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Kayra Matra - Das Eisreich der Untoten auf Ysatinga. Herrscher: Lyr-a-Krae; Titel: Herr der Untoten, Herrscher des Eises, Skelettherr der Lüfte, Knochenherr der See.


Kayra Matra - ein Überblick Bearbeiten

Wenn auf Ysatinga der Name Kayra Matra fällt, so denken die meisten nur an Lyr a Krae und seine untoten Heere. Das Land selbst und die Menschen, die es bewohnen, kennen dagegen die wenigsten. Mangel an Wissen war schon immer ein idealer Nährboden für Gerüchte und Halbwahrheiten. So sind die meisten Bilder von Kayra Matra reichlich bizarr. Die einen denken, Lyr a Krae habe längst jegliches Leben in seinem Land ausgetilgt und über die schneebedeckten Ebenen zögen nur noch die untoten Körper der ehemaligen Bewohner. Andere meinen zu wissen, daß der kalte Herrscher die Eisbarbaren mit Hilfe seiner Zombies in grausamer Knechtschaft hält und das alltägliche Leben ihnen zur Hölle auf Erden geworden ist.

Wie so oft sieht die Realität etwas anders aus. Der folgende Überblick mag dazu dienen, ein weniger verzerrtes Bild von Kayra Matra zu vermitteln.


Geschichte Bearbeiten

Ursprünglich bezeichnet Kayra Matra, das „weiße Land“, das zusammenhängende Eiswüstengebiet im Thysias von Ysatinga. Die dort ansässigen Eisbarbaren und Eisreisen lebten friedlich neben- und miteinander. Eine zentrale Macht, die über Kayra Matra „geherrscht“ hätte, gab es in der Vergangenheit nicht. Innerhalb der kleinen Siedlungen wurden die Entscheidungen von den Oberhäuptern der Großfamilien, der Clans, getroffen.

Ein Außenstehender hätte die Kultur Kayra Matras damals zunächst zweifellos als äußerst primitiv eingestuft. Das ist nicht weiter verwunderlich, kannte man damals im Reich des ewigen Eises doch noch nicht einmal das Rad. Bei etwas näherer Betrachtung jedoch wäre man auf etwas gestoßen, das nicht so recht in dieses Bild passen will: die Magie. So befremdlich es sich anhören mag, selbst in den entlegendsten Gebieten der Eiswüste trifft man auf Magier. Natürlich darf man sich diese nicht als in Roben gekleidete alte Männer mit langen Bärten vorstellen. Vielmehr sind es ganz normale Männer und Frauen, die sich nach außen hin in keiner Weise von den anderen Bewohnern unterscheiden. Warum Magie? Die Antwort ist einfach. In den meisten Gegenden der Eiswüste, insbesondere in den entlegeneren, ermöglicht erst sie das dauerhafte Überleben von Menschen; denn ein Magier kann mit Hilfe seiner Kräfte Wärme erzeugen und Wärme bedeutet im ewigen Eis Leben. Man kann damit ebenso eine Unterkunft heizen, wie auch durch das dickste Eis ein Loch zum Meer treiben.

Zwar besaßen die Eisbarbaren zu früheren Zeiten eine rudimentäre Schrift, doch ging durch den Mangel an Schreibutensilien (als Papier diente gespanntes Leder) sehr viel Wissen verloren. Daß die Weitergabe von magischem Wissen auch ohne Bücher funktionierte, ist ein Indiz für die magische Inklination der Eisbarbaren.

Die Ausmaße der Eiswüste sind erheblich. Daraus resultieren natürlich zum Teil deutliche regionale Unterschiede. Das hervorstechendste Beispiel hierfür dürfte die Region Livos sein, welche sich im äußersten Machairas des Segments befindet. Bedingt durch mehrere aktive Vulkane ist es dort wesentlich wärmer als in anderen Gebieten. Des weiteren liegt Livos an der Küste und hat somit auch seit jeher Kontakt zu anderen Reichen. Folglich waren die Bewohner dieser Region schon immer etwas fortschrittlicher. So wohnen die Eisbarbaren dort schon seit Jahrzehnten nicht mehr in Schneehäusern, sondern in großen, oft sogar mehrgeschossigen, Steinkonstruktionen.

Die Kontakte mit der Außenwelt waren in der Vergangenheit bestenfalls sporadisch. Da die Eiswüste für andere Reiche wirtschaftlich kaum interessant war, gab es auch praktisch keinen organisierten Handel. Andererseits sorgte das harsche Klima dafür, daß Kayra Matra von Invasoren weitgehend verschont geblieben ist.


