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Der Kult der Ischqa Alisa ist eine Eigentümlichkeit der Stadt Qassim, dessen im Hafenbezirk zu findender Tempel, der Hexadom, angeblich älter als Qas Esima selbst sein soll.


Aus einem Bericht über Qassim (ca. 418 n.P.): Bearbeiten

Die Priester aller Götter bilden eine eigene, verschworene und nicht selten untereinander verschwägerte Gemeinschaft in der Stadt; nur zwei Gruppen sind hier nicht so recht integriert.

Die eine ist die der Priesterinnenschaft der Ischqa Alisa, deren kultische Gebräuche den anderen wohl moralisch fragwürdig erscheinen und insbesondere von der kleinen Gruppe der Aliza-Priesterinnen regelmäßig verdammt wird: Zu den Hochfesten der Göttin zur Tag- und Nachtgleiche im Frühjahr und Herbst wählen die Priesterinnen jeweils einen Gläubigen aus, der dann einer der Hohepriesterinnen beiwohnen muß, die ihrerseits durch das Los bestimmt wurde. Dies geschieht öffentlich im Tempel; zuvor, so konnte ich selbst beobachten, hat der "Erwählte der Göttin", wie ihn die Gläubigen nennen, einen Krug mit einer dampfenden, geheimnisvollen Flüssigkeit zu leeren. Ich hatte den Eindruck, daß diese wohl nicht gerade angenehm schmecke, dafür aber eine beachtlich stimulierende Wirkung habe. Das Rezept aber wollten die Priesterinnen mir auch gegen hohe Bezahlung nicht mitteilen.

Geht aus dieser Verbindung ein Kind hervor - was angesichts des Alters der meisten Hohepriesterinnen nicht allzu wahrscheinlich erscheint, aber wohl doch alle paar Jahre vorkommt - so gilt dies als heilig. Eine Tochter wird zur Tempelhüterin erzogen; mit Erreichen des 21. Lebensjahrs wird sie in den Kreis der Hohepriesterinnen aufgenommen. Söhne dagegen werden zu Tempelwächtern erzogen und in allen Arten des Kampfs ausgebildet; ihre mit einer Priesterin gezeugten Kinder werden ebenso behandelt wie das Kind eines "Erwählten der Göttin".

Auch im übrigen Jahr pflegen die Priesterinnen seltsame Bräuche; ihr Hauptschrein ist Teil des von ihrem Kult betriebenen Hexadoms, und gegen Spenden für den Schrein leisten sie an den meist männlichen Besuchern kultische Dienste spezieller Art. Immerhin können diese sich im Gegensatz zum "Erwählten der Göttin" die betreuende Priesterin selbst auswählen.

Wie gesagt, wendet sich vor allem die Gruppe der Aliza-Priesterinnen gegen diese Bräuche; sie fürchten wohl nicht zu Unrecht Verwechslungen wegen der Namensähnlichkeit der Göttinnen. Tatsächlich haben Hohepriesterinnen der Ischqa ihre Göttin auch schon als den "wahren" Aspekt der Aliza bezeichnet. Und es scheint, als geniesse ihr Kult vielfältige Protektion im Rat der Stadt. Es ist ein beliebtes Spiel in Wahlkämpfen, den Gegenkandidaten als "porcitempa credanto" zu bezeichnen, was ich allenfalls als "Teilzeit-Gläubigen" übersetzen kann und häufig mit einem klaren Hinweis auf Ischqa oder den Hexadom verbunden ist (ich konnte erleben, daß auch weibliche Kandidaten als "porcitempa credantino ischqula" bezeichnet wurden!) - und noch nie sind die Aliza-Gläubigen mit einem ihrer zahlreichen Anträge zur Maßregelung des Ischqa-Kults und zur Schließung der Einrichtungen des Hexadoms durchgedrungen.


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