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LUMINATEN – So werden in Lyrland all jene genannt, die ihr Leben in den Dienst des Lichtboten gestellt haben, und es heißt, daß jeder vierte Lyrer ein Luminat ist. An Würdenträgern kennt man außer dem Rat der Sieben, der für die weltliche Ordnung im Lande zuständig ist, noch die Lichtschreiber, die über die Tabuzone herrschen – auch ihrer gibt es sieben. Alle anderen Luminaten sind ohne Rang und Namen und wahre Frondiener ihres Glaubens an den Lichtboten. Sie tragen einfache, graue Burnusse ohne jeden Schmuck oder Abzeichen. Sie sind lediglich an dem silbergrauen Staub zu erkennen, der sich durch ihre Tätigkeit in der Tabuzone in den Poren ihrer Haut festgesetzt hat. Am Tage, im Licht der Sonne, wirkt dieser Silberstaub wie Schmutz, doch nachts beginnt er zu leuchten und läßt die L. in einem unwirklichen Schein erstrahlen.

Ihre Aufgabe ist es, alle Lyrer, die zum Frondienst in die Tabuzone kommen, in ihre Arbeiten zu unterweisen, und sie zu beaufsichtigen, ohne daß sie dafür jedoch irgendwelche Privilegien beanspruchen, außer dem, die verantwortlichsten Aufgaben selbst zu übernehmen. Dazu gehört es vor allem, die Yarls zu führen, die hier in großer Zahl zum Einsatz kommen. Fast alle Yarls – und viele der Tokuane –, die auf dem Tiermarkt von Arylum feilgeboten werden, nehmen nämlich den Weg in die Tabuzone. Sie werden vor gewaltige Geräte gespannt, phantastische Konstruktionen und ins Riesenhafte vergrößerten Pflügen nicht unähnlich, mit denen sie den Boden durchfurchen und Linien, gerade und geschwungen, durch den Boden ziehen. Auf diese Weise werden gigantische Landbilder in den Boden gezeichnet, die sich, von erhöhtem Standpunkt aus betrachtet, als aneinandergereihte Schriftzeichen entpuppen. Und darum werden die L. die die Verantwortung über die Tabuzone haben, Lichtschreiber genannt. Sie schreiben überdimensionale »Wegweiser des Lichts« in ihr Land, damit einst der Lichtbote schon aus großer Höhe sehen kann, wo er einkehren soll, um den Kampf gegen die Finsternis aufzunehmen. Diese tiefen und langgestreckten Furchen und Gräben werden während des Pflügens gleichzeitig mit jenem silbriggrauen Staub durchsät, der sich auch auf die Haut der L. niederschlägt und ihnen in der Dunkelheit zu einem leuchtenden Antlitz verhilft. Und ebenso wie die Gesichter der L. leuchten auch diese gigantischen Schriftzeichen in der Nacht, damit der Lichtbote jederzeit den Weg hierher finden kann.

Und die Lyrer sind überzeugt daß der Lichtbote erscheinen wird. Dieser Tag ist ihrer Meinung nach nicht mehr fern. Es soll mit Beendigung dieses Zyklus von 7 mal 7 Jahren kommen – nach Ablauf des Letzten Jahres. Dafür gibt es deutliche Omen und Zeichen, ja einen eindeutigen Beweis sogar. Es stellt sich nämlich heraus, daß die L. die Schriftzeichen nicht nur zu willkürlichen Licht- oder Landbildern aneinanderreihen, sondern daß sie damit die vielen möglichen wahren Namen des Lichtboten schreiben wollen. Und nun ist der Zeitpunkt gekommen, daß sie glauben, ihn gefunden zu haben.

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