Klima Bearbeiten

In Kayra Matra herrscht arktisches Klima. Die Temperaturen liegen in den meisten Gebieten nur während weniger Wochen über dem Gefrierpunkt. Während dieser kurzen arktischen „Sommer“ taut der Boden nur an der Oberfläche auf. Oft kann das Tauwasser deshalb nicht ablaufen und es bilden sich regelrechte Seen. Das Wetter ist während dieser Zeit meist freundlich, generell fällt wenig Niederschlag.

Im Winter hingegen wird das Land regelmäßig von schweren Schneestürmen heimgesucht. Die Temperaturen fallen bis auf 60o C unter Null. Dies ist auch die Zeit, in der weite Teile des Kayra Matra umgebenden Meeres vereisen, was immer wieder unvorbereiteten Schiffen zum Verhängnis wird.

An den Küsten ist das Klima generell etwas milder, während der Sommermonate steigen die Temperaturen gar bis auf auf 20o C oder mehr. Durch die Eroberungen der letzten Zeit umfaßt Kayra Matra inzwischen auch Gebiete kaltgemäßigten Klimas, die zum Teil dicht bewaldet sind. Neben den Provinzen Ryon und Ilur sind dies vor allem Gebiete, die ehemals zu Titanik gehörten.


Flora & Fauna Bearbeiten

Die Flora und Fauna Kayra Matras ist, verglichen mit anderen Ländern, sehr artenarm. Nur wenige Tiere und Pflanzen können in der Eiswüste überleben. Generell ist Leben nur in den Gebieten der Landeiswüste, der Tundra, möglich. Gefrorenes Wasser allein reicht nun einmal nicht als Existenzgrundlage. Selbst wenn sich die Anzahl der verschiedenen Arten in Grenzen hält, soll hier keine tiefschürfende Betrachtung der Tier- und Pflanzenwelt der Eiswüste erfolgen, sondern, der Intention dieses Textes folgend, nur ein Überblick gegeben werden. Auch gelten die folgenden Ausführungen nur für die arktischen Gebiete Kayra Matras. Für die an Titanik grenzenden Gegenden möge der geneigte Leser Beschreibungen jenes Landes zu Rate ziehen.

In der Tundra wachsen hauptsächlich niedrige Sträucher, Moose, Flechten, Gräser und hier und da ein paar verkrüppelte Zwergbäume. Das gesamte ursprüngliche Kayra Matra liegt jenseits der Baumgrenze. Ist dieses Land während der kalten Jahreszeit auch oft ein ziemlich trostloser Anblick, so verwandelt der Sommer die Ebenen gebietsweise in regelrechte Blütenmeere, zumindest dort, wo Gräser und Blütenpflanzen die Vegetation dominieren. Befruchtet werden diese Pflanzen durch eine einheimische Bienenart, die ihre Nester in der Erde anlegt und offenbar in der Lage ist, dort dem Frost der Wintermonate zu trotzen.

Die heimische Fauna wird hauptsächlich von drei Arten dominiert. Zum einen sind da die Kwirr, eine Art weißer Schneehase, die sich überall in der Tundra finden. Unter günstigen Bedingungen können sie sich diese putzigen Tiere rasend schnell vermehren.

Die zweite zahlenmäßig bedeutsame Spezies von Pflanzenfressern sind die Khor. Dabei handelt es sich um sehr große und widerstandsfähige Rinder. Sie haben ein dichtes, dunkles Fell und sind trotz ihrer Größe relativ genügsam. Aus diesem Grund wurden sie schon vor langer Zeit von den Bewohnern der Eiswüste domestiziert. Die Khor-Zucht ist neben der Jagd die bedeutendste Nahrungsquelle der Eisbarbaren.

Die dritte dominante Tierart sind - sehr zum Leidwesen der Einwohner - die Schneewölfe. Im Vergleich zu den Wölfen des Hauptkontinents ist diese Gattung noch etwas größer und vor allem aggressiver. Sie haben keine Scheu, auch Menschen anzugreifen.

Desweiteren finden sich in Kyra Matra noch einige Eisfüchse, Hunde, verschiedene Nagetiere und vor allem Vögel. An der Küste leben außerdem noch große Mengen von Mawop, einer hiesigen Robbenart. Was die Khor-Zucht im Landesinneren, ist an der Küste die Mawop-Jagd. Die Küsten Kayra Matras sind zudem sehr fischreich, so daß auch der Fischfang in Kayra Matra auf eine lange Tradition zurückblicken kann.


