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INSCRIBE – Ob die tanzende Löwin den Mischwesen oder den Fabelwesen zuzuordnen ist, ist wohl in erster Linie eine Sache der Interpretation, denn für eine genauere Untersuchung fehlen die erforderlichen Informationen.

Sie hat den Oberkörper einer Frau, der in Höhe des Nabels in einen Löwenleib übergeht. Der weibliche Oberkörper ist Überaus attraktiv und verführerisch in seiner völligen Nacktheit. Das edle, feingeschnittene Gesicht wird von schulterlangem Haar umrahmt, das im Tanz wie ein Schleier wirbelt, die grünen Augen haben etwas Bannendes, im Lächeln läßt der sinnliche Mund zwei Reihen kleiner spitzer Zähne sichtbar werden. Der Löwenkörper ist kraftvoll und geschmeidig, der Löwenschwanz endet in einem Organ, das »Blume« genannt wird und einer Orchidee ähnlich ist. Von dieser »Blume« geht eine starke, von I. zu steuernde hypnotische Kraft aus, mit der sie ihre Opfer in den Bann schlagen kann. Sie trägt ständig zwei Schwerter mit nadelspitzen Degenklingen, mit denen sie den Gebannten den Gnadenstoß gibt.

Ihre große Leidenschaft ist der Tanz. Wenn sie sich grazil und majestätisch in Bewegung setzt, dann kann niemand der Faszination ihrer Darbietung widerstehen, die Schwerttanz oder Todestanz genannt wird, weil der Höhepunkt darin besteht, daß sie die gebannten Opfer mittels ihrer Klingen tötet. Ihr Tanz beginnt langsam und zögernd, doch steigert sie sich dabei so sehr in Ekstase, daß sie bald in einen rasenden Wirbel verfällt. Ihre Bewegungen werden so schnell, daß das menschliche Auge ihnen bald nicht mehr folgen kann und die tanzende Löwin für den Betrachter unsichtbar wird. Dies ist der Höhepunkt, der fast immer mit dem Tod des Betrachters endet. Um Opfer anzulocken, versteht es I. auch, sich teilweise in Nebel zu hüllen. Entweder läßt sie nur die Reize ihres weiblichen Körpers sehen oder gar nur die »Blume«, je nachdem, wen sie und auf welche Weise sie jemanden locken will.

Ihr Lebensbereich ist das Weite Land Lorumee, eine der unzähligen Inseln in der Schattenzone. Ihr Tanztempel steht am Ufer vom Leeren See, in den hinab eine Freitreppe führt. Hier wacht sie darüber, daß kein Fremder ihr Hoheitsgebiet ungestraft betritt, und hier hortet sie ihre Schätze, die sie ihren Opfern abgenommen hat. Es handelt sich aber auch um Geschenke, die Bewunderer ihrer Kunst ihr verehrt haben. Denn Inscribe ist nicht ganz unbestechlich, sondern eitel und daher für Schmeichelelen anfällig, so daß sie auch gerne mal eine Darbietung ihrer Tanzkunst gibt, die nicht im Töten der Zuschauer gipfelt. Die Haryien des Nesfar-Stockes machen sich das zunutze und suchen sie auf, um sich von ihr einen Haryion zuspielen zu lassen. Mit dem Leeren See hat es eine eigene Bewandtnis, und so leer, wie sein Name besagt, scheint er nicht zu sein. Denn seit einiger Zeit zeigt seine Oberfläche ein Frauenantlitz, das sogar des Sprechens mächtig ist und mit dem Inscribe ausführliche Gespräche führt.

Mythor-Fundort: 104
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