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Kolgan Ballud

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Kolgan Ballud ist einer der Charaktere im Forumsrollenspiel auf Karcanon. Er stammt aus Bagunda und wurde wahrscheinlich um 401 in Althea geboren. Kolgan Ballud gehört der Kaufmannssippe der Ballud in der Linie der Ballud Van N'ton an, deren Stammhaus zwar in Norton steht, die aber spätestens seit den bakanasanisch-bagundischen Kriegen ihre Geschäfte wie die Hauptlinie der Ballud vor allem von Althea aus betreiben.

Selbstvorstellung Bearbeiten

Wenn ich mich vorstellen darf – mein Name ist Kolgan Ballud, vielleicht habt Ihr ja schon von mir vernommen. Nur Gutes, so will ich hoffen. Und ich hoffe, Euch mit meinen Erfahrungen als weitgereister Handelsmann dienen zu können. Wenn Euch mein Akzent etwas fremd erscheint, so liegt das wohl daran, dass ich einst im fernen Althea geboren ward, als jüngster Sohn des edlen Oberhaupts der Sippe der Ballud Van N'ton. In meiner Jugend war ich wohl ein unruhiger Gesell, und meinen gesetzten und recht konservativen älteren Brüdern nicht selten ein Dorn im Auge. So kam es wohl, dass sie meinen Vater überredeten, mich schon in jungen Jahren mit unseren Schiffen auf Reisen zu unseren Handelspartnern in nah und fern zu schicken, auf dass ich Erfahrungen sammeln sollte. Dies tat ich auch, und nicht zu knapp – wenn das, was ich dabei lernte, auch nicht immer zur Erheiterung meiner eifersüchtigen Brüder diente. Immerhin lernte ich dadurch genug, um schon mit 17 Jahren als Kapitän zur See anerkannt zu werden – etwas, worauf meine Brüder nie besonderen Wert gelegt hatten, weshalb unter ihnen sonst nur Dirib, der zweitälteste und der einzige, mit dem ich mich einigermaßen verstand, in der Lage war, ein Schiff selbständig zu navigieren.

Nun schien ich reif genug, meine eigenen Handelsfahrten zu leiten, doch natürlich wollten sie mir keines der guten Schiffe überlassen – ich bekam das Kommando über das älteste und kleinste der Schiffe meines Vaters, das eigentlich längst zum Abwracken vorgesehen war. Ich aber beschloß, mich meinen Brüdern zu beweisen und sie zu beschämen, indem ich – ohne mich vorher mit meinem Vater oder sonst jemand aus der Familie zu beraten – mit diesem alten Kahn neue und lukrative Handelsbeziehungen für unser Haus eröffnen würde. Das schien mir vor allem deshalb verlockend, weil es in meinen Augen bedeutete, ferne und exotische Länder zu erforschen, ein Unternehmen, das auch einige Zeit dauern würde, in der ich vollkommen mein eigener Herr wäre.

So führte mich meine erste Fahrt wie vereinbart nach Hermund. Statt von dort nun aber weiter zu einem Hafen in Borgon-Dyl und anschließend zurück nach Hause zu fahren, erwarb ich in diesem Treffpunkt weitgereister Händler Seekarten, die die gegenüber liegende Küste des Inneren Meeres zeigten, denn dorthin wollte ich aufbrechen. Einen Teil meiner Ladung verkaufte ich, um vom Erlös eine Auswahl der hier in Hermund angebotenen Waren zu erwerben; dann belud ich das Schiff bis zum Rand mit Wasser und Proviant, denn wir würden viele Tage auf hoher See verbringen müssen, in Meeren, die nach allem, was ich hörte, ebensooft von Flauten wie von Stürmen heimgesucht wurden.

Natürlich konnte ich nun auch meiner Mannschaft meine Pläne nicht länger verschweigen. Am Tage vor unserer Abfahrt erklärte ich mich ihnen und stellte jedem frei, das Schiff zu verlassen und auf eigene Faust eine Heuer nach Hause zu suchen. Doch es war nur einer, der uns verließ; er war jung verheiratet und wollte seine Geliebte nicht zu lange missen. Die anderen aber waren mir treu, denn sie kannten mich trotz meiner jungen Jahre bereits als guten Kapitän, und ich hatte sie mir vor der Fahrt sorgfältig ausgesucht. Damit blieb unsere Mannschaft stark genug, um wie geplant die Anker zu lichten.

Unser Kurs führte uns zunächst weiter in die vorbestimmte Richtung, doch wir fuhren an dem vorbestimmten Hafen vorbei, und als die Küste gen Machairas abknickte, fuhren wir weiter der untergehenden Sonne. Hier, auf offener See, begegneten wir das erste Mal Piraten – doch das ist eine Geschichte für einen anderen Abend. Es sei nur so viel gesagt, dass wir schließlich entkamen, doch nicht ungeschröpft und nicht ohne Blutopfer. Als wir Wochen später wieder die Küste erreichten, fanden wir zum Glück einen kleinen Fischerort, wo wir unsere Vorräte ergänzen konnten. Einer unserer Verwundeten war mittlerweile aber schon dem Wundfieber erlegen, einen weiteren ließ ich hier in der Obhut einer guten Fischersfrau zurück; ich bezahlte sie mit einem Teil unserer Ladung.

Noch viele weitere Abenteuer mußten wir erleben, ehe wir schließlich die Meerenge erreichten, die uns den Ausgang aus der Inneren See eröffnete, und auch danach wurden wir von Flauten aufgehalten und durch Stürme vom Kurs abgebracht. In meiner Kajüte, ganz für mich allein, überlegte ich nun doch schon so manches Mal, ob meine Brüder nicht doch recht gehabt hatten, meinen jugendlichen Leichtsinn so gut es ging zu zügeln, doch vor der Mannschaft – die die Leiden der langen Fahrt mit ihren Mühen erstaunlich tapfer ertrug – mußte ich mich zuversichtlich zeigen.

Lange waren wir unterwegs gewesen, bevor ich endlich die ersten Anzeichen dafür erspähen konnte, dass wir unser Ziel erreicht hatten, da brauten sich finstere Wolken über uns zusammen, und ich mußte Kurs auf die offene See setzen, um nicht vom Sturm gegen die rauhe Küste geworfen zu werden.

Dieser Orkan brach uns den Hauptmast und spülte den Smutje über Bord. Mit Notsegeln hinkten wir an die Küste zurück und fanden tatsächlich einen Hafen. Die notdürftigen Reparaturen kosteten uns fast den Gegenwert unserer gesamten Ladung; meine Mission schien gescheitert, bevor sie so recht begonnen hatte. Doch indem ich einem Kartenmacher nicht nur einen Teil meiner mitgebrachten Seekarten überließ, sondern ihm half, seine Karten der von uns besuchten Küsten zu verbessern, konnte ich immerhin genug Gold zusammenbringen, um einen Grundstock für die weitere Reise zu haben. Ich sah mich auf den Märkten um, und mit Glück und Geschick gelang es mir, eine neue Ladung zusammen zu bekommen, die wir einige Wochen später in einem anderen Hafen ein Stück weiter die Küste entlang mit Gewinn losschlagen konnten. So hielten wir uns mit etwas Küstenhandel nicht nur über Wasser, es gelang mir sogar, meine geheime Schatulle in meiner Koje wieder etwas zu füllen.

Dann kam der zweite Herbst, den wir in diesen Gewässern verbrachten, und mit ihm ein gewaltiger Sturm. Ihm fiel nur zu bald der eben neu gesetzte Ersatzmast zum Opfer, und der heulende Wind trieb uns immer weiter hinaus auf das Meer; bald hatte ich jedes Gefühl dafür verloren, wo wir waren, und das Wetter verhinderte jeden Versuch einer Positionsbestimmung. Schließlich ließ der Sturm etwas nach, gerade rechtzeitig, dass wir vor uns das Wasser über verborgene Riffe schäumen sehen konnten; mit Mühe gelang es mir und meinem Navigator, das Schiff mit vereinten Kräften durch diese Gefahr hindurch in ruhigeres Gewässer zu steuern. Doch nun erfaßte uns eine Unterströmung, der wir nichts mehr entgegen zu setzen hatten, und schleuderte uns an ein gar feindliches Gestade. Die Felsen schlugen uns ein Leck, doch der Rumpf setzte auf Grund, bevor wir sinken konnten.

Laßt mich nun nicht weiter von dem seltsamen Stück Land erzählen, dass wir da gefunden hatten, nur so viel, dass wir nach einem Mond schwerer Arbeit mit einem geflickten Rumpf aufbrechen konnten, doch ein Drittel unserer Leute zurücklassen mußten. Es gelang mir, einen Kurs zurück zur Küste von Kezunsea zu bestimmen, doch eine Flaute hielt uns auf, und mit ihr kam ein Fieber, das mehrere meiner Männer darnieder warf und einem den Tod brachte. Schließlich erreichten wir die Küste und glaubten uns schon gerettet – da traf uns eine heimtückische Böe und schob unser Schiff auf eine Sandbank; nun brach auch der Notmast. Wir brachten an Land, was wir konnten, und die Flut hob unser so erleichtertes Gefährt tatsächlich vom Sand. Doch an eine Weiterfahrt war nun nicht mehr zu denken. Wir zogen das Schiff auf den verlassenden, flachen Strand; mit vereinten Kräften gelang es uns, es bis über die Flutlinie zu ziehen. In einem nahen Wäldchen schlugen wir einige Stämme; mit ihrer Hilfe brachten wir große Steine herbei, zwischen denen wir den Rumpf verkeilten. So gesichert liessen wir unsere treue alte Sirat zurück, im Glauben bald mit Hilfe wieder zu kommen. Doch es dauerte über eine Woche, bevor wir zu Fuß das nächste Dorf an der Küste erreichten, und ich war seither nie wieder an diesem Strand.

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