kultischer Handlungen bringen ihnen viele Gläubige der Göttin geweihte Opfergaben dar: sorgfältig zubereiteten Fisch, zartes Taubenfleisch, in frischer Butter gedünstete Hühner­leber und süße Sahnetorten.

Verehrt werden aber auch orange oder gelb getigerte Katzen als der Tigerin heilig sowie gelbe und rote Kater als dem Löwen heilig; einige von diesen Tempelkatern weisen sogar einen Mähnenansatz auf. Gefleckte Tiere gelten als dem Tard'm heilig, wobei sie jedoch möglichst wenig weiße Flecken haben sollten. Geduldet werden im Tempelbezirk darüber hinaus auch einige graue Kater mit leicht ge­tiger­tem Fell, deren hervorstechendes Merkmal überaus große Sanftheit und Geduld sind. Sie küm­mern sich um die Jungtiere, wenn deren Mütter mit ihren Pflichten im Tempel beschäftigt sind. Jungtiere, deren Färbung von den in den Tempelarchiven fest gehaltenen Idealen abweicht, werden vom Tempel regelmäßig an die Bevölkerung verteilt; ein Vanx-o-Riten-Haushalt, der keine Katzen hält, wird von den Nachbarn meist mißtrauisch beäugt, und so haben mittlerweile auch einige P'nan'ara diese Sitte übernommen.

Die Katzen des Tempelsbezirks werden – in einer rituellen Zeremonie, die den Respekt der Menschen vor ihrer Heiligkeit symbolisieren soll – nach dem dritten Wurf sterilisiert, der keine grauen, weiblichen Jungtiere mit grünen oder blauen Augen umfasst. Diese Regel verlangt natürlich eine genaue Erfassung aller Würfe im Register des Tempels. Die Kater andererseits werden entweder in ihrem dritten oder ihrem sechsten Lebensjahr kastriert, in einer nur wenig formloseren Zeremonie. Alle Hohepriesterinnen des Tempels werden auch als Heilerinnen und Chirurginnen für die heiligen Tiere ausgebildet; dem Tempel ist dafür eine Tierheilerinnen-Schule angeschlossen, deren Absolventinnen nicht nur Katzen, sondern auch andere Tiere behandeln. Um Konflikte mit den Jüngern Dondras zu vermeiden, verweisen sie allerdings Bauern, die ihnen Pferde und Rinder bringen, meist an diese. Die Ildru-Priesterinnen haben eine Vielfalt an Arzneien entwickelt, besonders zur Betäubung bei Operationen und zur Verbesserung und Beschleunigung der anschließenden Wundheilung. Einige von ihnen wirken auch bei Menschen in ähnlicher Weise und werden gerne von den Feldschern und Wundärzten des vanxorischen Heeres eingesetzt. Bewacht wird der Tempelbezirk durch eine ausschließlich aus Vanx-o-Riten-Kriegerinnen bestehende Garde; sie tragen graue Uniformen und Rüstungen, die Stirn und die Schwertgriffe sind mit Smaragden verziert, der Helm trägt einen Überzug aus Kopf und Fell einer Heiligen Katze. (Dafür wird selbstverständlich keine Katze getötet; die Felle stammen fast alle von an Altersschwäche gestorbenen Tieren, was man ihnen gelegentlich auch ansieht.)

[edit] Die kleineren Tempel

Dem Tard'm ist neben dem Schrein am Ildru-Tempel ein eigener, wenn auch nur kleiner Tempel nahe dem höchsten Punkt der Altstadt geweiht, gesäumt von ebensolchen Tempeln Dondras und Sherans. Von diesen dreien wirkt das Kulthaus Dondras am gepflegtesten, denn er erhält den »Adleranteil« (andere würden wohl »Löwenanteil« sagen, doch dieser Ausdruck würde hierzulande eher mit dem Löwengott verbunden werden) von den frommen Gaben der Oberschicht und der P'nan'ara. Sheran dagegen hat nur eine kleine Anhängerschaft – den traditionsbewussteren Adels- und Patrizier-Familien ist Sheran zu sehr Kriegerin, einige rebellische P'nan'ara-Frauen sowie Vanx-o-Ritinnen verehren sie dafür umso fanatischer.

H'ralvs Tempel – neueren Datums, aber nicht größer als der Tard'ms – findet sich in der überwiegend von weniger wohlhabenden Vanx-o-Riten, zugewanderten Moyteken sowie anderen Neubürgern meist coltekischer oder torrekischer Herkunft bewohnten Neu- oder Unterstadt.

In der Hafen-Vorstadt finden sich weiterhin Schreine des P'Kapa und des Nor'tton, die von den Seeleuten gerne aufgesucht werden.

Das Haus des Orphal steht außerhalb der Mauern am Rande des als »Labyrinth« bekannten Vergnügungsviertels zwischen Hafen- und Unterstadt und wird nicht nur von männlichen Angehörigen aller Bevölkerungs­schichten gelegentlich gerne besucht.

Ebenfalls außerhalb der eigentlichen Stadt, an der Staurischen Straße, steht die von den P'nan'ara errichtete, ummauerte Ausbildungskaserne; in ihrem Herzen befindet sich eine weitere große, jedoch nur gerüsteten Kriegern zugängliche Weihestätte Dondras.

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