Die Völker Bearbeiten

Die Einwohner Kayra Matras werden allgemein als Eisbarbaren bezeichnet. Woher diese Bezeichnung ursprünglich stammt, ist nicht mit Sicherheit geklärt. Sicher ist nur, daß dieses Volk keineswegs so barbarisch ist, wie sein Name vermuten läßt.

Eisbarbaren sind groß und von schwerem Körperbau. Männer messen im Schnitt knapp 2 Meter und wiegen gut 100 kg. Frauen sind etwa 15 cm kleiner und entsprechend leichter. Das rote oder zumindest rötliche Haar wird von beiden Geschlechtern lang getragen. Männer haben zudem meist Vollbärte. Dies macht die blau- oder grauäugigen Eisbarbaren zu imposanten Erscheinungen.

Schmuck ist in Kayra Matra unüblich, statt dessen dient hochwertige Fellbekleidung als Statussymbol. Die Sprache der Eisbarbaren ist sehr melodisch und heißt Losai.

Es gibt aber auch noch andere Rassen in Kayra Matra. Zum einen sind da natürlich die Eisriesen. Zwar gibt es ein eigenes Eisriesenreich (Löjkarslund), doch trifft man diese Hünen von Zeit zu Zeit auch in Lyr a Kraes Reich.

Letztgenannter ist auch dafür verantwortlich, daß es im Reich des ewigen Eises inzwischen Vertreter jedes Volkes Ysatingas und noch einiger anderer gibt. Aufgrund der sehr liberalen Politik gegenüber praktisch jeder magischen Disziplin, wie abstoßend sie auch sein mag, haben sich in den letzten Jahren unzählige Magier und Möchtegernmagier aus allen Teilen Myras in Kayra Matra angesiedelt. Vor allem die Küstenregionen, insbesondere Ryon und Livos, haben sich zu regelrechten Vielvölkergemeinschaften entwickelt. Dies sorgt natürlich zum einen für kaum lösbare kulturelle Probleme (dafür ist es in den besagten Provinzen aber nie langweilig). Zum anderen profitiert aber die magische Forschung von der Präsenz so vieler verschiedener magischer Schulen gewaltig.

Natürlich dürfen an dieser Stelle auch die Echsen nicht unerwähnt bleiben. Seit dem letzten Krieg gegen Titanik kann Lyr a Krae schließlich auch auf eine erkleckliche Zahl geschuppter Untertanen verweisen. Informationen über dieses Volk findet sich zuhauf an anderer Stelle (Titanik), weswegen hier nicht weiter auf es eingegangen werden soll.


Gesellschaft Bearbeiten

Im Prinzip herrscht in Kayra Matra eine Diktatur. Lyr a Krae erfreut sich absoluter Macht; sein Wort ist Gesetz. Allerdings zeigt der Herr der Untoten wenig Neigung, sich mit den alltäglichen Dingen der Herrschaft zu beschäftigen. Zu diesem Zweck hat er in den größeren Siedlungen Magierräte eingesetzt, die ihm diese Aufgabe abnehmen. Diese bestehen nicht etwa nur aus Magiern, sondern auch zu einem guten Teil aus (Xnum-)Priestern, wobei die Übergänge zwischen diesen beiden Gruppen sehr fließend sind.

In den entlegeneren Gebieten der Eiswüste hingegen hat Lyr a Krae die traditionellen Strukturen weitgehend unangetastet gelassen. Einer Siedlung steht dort in der Regel immer noch das Oberhaupt des einflußreichsten Familienclans vor. Dieser ist für die pünktliche Entrichtung der Steuern und die Einhaltung der von Lyr a Krae erlassenen Gesetze verantwortlich. Um allerdings die Verbreitung der Xnum-Religion zu forcieren, wurden im ganzen Land unzählige kleine Tempel errichtet. Auf diese Weise hat Lyr a Krae auch in kleinen Ortschaften einen ihm treu ergebenen Vertreter und ist so stets recht gut über die Stimmung in der Bevölkerung im Bilde. Natürlich wurde diese relative ortsinterne Freiheit anfangs zu allerlei umstürzlerischen Dingen mißbraucht. Nachdem jedoch einige drastische Exempel statuiert wurden, funktioniert dieses System recht gut.

