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Shiamgon - beliebtes Brettspiel der Tasham für drei bis fünf Personen, bei dem mit verschiedenfarbigen Steinen gesetzt wird (jeder Spieler hat seine Farbe). Ziel des Spieles ist es, möglichst viele Steine der Gegner durch geschicktes Taktieren vom Spielbrett zu verdrängen, und natürlich möglichst wenige eigene Steine zu verlieren. Das Spiel endet, wenn die Konstellation des Triampsalm erreicht ist, also eine Pattsituation in der keine weiteren Steine gesetzt werden können.

Das SpielbrettBearbeiten

Das Spielbrett war ursprünglich ein gleichseitiges Dreieck, das in 64 oder 256 (ebenfalls gleichseitig dreieckige) Felder unterteilt war. Die kleine Variante mit 64 Feldern galt dabei als geeigneter für Anfänger als die große Variante mit 256 Feldern, die den Fortgeschrittenen vorbehalten war. Puristen spielen Shiamgon auch heute noch auf dreieckigen Brettern (wobei es kein Brett sein muss, mit genügend Geduld kann man das Spielfeld ebensogut in eine Felsplatte ritzen...). Natürlich war diese ursprüngliche Variante nur für genau drei Spieler geeignet. Doch suchten die Meister des Shiamgon bald neue Herausforderungen, und so kam das runde Spielbrett auf, das in einen mittleren Kreis und 5 bis 10 umgebende Ringe unterteilt ist. Diese weisen von innen nach außen eine Unterteilung in eine wachsende Zahl von Feldern auf. Für "kleine Bretter" ist z.B. eine Aufteilung von 3, 6, 15, 30 und 60 Feldern üblich, für "große Bretter" eine von 3, 3, 6, 6, 15, 15, 30, 30, 60 und nochmal 60 Feldern (der innere Kreis ist dabei immer ein einzelnes Feld). Mit diesen Scheibenbrettern ist eine flexible Wahl der Spieleranzahl (drei bis fünf) möglich.

Die RegelnBearbeiten

Es ist nahezu unmöglich, die komplizierten Regeln des Shiamgon in einfachen Sätzen zu erklären, hier soll es dennoch versucht werden.

AusgangspositionBearbeiten

Das Spiel beginnt, indem zunächst jeder Spieler eine festgelegte Anzahl von Steinen seiner Farbe in einem ebenfalls festgelegten Muster in seinen Startsektor legt.

Beim puristischen Shiamgon sind dies die drei Ecken des Brettes, wo bei der kleinen Variante 6, bei der großen Variante 15 Steine je Spieler gelegt werden:

  #
 # #
# # #

usw.

Beim Scheiben-Shiamgon sind dies die äußeren beiden Ringe in den jeweiligen Sektoren. Betrachten wir zunächst die große Variante (dabei ist zu beachten, dass bei den Ringen mit gleicher Anzahl die Ringe so gegeneinander versetzt sind, dass ein Feld des inneren Ringes immer unterhalb der Trennlinie zwischen zwei Feldern des äußeren Ringes liegt und umgekehrt). Hier werden die Steine im Abstand von drei Feldern (innerhalb jeweils desselben Ringes) gelegt, so dass die im äußeren Ring gelegten Steine jeweils auf ein Feld zu liegen kommen, das genau über der Trennlinie von zwei Feldern des inneren Ringes liegt, die frei bleiben (und umgekehrt):

 | |#| | |#| |
|#| | |#| | |#|

usw.

Beim Spiel mit drei Teilnehmern werden von jedem 13 Steine gelegt, bei 4 Spielern jeweils 10 und bei 5 Spielern jeweils 8. Allerdings werden von Meistern des Spieles unerfahreneren Gegnern zusätzliche Vorgabe-Steine eingeräumt, die auf dem dritten Ring von außen platziert werden müssen.

