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Überblick Karcanon Von Aw im Jahr des Gedächtnisses 427 n.P. Bis Tammus im Jahr der Puppen 428 n.P. Bearbeiten

Was ist geschehen in all dieser Zeit auf Karcanon? Wenig und unglaublich viel zugleich. Was in den einzelnen Reichen geschehen ist sollen die ChronistInnen dieser Reiche beschreiben – es wird seinen Weg in die kommenden Ausgaben dieses Boten finden. Hier soll es einige Momentaufnahmen geben, die nur einen kleinen Einblick geben in all das Geschehene.

Vom Winde verweht Bearbeiten

Die Berge von Ligurien waren schon immer kein sehr freundlicher Ort, von der Sonne verwöhnt, mit gastfreundlichen Bewohnern... aber auch die schaurigsten Barbaren, die vor der Taverne „Zum Blutigen Eimer“ auf ihre Schwerter, Keulen und Morgensterne gestützt mit grimmigen Mienen in die Dämmerung starrten, die das karge unerbittliche Gebirge in ein dunkles Grau tauchte... waren ein erfreulicherer Anblick als die nachtschwarze WOLKE, die über die Kanten der Berge strich, mit dem Geist des Deddeth in ihr das Land vergiftend... und wenn diese Wolken weitergezogen waren, neues Land mit dem Hauch des Wahnsinns verpestend, blieb der Irrsinn in den Augen derer, die sie aus der Nähe gesehen hatten... und Monat für Monat tauchten dort, wo sie vorbeigezogen war, neue Monstren auf und machten das Land zur gänze unbewohnbar ... oder doch auf eine Weise unerfreulich, dass es kein Platz für Menschen mehr schien.

Tausende zogen in eiserner Formation aus dem Hochland von Tharan, aus dem Land um die quadrophenische Burg Arinia, an den Bergen der Poveri entlang, um die Reste Midligurs zu retten. Zwei aus diesen Reihen aber stachen heraus, mit ihren türkisblauen Mänteln, ihren strahlenden Roben und dem unverkennbaren Licht an ihren Stäben, das ein wenig von der göttlichen Kraft wiederspiegelte, die sie durchflutete. In wildem Galopp zog es sie von Arinia in die ligurischen Berge, wo sie gemeinsam eine Zeremonie vollführten, bei der das Tanzen der Puppe mit den Federn von Riesenadlern in der wirbelnden Luft nur einer der offensichtlichsten Aspekte war. Karhim Crym, der Reichshohepriester Quadrophenias, und Gepen von Chita, zwei der Hohepriester des Dondra im Reich des Dschungels, waren gekommen und mit einem gemeinsamen, kraftvollen Ritual erzeugten sie einen magischen Sturm, einen Zauberwind, der die WOLKE über die Klippen ins düstere Meer des Ophis, und als sie einmal mehr dagegen anbranden wollte, in einem neuen Zabersturm darüberhinaus in das Blutige Band und über die Grenzen unserer bekannten Welt, in die Ophiswelt, trieben. Diese Gefahrenquelle zumindest war, für diese Zeit, vom Winde verweht.

Erinnert und Erkannt Bearbeiten

Nicht wenige der Mangan, wie die wilden Wagenvölker der grossen Ebene als Sammelbegriff genannt werden, hatten es leid, nur Manövriermasse auf dem Tisch der grossen Mächte zu sein, die mit ihren Heeren oder Unheeren zeitweilig Ordnung schufen oder Chaos in die Reihen ihrer Feinde brachten, seien es die schwarzhäutigen Borgon Dun mit ihren unendlichen Massen an Heeren, seien es die an den Ufern des Jong-sai streifenden Heere Bagundas oder auch die einst von Schamanen der Wagenvölker selbst gerufenen kleinen Dämonen, die die Heere der genannten dezimierten wenn sie nicht gerade damit beschäftigt waren, ihre Zahl zu vermehren. Nicht wenige der Mangan wussten was es heissen würde, als der Mann mit der goldenen Maske wieder in ihrer Mitte aufgetaucht war, denn die Erinnerung an die Zeit seiner Herrschaft war noch frisch bei den Älteren und lebendig durch Geschichten in den Vorstellungen der Jungen. Unglücklich über sein Auftauchen waren höchstens die Schamanen, da er schon einmal einen der ihren, den Schamanen Rhi'a'lann, getötet hatte. Und einige der Priester, da er als 'Geliebter der Muttergöttin' auftaucht. Wer Zweifel hatte, erkannte ihn wenn er ihn sah, anhand seiner Erinnerung. Das steife Gesicht, wie das einer goldenen Puppe, war das gleiche, das es einst gewesen war.

Geheime Rückkehr Bearbeiten

Noch lange wird man sich in seiner Festung, die erst Hauptstadt einer Kolonie, dann Hauptsitz eines geteilten Reiches war, an ihn, den alten Herzog, erinnern wird. Ratagas Morwell hat sich im Jahr der Erinnerung aus Alters- oder persönlichen Gründen zur Ruhe gesetzt und ist mit seiner Familie auf seinen Landsitz bei Richal gezogen.