Kayra Matra hat zwar keine komplette Verfassung, doch gibt es eine ganze Reihe von Gesetzen, die das tägliche Leben regeln. Viele sind jedoch so unscharf formuliert, daß sie jederzeit im Sinne der Machthaber ausgelegt werden können. Das heißt aber nicht, daß es in der Eiswüste eine reine Willkürherrschaft gäbe. Insbesondere wird dafür Sorge getragen, daß magisch Unbegabte nicht von den Magiern gnadenlos übervorteilt werden. Zwar gibt es immer wieder Einzelfälle, in denen dies doch geschieht, im großen und ganzen sind die Weisen (auch die finstersten) aber intelligent genug einzusehen, daß nur durch ein faires Verhalten gegenüber der einfachen Bevölkerung die Gesellschaft ihre Stabilität behalten kann.

Traditionell steht die vom ältesten männlichen Mitglied geführte Großfamilie im Mittelpunkt des Lebens eines Eisbarbaren. Diese Familienstruktur hat allerdings in letzter Zeit an Bedeutung verloren, da es immer mehr junge Menschen in die großen Küstensiedlungen oder in die magischen Schulen zieht.

Die Eisbarbaren haben sich insgesamt recht gut mit den vielen fremdländischen Magiern arrangiert. Dies liegt vor allem daran, daß Magie in Kayra Matra seit jeher einen hohen Stellenwert hatte und die Einwanderer schlau genug waren, sich die einheimische Bevölkerung nicht zum Feind zu machen.


Religion und Magie Bearbeiten

In Kayra Matra gibt es hauptsächlich drei Glaubensrichtungen. Zum einen ist da natürlich die Xnum-Religion, die mit etwa 90% die bedeutendste ist. Die Verehrung anderer „finsterer“ Götter ist zwar offiziell gestattet, wird aber generell - mit Ausnahme von Anrash - mißbilligt. Letzterer ist neben Dondra denn auch der einzige, der überhaupt über eine nennenswerte Anhängerschaft verfügt. Der Dondra-Glauben war vor dem Erscheinen Lyr a Kraes die dominante Religion in der Eiswüste, auch wenn der Adlergott sich die Verehrung der Bevölkerung mit zahllosen (zumeist nicht existenten) Naturgeistern teilen mußte. Inzwischen verliert Dondra aber mehr und mehr an Bedeutung, was unter Umständen an der aktiven Verfolgung seiner Anhänger liegen könnte.

Die Xnum-Religion hat im heutigen Kayra Matra relativ großen Einfluß auf die Gesellschaft, was vor allem daran liegt, daß die Eisbarbaren schon immer ein sehr religiöses Volk waren. Auch sind es die Priester, die für das gesamte Schulwesen in Kayra Matra zuständig sind und somit großen Einfluß auf die Wertvorstellungen der Jugend haben.

Die Magie hat in Kayra Matra ebenfalls einen sehr hohen Stellenwert, sie ist in ihrer Bedeutung der Religion mindestens ebenbürtig. Magische Macht ist gleichbedeutend mit gesellschaftlichem Ansehen. So ist es nicht weiter verwunderlich, daß eine immer größere Zahl von Menschen Aufnahme in die magischen Schulen des Landes begehrt. Während in der Vergangenheit die Elementarmagie dominierte, werden heute alle Bereiche der magischen Theorie gelehrt und angewendet. Dies liegt vor allem daran, daß so viele Weise aus anderen Kulturen nach Kayra Matra übergesiedelt sind. Der Grund für diese Entwicklung ist recht einfach. Nur in der Eiswüste ist die Ausübung praktisch jeden magischen Rituals zulässig. In den anderen Reichen Ysatingas - auch in den „finsteren“ oder „chaotischen“ - gibt es immer gewisse Grenzen, die nicht überschritten werden dürfen. Nicht so im Reiche Lyr a Kraes. Das heißt allerdings nicht, daß die Magie hier keinerlei Kontrolle unterliegen würde. Rituale von einer Größenordnung, daß sie eine potentielle Bedrohung für die Allgemeinheit darstellen würden, lassen sich nur schwer unbemerkt vorbereiten, und mehr als einmal wurden Magier davon „überzeugt“, ihre Experimente auf einer kleineren Größenordnung fortzuführen. In diesem Zusammenhang ist noch eine Bemerkung zu Menschenopfern angebracht. Diese sind durchaus legal, so lange zu diesem Zweck Sklaven verwendet werden. Solche zu bekommen, ist in der Eiswüste jedoch kein leichtes Unterfangen. Da per Gesetz keine Bürger Kayra Matras zu Sklaven werden können (man hat aus der Vergangenheit seine Lehren gezogen), müssen sie von Händlern erworben werden. Die abgelegene Lage und die Tatsache, daß Sklavenhandel auf Ysatinga eher unüblich ist, haben die Preise in den letzten Jahren denn auch in astronomische Höhen schießen lassen. Die Legalisierung von Menschenopfern ist auch einer der Hauptgründe für die immer noch große Reserviertheit der Bevölkerung gegenüber Lyr a Krae.