Bei der kleinen Variante gibt es keine zwei Ringe mit gleicher Anzahl von Feldern. Der äußere Ring weist 60, der nächstinnere nur 30 Feldern auf. Die Anordnung ist dabei dergestalt, dass jedes zweite Feld des äußeren Ringes genau oberhalb einer Trennlinie von zwei Feldern des inneren Ringes liegt, während die Felder dazwischen jeweils mittig oberhalb eines Feldes des inneren Ringes liegen. Die Steine werden dabei so gelegt, dass im inneren Ring jedes zweite Feld besetzt wird, im äußeren jedes vierte:

| | | |#| | | |#| | | |
 | # |   | # |   | # |

usw.

SpielverlaufBearbeiten

Nachdem nun die Ausgangsstellungen gelegt sind, setzt jeder Spieler reihum jeweils einen neuen Stein auf das Brett. Der neue Stein darf dabei nicht mehr als zwei Felder entfernt von einem bereits liegenden eigenen Stein gesetzt werden, durchgehende "Mauern" (s.u.) eines Gegners dürfen dabei nicht übersprungen werden. Ebenso darf ein Stein nicht so gesetzt werden, dass er gleichzeitig zu zwei Steinen desselben Gegners "benachbart" (s.u.) ist. Wird nun ein Stein in die Nachbarschaft eines gegnerischen Steins gesetzt, so muss dieser von seinem Besitzer durch Verschiebung um ein Feld aus dem Nachbarschaftsbereich des gerade gelegten Steins herausgerückt werden. Sollte dies nicht möglich sein, so wird der angegriffene Stein vom Spielbrett entfernt und gilt nun als Gefangener.

Sollte durch das Setzen bzw. Verrücken gegnerischer Steine ein eigener Stein oder ein eigenes "Cluster" (s.u.) vollständig von gegnerischen Steinen umgeben sein (d.h. es gibt kein benachbartes freies Feld mehr), so wird das gesamte Cluster vom Spielbrett entfernt. Jeder der an der Einkreisung beteiligten Gegner erhält dabei soviele Gefangene, wie von ihm Steine an der Einkreisung des Clusters beteiligt sind. Sollten dann noch Steine des Clusters übrig sein, erhält sie derjenige Gegner als Gefangene, dessen Setzung oder Verrückung eines Steines die Einkreisung abgeschlossen hat. Sind weniger Steine im gefangenen Cluster als die Anzahl der umgebenden Steine, so wird zunächst demjenigen Gegner, dessen Setzung oder Verrückung eines Steines die Einkreisung abgeschlossen hat, ein Gefangener ausgehändigt, sodann allen einkreisenden Gegnern jeweils ein Gefangener (in der Reihenfolge der Anzahl der beteiligten Steine, bei Gleichstand in der Reihenfolge der Spielerabfolge) bis diese aufgebraucht sind, sollten nach einer solchen Verteilungsrunde noch Gefangene übrig sein, wird eine neue Verteilungsrunde begonnen usw., bis alle Gefangenen verteilt sind.

Das Setzen der Steine wird reihum solange wiederholt, bis kein Spieler mehr in der Lage ist, seine Steine regelkonform zu setzen. Diese Situation ist das o.g. Triampsalm. Nunmehr wird für jeden Spieler gezählt, wieviele Steine er selbst auf dem Brett platzieren konnte. Dem hinzugerechnet wird die Anzahl an Gefangenen, die ein Spieler von seinen Gegnern gewonnen hat, davon abgezogen die Anzahl von Steinen, die an Gegner als Gefangene verloren wurden. Der Spieler mit der so errechneten höchsten Punktzahl gewinnt.

BegriffsklärungenBearbeiten

  • Nachbarschaft:

Zwei Felder sind benachbart, wenn sie sich mindestens mit einer Ecke berühren. In den oben gezeigten Beispielen wären z.B. alle Steine einer Ausgangslage beim puristischen Dreiecks-Shiamgon benachbart, denn die Dreiecksfelder berühren einander jeweils an den Ecken. Hingegen sind die Steine in einer Anfangsaufstellung beim Scheiben-Shiamgon jeweils nicht benachbart. Sie stehen vielmehr im Abstand von zwei Feldern (also genau dem Abstand, in dem ein neuer Stein gesetzt werden dürfte).

  • Mauer:

Zwei "benachbarte" (s.o.) Steine bilden dann eine Mauer, wenn die benachbarten Felder sich jeweils mit mindestens 40% einer Kantenlänge berühren. Im puristischen Dreiecks-Shiamgon berühren sich alle benachbarten Felder entweder jeweils mit einer kompletten Kante (zwei Steine in so aneinanderstoßenden Felder bilden eine Mauer) oder nur mit den Ecken (zwei Steine in sich so berührenden Felder bilden keine Mauer). Im Scheiben-Shiamgon kann der Teil einer Feldkante, mit der ein benachbartes Feld berührt wird, stark variieren. Zur Verdeutlichung sei eine Mauer und Nicht-Mauer am Beispiel eines Ausschnitts der fünf äußeren Ringe der großen Variante gezeigt:

 | |#| | | | |#| | | | |#|#| | | | | | | | | | | |
| |#| | | | |#| |y| | | | |#| | | | | | | | | | |
 | # |   | x | # |   |   | # | # |   |   |   |   | 
   | # |   |   | # |   |   |   | # | # | # | # |  
 |   #   |       |   #   |       |       |   #   |

Die Beispiele links und rechts zeigen jeweils durchgehende Mauern. Im mittleren Beispiel ist die Mauer jeweils beim Übergang in einen Ring mit halbierter Sektorzahl unterbrochen, da das dort besetzte Feld nur mit einem Viertel seiner Kante das obere besetzte Feld berührt. Somit könnte, wenn z.B. das mit "x" markierte Feld von einem eigenen Stein belegt ist, ein neuer Stein auf das mit "y" markierte Feld gesetzt werden (andersherum geht nicht, weil das x-Feld zu zwei von # besetzten Feldern benachbart ist).

Als weiteres Besipiel sei hier die Grenze zwischen einem 15-er und einem 6-er Ring gezeigt:

  |   A   |       |   C   |       |       |       |       |       |   E   |       |
|         B         |         D         |                   |         F         |

A und B bilden eine Mauer, denn das von A belegte Feld grenzt mit 100% seiner unteren Kante an das von B belegte, letzteres mit 40% (also dem Minimum) an ersteres. Das Gleiche gilt analog für E und F. C und D hingegen bilden keine Mauer (geschweige denn C und B), denn obwohl das C-Feld mit 75% seiner Unterkante an das D-Feld grenzt, sind nur 30% der Oberkante des letzteren an der Grenze mit ersterem beteiligt.

Fortlaufend benachbarte Felder innerhalb desselben Ringes bilden immer eine Mauer (jewils 100% der seitlichen Kante grenzen aneinander). Daher wird von erfahrenen Spielern stets versucht, möglichst einen ganzen Ring zu ummauern: dieser könnte dann von keinem anderen Gegner mehr übersprungen werden.

  • Cluster:

Ein Cluster ist eine zusammenhängende (nach der Definition der Mauer) Gruppe von Steinen. Das kleinste mögliche Cluster ist somit eine aus zwei Steinen bestehende Mauer. Im Folgenden sind noch einige Beispiele zur Verdeutlichung gezeigt:

 | |#| | | |X|X| | | | |#|#| |
| |#|#| | | |X| | | | | | |#| 
 | # | # |   | Y |   |   | # |
   | # | # |   | Y |   | # |  
 |   #   |       |   Z   |    

Die mit # gekennzeichneten Steine bilden jeweils links und rechts ein Cluster, Z bildet mit keiner der übrigen Gruppen ein Cluster (auch keine Mauer), die mit X gekennzeichneten Steine bilden ein Cluster, ebenso die mit Y markierten, jedoch hängen beide Cluster nicht zusammen (sind aber benachbart).

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