Der Seefahrer war auf seiner Kriegsflotte unterwegs, als plötzlich auf seiner kleinen Insel eine seltsame Seuche ausbrach, vermutlich von einem der atarischen Händler. Die Insel, ohnehin aus Sicherheitsgründen stark befetigt und von der Aussenwelt abgeschlossen, wurde unter Quarantäne gestellt und der Admiral konnte nicht zurück. Wohin sollte er gehen? Nicht ins nahegelegene Borgon Dyl, soviel war sicher. Sicher schien dagegen die immer schon als neutral und gastfreundlich bekannte Festung Kahmal am Ausgang des Flaschenhalses vom Inneren Meer.

Als der Seefahrer, der sich von seiner Flotte ausserhalb der Stadt hatte absetzen lassen, durch ein Stadttor nach Kahmal einzog, erlebte er die Menschen noch viel gastfreundlicher als er je gedacht hätte. Sie jubeltern ihm zu, nahmen ihn auf ihre Schultern und trugen ihn zum Palast in der Mitte der Stadt. Dort erfuhr er die alte Sitte, die er, falls er sie je gekannt hatte, in den 20 Jahren seit er das letzte Mal diese Stadt verlassen hatte, wohl vergessen haben muss: Wenn ein Herrscher der Stadt stirbt oder abtritt, wird der nächste Fremde, der durch ein Stadttor einzieht, zu seinem Nachfolger gemacht – ist allerdings auch verantwortlich für das Wohl und Wehe der Stadt und läuft Gefahr, dem nächsten fremden Reisenden eine Überraschung zu bescheren, falls er zuviele Fehler macht...

Die alte Frau am Stadttor griff am Ende des Tages mit einem rätselhaften Lächeln in ihre Tasche, blickte auf den Kanal, der diesen Teil des Flusswassers in Richtung des Hafens trug, und holte, nach nur kurzer Überlegung, erst ein kleines Holzboot heraus, dann eine kleine Holzpuppe mit einer aufgemalten Krone, und setzte die Puppe ins Boot, das Boot in den Kanal und sah zu, wie beides vom Wasser mitgenommen wurde.

Erinnern und Vergessen Bearbeiten

Wer erinnert sich noch, wie einst voller Stolz die Invasoren gekommen waren, aus der Richtung der untergehenden roten Sonne, um ein Land zu übernehmen und in ihrem Licht zu baden, das seine Küste vergessen zu haben schien?

Wer kann sich noch erinnern an die alte Heimat, das Kaiserreich, von denen die vor schier unendlicher Zahl von Monden von dort aufbrachen weil der falsche Mann zum Kaiser gemacht worden war? Ihr Anführer, der stolze Herzog, hatte sich wiedergefunden in einem Land in dem heisser noch als dort die Sonne brannte, die Geister derjenigen versengend die sich nicht dem Land und seinen Erfordernissen anpassten.

Dass beide versucht hatten, ein eigenes Reich zu errichten, rund um die Stadt in der schon der gehörnte Herr der Ratten das einst versucht hatte, ist heutzutage auch fast vergessen. Denn heute ist, was aus den Bemühungen der Invasoren und der Flüchtlinge blieb, nur eine Erinnerung im Geiste derer, denen die Sonne die Haut verdörrt, und ansonsten – nur eine Provinz des Wüstenreiches, zu dem dieses Land und seine nomadisierenden Stämme schon immer gehörten.

In der Stadt im Zentrum dieses Gebietes geriet eine von denen, die man die Ratten nannte, zum falschen Zeitpunkt an die falsche Stelle. Eine schemenhafte, grosse Gestalt in Schwarz stand über etwas gebeugt, das wie eine silberne Statue wirkte, und dann – wie die Puppe einer Raupe, in silbernes Gespinst gehüllt, so dass nichts mehr an den Mensch darin erinnerte. Eine Handbewegung nur, als die nachtschwarze Gestalt sich umwandte, ein gnädiges Schicksal, und die Ratte hatte vergessen was oder wen sie gesehen hatte. Und lebte doch weiter, um nichts zu erzählen.

Der Schatz der Erinnerung Bearbeiten

Es hatte den Händler Mühe gekostet, Wächter zu bekommen, die mutig und edel genug waren, seinen Schatz zu hüten, der das Ende des sogenannten Herren Gross herbeiführen sollte. Die Herrin des Schicksals wusste dass er erst versucht hatte, Wächter zu gewinnen die gierig und ehrlich genug waren, aber keine gefunden. Die schwarzhäutige Adelige aber hatte ihn unter seinen Schutz genommen, der Händler aus dem Zweistromland und die Tigerreiterin hatten sich angeschlossen und das schwarze Nachtgespenst, das manchmal so still sass als wäre sie eine Puppe, war zu anderen Zeiten so unruhig als könne sie sich kaum halten, geschweige denn von anderen aufhalten lassen, sie hatten sich zu Wächtern des Schatzes gemacht. Vergraben im Schatz, zwischen den vielen Edelsteinen, Juwelen und Halbedelsteinen war die Puppe aus Kristall mit den Tigeraugen und dem Herz aus Bernstein. Als die Riesen in das Lagerhaus einbrachen galt seine Sorge nicht den angeheuerten Bewacherinnen sondern dieser Figur. Würde sie unter der Beute der Feinde sein?

Die Geschichte von Karcanon Bearbeiten

Die Geschichte von Karcanon ist in eine Reihe anderer Artikel ausgelagert worden. Die aktuelle Zeitgeschichte von Karcanon findet sich in den aktuellen Boten von Karcanon: