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Panomescio – immer mehr erweist sich die Suche nach den einzelnen Kapiteln des Buchs der Alpträume für Mythor als ein Alptraum ganz eigener Sorte. Ein Fehlschlag folgt dem nächsten. Raonacum in Trillums Händen, Radamaccra erbeutet von Xatan, Occonusta unter der Kontrolle von Vanga und damit aus der Sicht Gorgans ebenfalls in schlechten Händen, Iridistra unwiderruflich zerstört, mit Folgen, die sich jetzt noch gar nicht abschätzen lassen.

Den härtesten Schlag aber hat Mythor zu verdauen, als er erfahren muß, daß das fünfte und letzte Kapitel aus dem Buch der Alpträume schon vor langer Zeit gestohlen worden ist. Nicht nur, daß Panomescio verschwunden ist – dieses Kapitel gilt auch als das mächtigste und gefährlichste von allen. Seine magische Macht allein, so heißt es, übertrifft die der anderen Kapitel zusammengenommen bei weitem. Denn Panomescio ist ein Alptraumkapitel ganz eigener Art. In ihm enthalten und aufgezeichnet sind, wie Kundige zu wissen vorgeben, alle magischen Namen, der Schlüssel zur umfassenden Gewalt über Menschen, Tiere und Dinge. Wer hat das Kapitel gestohlen? Niemand weiß es. Seit wann ist es schon verschwunden, wie lange kann der unbekannte Dieb damit schon gearbeitet haben? Auch das ist niemandem bekannt. Die Mutmaßungen überschlagen sich. Wieviel von dem, was Mythor erlebt und erfahren hat, ist auf den Einfluß dieses Kapitels zurückzuführen? ALLUMEDDON? Unmöglich wäre es nicht. Es gibt keine Spuren, denen man folgen könnte, keinen Verdächtigen, den zu suchen sich lohnen könnte. Es bleibt bei der einfachen, aber erschreckenden Tatsache – jemand hat das Kapitel seit langer Zeit in Händen. Irgendwann wird sich diese Macht zu Wort melden, und dann wird es sich erweisen müssen, welchen Geistes der neue Besitzer dieser Schreckenswaffe ist, ob er die magische Kraft Panomescios zum Guten oder zum Bösen einsetzt. Wie das Beil eines allgegenwärtigen Henkers schwebt diese Gefahr über den Köpfen aller Menschen auf Gorgan und Vanga. Niemand weiß, wann die Stunde kommen wird… Kundige jedoch wissen, daß es mit der Erbeutung des Alptraumkapitels noch nicht getan ist. Diese Macht will sehr sorgfältig studiert sein, bevor man sie entfesseln kann, will man sich nicht selbst in einen tödlichen Strudel der Magie hineinreißen lassen. Panomescio ist das Kompendium der magischen Namen. Aller magischen Namen sagt man. Folglich wird darin auch der geheime Zaubername des Diebes selbst stehen. Was kann der Dieb damit anfangen? Wird er diesen magischen Namen seiner Selbst überhaupt als solchen erkennen können? Und was geschieht, wenn er ihn leichtfertig nutzt?

Es wird viel Mühe und Gefahr kosten, die Macht dieses besonderen Kapitels zu nutzen. Jedes Teil ist auf magische Weise mit anderen verwoben, zusammengeschweißt. Ein Zauber bindet den anderen – ein unentirrbar erscheinendes Knäuel der Magie, das nur Stück für Stück aufgewickelt werden darf. An einem Punkt wird der Dieb besonders vorsichtig sein müssen. Denn wenn Panomescio die magischen Namen aller Dinge enthält, dann auch seinen eigenen.

Wird dieser Name unvorsichtig verwendet, dann würde das bedeuten, daß die Magie sich selbst überlassen wird, nicht mehr zu bändigen ist. Gleichsam in eigener Regie könnte die Macht der Alpträume über die Welten hereinbrechen – ein Alptraum, der die Grenzen des Vorstellbaren sprengt.

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