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Eulengott

Die Eule auf dem Nadelbaum

Kichinda ist oder war eine Siedlung in Etrorien.

Eigentlich ist Kichinda eine ruhige Siedlung im Machairas an der Grenze zu Languria, im Winter aber wird nicht nur der Wald seinem Namen gerecht.

Sie liegt im Herzen der gleichnamigen Baronie (die natürlich nach dem Ende der Zentralregierung mit dem Kartiena-Deddeth, auch Licht von Etrorien genannt, nicht mehr Teil einer Reichsstruktur ist) und ist umgeben vom Eulenwald.

Vom Adlermond Machairas bis zum Eulenmond Siwan sammeln sich die Eulen von ganz Alorr, vielleicht aus dem ganzen Asylia-Archipel, in Kichindas Eulenwald, einem Nadelwald wie er sonst so rein und urwüchsig auf der ganzen Großinsel nicht vorkommt, gepflanzt und gehegt seit den Zeiten als Vanya D'Ahn aus Alorr-Denantha das Denantha Vanyar machte. Aus der Zeit der Grenzwacht zum Sumpf-Reich Gideish des Kakl stammt das blutrote Wappenschild von Kichinda, das in Weiss und Blau einen gepanzerten rechten Arm zeigt, der ein Schwert hält auf dessen Sitze der Kopf eines kahlköpfigen Mannes mit Schnurrbart gespiesst ist.

Eulenweise und Vogelfreunde aus nah und fern reisen an und siedeln sich hier an, fast jedes Haus hat einen Baum dabei, in dem schon Eulen gehaust haben oder das auch wieder tun, und ein Eulenhaus dient der Pflege der Tiere, die durch ein Unglück, durch Jäger oder andere Tiere verletzt wurden. Beim Eulenfest am dritten Tag des Eulenmonds Siwan verabschiedet sich die Stadt von den Hunderten von Eulen, die selbst in der Siedlung (und nicht nur im umliegenden Wald) überwintert haben.

Während der Vogelkot, der im Winter recht allgegenwärtig ist und auf den mit schwarzem Teer bestrichenen Holzschindel-Dächern bis zu den Frühlingsregen sehr sichtbar, manchen stören mag, sehen die Einwohnerinnen von Kichinda die positiven Seiten: Die Eulen fressen alle Mäuse und Ungeziefer, das ansonsten im Winter die Vorräte der Menschen bedrohen oder schmälern könnte, so dass die eigenen Ernten sicherer sind. Und die Eulenweisen sehen sogar in den weissen Spuren der Eulen-Hinterlassenschaften Botschaften ihres Gottes, des Eulengottes Seeker - denn oftmals sehen sie wie Schriftzeichen, wie Runen aus, und es gilt als ehrenhaft alle dort gebildeten und gefundenen Worte, vor allem wenn es sogar Sätze sind, auf Rindenblättern als Eulenorakel zu notieren - mit Eulenfedern natürlich.

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