In diesem Abschnitt darf die Nekromantie natürlich nicht unerwähnt bleiben, ist Kayra Matra doch eines der wenigen Länder, die die Beschwörung von Toten nicht nur dulden, sondern aktiv unterstützen. Zunächst muß man sich aber vergegenwärtigen, daß es weit weniger Nekromanten gibt, als auf Ysatinga allgemein angenommen wird. Das liegt daran, daß aktive Nekromanten auf den Schutz Xnums angewiesen sind und dieser ist bei seinen Schützlingen weit wählerischer, als einem angehenden Totenbeschwörer lieb sein kann. Dies ist auch der Grund dafür, daß Nekromanten ausnahmslos tief religiöse Menschen sind.

Ein Nekromant ist unter Magiern hoch angesehen, denn er ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Auserwählter, und dies spiegelt sich nicht nur in seinem Glauben, sondern auch in seinen Fähigkeiten wider. Die Bevölkerung begegnet ihnen jedoch mit tiefer Furcht.

Im Alltag schließlich sieht man Untote nur selten. In den befestigten Siedlungen gibt es natürlich regelrechte Armeen, welche unter Lyr a Kraes direkter Kontrolle stehen, auf der Straße sieht man sie jedoch kaum. Den meisten Nekromanten ist bewußt, daß ein Zombie in keinem Etablissement ein gern gesehener Gast ist. Außerdem ist ein öffentlicher Auftritt mit Untoten um so dramatischer, je seltener ihr Anblick sonst ist.


Architektur Bearbeiten

Die Architektur Kayra Matras ist den hiesigen Gegebenheiten angepaßt. Dort, wo es das Gelände erlaubt, d.h. wo es ausreichend Baumaterial gibt, errichten die Eisbarbaren große zweigeschossige Langhäuser, deren Satteldächer bis zum Boden reichen. Ihre Länge beträgt typischerweise zwischen 20 und 50 Metern. Der Fußboden ist nicht ebenerdig, sondern etwa einen halben Meter abgesenkt, was für eine bessere Wärmeisolation sorgt. In diesen Häusern wohnt jeweils eine ganze Großfamilie, welche bis zu vier Generationen umfassen kann. Das Innere ist folgendermaßen aufgeteilt: das untere Stockwerk beherbergt im hinteren Bereich die Schlafräume, während die ganze vordere Hälfte von der Wohnküche eingenommen wird. Hier spielt sich auch praktisch das gesamte tägliche Leben ab. Im oberen Stockwerk befinden hauptsächlich Lager- und Arbeitsräume.

Dort, wo kein Stein zur Verfügung steht, werden Schneehäuser errichtet. Diese sind recht klein (ca. 5 Meter Durchmesser), rund und für zwei bis vier Menschen ausgelegt. Von außen sehen sie aus wie Halbkugeln. Außen sind diese Heimstätten oft mit kunstvollen Eisfiguren geschmückt, die ausländische Besucher regelmäßig in Erstaunen versetzen, denn es scheint unmöglich, einem Eisblock mit menschlichen Werkzeugen solche Formen zu verleihen. Und in der Tat ist es das auch. Diese Skulpturen, die meist sehr abstrakt sind, werden mit Hilfe von Magie geformt. Diese Kunst, die den Namen Trakwa trägt, ist unter den Eisbarbaren hoch angesehen, da sie neben magischem auch künstlerisches Geschick verlangt.

Inzwischen finden sich, hauptsächlich aufgrund der vielen Einwanderer, auch in solchen Gegenden Stein- und Holzhäuser, in denen diese Rohstoffe importiert werden müssen. Überhaupt gibt es einige Orte, in denen so viele verschiedene Stilrichtungen vertreten sind, daß man sich unwillkürlich fragt, in welchem Reich man sich denn nun eigentlich befindet.


