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Noteroj

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Die Noteroj sind bis zu anderthalb Pasi (Schritt) große, aufrecht gehende Wesen von otterähnlicher Erscheinung. Ein zahlenmäßig recht kleines Volk, sind sie doch in mehrere Stämme gespalten, die sich untereinander oft nicht besonders freundlich gesonnen sind. Ihre Siedlungsgebiete erstrecken sich von Qassim in Richtung Ophis bis nach Ilyria hinein.


Aus einem Reisebericht:

„"Was man den Noteroj gelegentlich nachsagt, ist eine gewisse Launen- und Sprunghaftigkeit. Auch sollen sie recht gerne Streiche spielen und überhaupt eine recht handgreifliche Art praktischen Humors üben. Das konnte ich auch am eigenen Leib erfahren, als ich eines Morgens beim Aufstehen lebende Krebse in meinen Schuhen und einen Aal in meinem Rock vorfand. Als ich dann aufbrechen wollte, war mein Pferd nirgendwo zu finden; auf mein Nachfragen behaupteten einige Jünglinge der Noteroj-Kolonie am Ort frech, sie hätten in der Nacht Hunger bekommen und es kurzerhand aufgegessen. Dies nahm ich ihnen natürlich nicht ab. Schließlich führten sie mich zu ihm, doch es benahm sich recht merkwürdig. Meine Begleiter rieten mir davon ab, an diesem Tage noch einen Reitversuch zu unternehmen; sie vermuteten, es sei mit Tollbeeren gefüttert werden, die bei vielen Tieren die gleiche Wirkung erzielen wie bei unsereinem einige Liter Weines. So mußte ich mit einem Packtier, einem Maulesel, vorlieb nehmen."“

Coldar von Tarena: Reisebericht aus Qassim 420

„"Als das alte Qas Esima gegründet wurde, hatte noch kein Mensch von den Noteroj gehört, so heißt es wenigstens. Da in der Gegend aber schon zuvor Waldbauern und Fischer lebten, wäre ich sehr verwundert, wenn es nicht schon früher Kontakte gegeben hätte, auch wenn kein Chronist zugegen war, sie aufzuzeichnen. Vermutlich waren die Beziehungen aber nicht von großer Freundlichkeit und guter Nachbarschaft geprägt, so wie es anfangs auch einige Waffengänge zwischen den Siedlern von Qas Esima und den Noteroj gab. Die Noteroj nämlich wehrten sich vehement gegen jeglichen Holzeinschlag in den von ihnen beanspruchten Revieren. Im Laufe der Zeit aber wurde Qas Esima zu Qassim und zwischen Noteroj und Menschen entwickelte sich eine Art friedlicher Koexistenz, man begann, voneinander zu lernen. Schon zuvor, als die Noteroj nur vom Fischfang, der Jagd und gefundenen Früchten des Waldes lebten, bestaunten sie die Fähigkeiten der Menschen, Obstgärten anzulegen, die an einem Ort mehr und vor allem wohlschmeckendere Früchte erzeugten als im Wald auf einer vielfachen Fläche zu finden waren. Ihre eigenen Experimente aber waren nicht sehr erfolgreich - so waren sie sehr eifrig, die Geheimnisse des Obstbaus zu erfahren. Später übernahmen sie auch andere landwirtschaftliche Techniken. Die Stämme, die Frieden mit den Menschen geschlossen hatten, wuchsen aufgrund ihre neuen Fertigkeiten sehr rasch, und verdrängten andere Stämme. Sozusagen als Nebeneffekt konnten ihre Weisen nun mehr Zeit auf die Weiterentwicklung ihrer magischen Fähigkeiten verwenden. Magisches Talent nämlich ist unter den Noteroj weit verbreitet; ein Hinweis, daß an ihrer Legende über die eigene Herkunft etwas Wahres sein dürfte. Diese lautet nämlich, vor Urzeiten sei das Land um den Arbarück Schauplatz schwerer magischer Kämpfe zwischen den Göttern gewesen (wobei aber manche heute meinen, es seien wohl eher nur mächtige Vertreter der Licht- und der Finstermächte gewesen, keine wahren Götter). Bei einem dieser Kämpfe habe einer der Kombattanten einen Steinriesen erschaffen wollen und zu diesem Zweck magische Lebensenergie auf einen Felsblock geschleudert. Unter diesem aber hatte sich ein durch die Kämpfer beim Spiel überraschtes Pärchen der damals in der Gegend noch häufigen Riesenottern versteckt gehabt. Da der Magier schlecht zielte, traf sie die meiste Energie; der Fels aber zerbarst beim Versuch, die Form eines Riesen anzunehmen. Der unglück­liche Magier verlor den Kampf, die Ottern entkamen. Doch die Magie verwandelte sie, und noch mehr ihre Nachkommen, und immer wieder kehrten sie an den Ort der Verwandlung zurück. Dieser Ort ist bis heute ein geheimer Wallfahrtsort der Noteroj, den noch kein Mensch gesehen hat; es soll ein großer Waldteich von langer, schmaler Form sein, in dem ein großer zerborstener Fels liege, der vage an eine menschliche Gestalt erinnere. Niemand wohne dort auf Dauer, denn - wie die Weisen der Noteroj sagen - der Ort "stinkt noch immer nach wilder Magie". Wie mir ein Weiser ihres Volkes bestätigte, ist die Magie der Noteroj noch immer hauptsächlich Naturmagie, aber eben "gezähmte", wie sie selbst sich ausdrücken. Die meisten ihrer Zauber betreffen die Wahrnehmung, sie verschärfen oder verwirren sie. Viele dieser Zauber erstrecken sich auch auf die Kommunikation, können Verständnis oder Mißverständnis erzeugen, und das auch über größere Entfernungen, bewirke sie ein fortgeschrittener Magier - so könne, heißt es, ein Weiser der Noteroj an der Grenze die Verhandlungen eines seiner Kollegen mit dem Rat zu Qassim ohne Zeitverzug verfolgen. Alle Noteroj besitzen eine besondere Beziehung zu den Tieren des Waldes, davon sind alle überzeugt, die mit ihnen zu tun hatten. Und Noteroj, die die Magie beherrschen, können angeblich sogar mit den Tieren sprechen, sie als Boten oder Späher einsetzen. Was daran wahr und was erfunden ist, vermag ich nicht zu beurteilen, und meine Gesprächspartner unter den Noteroj fangen bei diesem Thema nur zu grinsen an (was in ihrem Fall heißt, das sie rhythmisch mit den Ohren zucken, gelegentlich die Zähne fletschen und ansonsten völlig unbeteiligt dreinschauen). Viele Stämme der Noteroj meiden noch immer den Kontakt mit den Menschen; doch auch unter ihnen haben mittlerweile die meisten Verträge mit dem Rat von Qassim geschlossen, laut denen sie ihre Grenzregion vor Eindringlingen schützen, wofür sie in den Handelsposten Kredit eingeräumt bekommen. Ihre Dörfer haben sie meist an Bachläufen oder Teichen angelegt, wo sie oft in friedlicher Harmonie mit Waldbibern oder - in der Nähe der Küste - den weit größeren Schwarzen Marschbibern leben. Kaum erkennbare Wege führen zu ihnen; selbst die meisten Waldläufer erkennen die Nähe eines Noterojdorfs meist nur daran, daß sie plötzlich zwischen edlen Obstbäumen stehen, nachdem sie gerade noch ihren Weg durch scheinbar unberührten Urwald gesucht haben. Einige Noteroj aber haben sich bewußt in der Nähe der Menschen angesiedelt, und aus diesen Dörfern ziehen regelmäßig viele junge Männer und Frauen auch in die Stadt selbst, um sich dort von den Händlern anheuern zu lassen, etwa als Seesoldaten oder auch als Scouts durch die Wälder. Durch ihren otterartigen Körperbau haben die Noteroj verhältnismäßig kurze Arme und Beine; mit dem Langbogen der Menschen können sie deshalb nichts anfangen, und als Speerwerfer taugen sie auch nicht viel. Dennoch haben sie beim Kampf auf See ihre Vorteile; als Kampfschwimmer haben sie schon manchen Piraten überrascht, indem sie sein Schiff von der abgewandten Seite her geentert haben. Ihre Schnelligkeit und akrobatische Wendigkeit beim Kampf mit Kurzschwert und Langdolch läßt den Nachteil der geringeren Reichweite als unbedeutend erscheinen. Und seit einiger Zeit verwenden sie auch Armbrüste, die von einem Burqaro-Erfinder speziell für sie entwickelt wurden. Diese sind auf größere Entfernungen zwar nicht allzu zielsicher, durchschlagen aber auf 50 bis 60 ps nahezu jede Metallrüstung."“

Coldar von Tarena: Reisebericht aus Qassim 420

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