Wirtschaft Bearbeiten

Kayra Matra ist nicht so arm an natürlichen Ressourcen, wie es vielleicht scheint. Der größte Mangel besteht naturgemäß an pflanzlichen Nahrungsmitteln, da Landwirtschaft in der Eiswüste praktisch nicht existent ist. Traditionell ernähren sich die Einwohner von der Jagd, wobei an der Küste noch Fisch den Speiseplan bereichert. Die hohe Zahl von Zuwanderern ging jedoch einher mit einem stetig wachsenden Bedarf an Grundnahrungsmitteln, welche nun in großen Mengen eingeführt werden. Ansonsten importiert Kayra Matra hauptsächlich Holz, Vieh und eine Unzahl von obskuren Kleinigkeiten, welche die Magier des Landes für ihre Experimente benötigen. An Metallen wird vor allem Eisen und Gold nachgefragt.

Der Export umfaßt hauptsächlich Felle, Tran, Kupfer und Bergkristall. (Sarkastische Geister würden dieser Liste wohl noch Untote hinzufügen, doch dies ist ein anderes Thema.) Selbstverständlich ist die Eiswüste inzwischen auch einer der Hauptlieferanten Ysatingas für magische Literatur und Utensilien.

Bis vor einigen Jahren noch hatte Kayra Matra keine eigene Währung, Geschäfte wurden durch Tauschhandel abgewickelt. Auf Dauer war dieses System jedoch nicht praktikabel, insbesondere in den größeren Siedlungen. Deshalb werden nun auch in der Eiswüste Münzen geprägt. Deren Wert wird durch das verwendete Material bestimmt. Am verbreitetsten sind dabei Kupfer, Bronze und Silber; zwar gibt es auch Goldmünzen, doch sind diese eher selten. Geschmückt ist diese Währung übrigens nicht mit dem Konterfei Lyr a Kraes (was auch ziemlich seltsam aussähe), sondern mit dem Wappen Kayra Matras und dem Symbol Xnums.

Normalerweise nehmen die Händler auch fremdländische Währungen an, wobei diese dann nach ihrem Materialwert bewertet werden. Und da sich alte Traditionen nicht so einfach abstreifen lassen, kann man auch stets sein Glück bei einem Tauschgeschäft versuchen. Man sollte dabei jedoch beachten, daß die Einheimischen solche Geschäfte ziemlich gut beherrschen. Allzu leicht lassen sich gerade eingetroffene Fremde hierbei über den Tisch ziehen, da ihnen die örtlichen Preisverhältnisse nicht bekannt sind.


Heerwesen Bearbeiten

In der Vergangenheit verfügte Kayra Matra über keinerlei organisiertes Militär. Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Clans waren außerordentlich selten und von einem Krieg mit einem anderen Reich wissen auch die Ältesten nichts zu berichten. Wurde eine Ansiedlung bedroht, etwa durch ein größeres Rudel ausgehungerter Wölfe, wurde zur Verteidigung eine Miliz geformt. Die traditionellen Waffen der Eisbarbaren sind der Kosh (eine Art Speer) und der Jhuril (ein kurzer Jagdbogen). Rüstungen jedweder Art waren in der Eiswüste aus naheliegenden Gründen unbekannt und werden auch heute nicht verwendet. Selbstverständlich erwies sich in solchen Situationen auch die Magie als potente Waffe.

Selbst heute gibt es keine stehenden Heere - zumindest keine lebenden. Das gesamte Heerwesen Kayra Matras beruht auf Untoten und wird somit unmittelbar von Lyr a Krae und den Nekromanten kontrolliert.

Die einzigen menschlichen Einheiten sind die Goror-Ba. Diese setzen sich jeweils aus einigen hundert Hundeschlittengespannen zusammen und haben eigentlich nur die Aufgabe, diejenigen Teile der Eiswüste anzugliedern, die bis jetzt noch nicht in den Genuß der Herrschaft Lyr a Kraes gelangt sind. Da die Goror-Ba auch einen missionarischen Auftrag haben, sorgen sie auch gleich für eine entsprechende „Neuorientierung“ der örtlichen Religionsgemeinschaften.

So fürchterlich sich ein Untotenmiltär auch dem unbedarften Betrachter darbieten mag, hat es doch durchaus seine Vorteile. So mußte bislang kein Eisbarbar in den von Lyr a Krae geführten Kriegen sein Leben lassen. Auch wird der Staatshaushalt nicht durch Aufwendungen für Sold oder Verpflegung belastet. Und nicht zuletzt ist die Loyalität einer solchen Armee über jeden Zweifel erhaben, was einige Herrscher Ysatingas wohl als bedeutendsten Vorzug ansehen dürften. Welchen Preis die Kontrolle der riesigen Mengen von Untoten von Lyr a Krae fordert, ist indes nicht bekannt.
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