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Ein Volk von, den Mantarochen ähnelnden, Meeresbewohnern, die ursprünglich von Ynkerhtu stammten, aber aufgrund eines Orakels über den Untergang jener Welt durch ein Tor nach Kiombael flohen.


Lebensweg eines Hyteren Bearbeiten

Ohne dies philosophisch unantastbar behaupten zu wollen, beginnt das Leben eines Hyteren im Rahmen dieser Betrachtung mit der Befruchtung eines Eies in der Mutter durch den Vater. In einer Nacht mit hoher Flut vergräbt die Mutter das Ei im flachen Wasser an einem Sandstrand. Nach etwa 12 Wochen schlüpft das junge Hytere bei Ebbe und krabbelt instinktgetrieben in den Schutz der Dünen. Sein Leben an Land beginnt, es wird meist Larven-Phase genannt. Früher wurden Eier und Jungwesen Opfer zahlreicher Jäger, doch seit sich die Hyteren vom Tier zum intelligenten Lebewesen entwickelten, beschützen die älteren Larven die Eier und ihre jüngeren Geschwister. Das Larvenstadium dauert etwa zwölf Jahre, in denen das Hytere von etwa 15 cm bis auf eine Größe von zwei Metern heranwächst. Eine Geistesentwicklung findet hierbei nur begrenzt statt, das Hytere kann aber in begrenzten Umfang lernen und Werkzeuge benutzen. Die Hyteren-Larve atmet durch Lungen, hat aber auch schon Kiemen angelegt. Die großen Seitenflossen, mit denen erwachsene Hyteren sich durch das Wasser bewegen, sind nur schwach ausgeprägt und mildern höchsten einen Sturz aus mittlerer Höhe, zB von einer Palme. Das Geschlecht ist zu diesem Zeitpunkt weder ausgebildet noch festgelegt. Im Alter von zwölf Jahren beginnen Schleimdrüsen in den Lungen zu arbeiten und produzieren eine Substanz mit der sich das Hytere verpuppt, um ins Erwachsenenstadium überzugehen. Dies passiert auch wieder am Strand, die Kokons werden dabei von der Ebbe ins Meer mitgerissen. In der zweiwöchigen Metamorphose öffnen sich gleich zu Anfang die Kiemen, während die Lungen verkümmern oder andere Funktionen übernehmen. Die Seitenflossen wachsen entsprechend der Körpergröße und die Beine wachsen bis auf einen kleinen Abschnitt an den Füßen zusammen. Erst in der Puppe wird über das künftige Geschlecht des Hyteren entschieden, meist ist dies zufällig, so daß Männer und Frauen in etwa gleicher Zahl entstehen, aber die Puppe kann auch auf Umweltsignale reagieren und ein Geschlecht bevorzugen. Manchmal überschreitet eine Larve das zwölfte Lebensjahr ohne sich zu verpuppen. Trotzdem entwickeln sie eine etwas höhere Intelligenz und nehmen wichtige Stellungen in den Larvenkolonien ein, obwohl auch sie gelegentlich Anleitung durch die Erwachsenen brauchen. Durch die Altlarven werden Erfahrungen in der Kolonie bewahrt und von Generation zu Generation weiter gegeben. Altlarven werden etwa 30 Jahre alt. Die erwachsenen Hyteren leben in tiefen Küstengewässern. Dort bauen sie ihre Städte, die die Zentren der Hyteren-Zivilisation bilden. In den ersten Jahren nach dem Ausschlüpfen wachsen die Hyteren noch bis auf eine Höhe von zweieinhalb Metern. Ihre Seiten flossen sind faltbar und ermöglichen den Hyteren auch auf dem Meeresgrund aufrecht zu stehen, doch bevorzugen sie die Schwebelage. Einige ausgewählte Hyteren halten Kontakt zu ihren Larvenkolonien und leiten deren Anführer mit ihren Rat. Erwachsene Hyteren werden inklusive Larven-Stadium rund 120 Jahre alt. Leidet eine Hyteren-Stadt unter Überbevölkerung und kann nicht erweitert werden, reagieren ältere Hyteren auf Umweltsignale und verpuppen sich erneut. Innerhalb von einem halben Jahr, wachsen sie in ihren Kokons gewaltig an, ihre Arme verkümmern, Beine und Füße wachsen endgültig zusammen und werden länger, wodurch sich ein kräftiger Schwanz entwickelt. Die Seitenflossen werden kräftiger und verlieren dadurch ihre Faltbarkeit. Einige dieser Großen Alten (8 bis 12) tun sich zusammen und nehmen Hyteren aller anderer Stadien mit, um eine neue Kolonie zu gründen. Früher ging dies wegen der landgebundenen Larven nur entlang der Küste, doch inzwischen können die Larven unter Anleitung Schiffe bauen und so auch Überseegebiete erreichen. Ist die neue Kolonie etabliert und stark genug sich selbst zu schützen, wird sie von den Großen Alten verlassen, die sich in das Tiefe Meer zurückziehen, wo sie nach einigen Jahren sterben. Die Legenden berichten, daß sich Hyteren nicht nur bei Überbevölkerung in Große Alte verwandeln können, sondern auch falls die Meeresstädte durch fremde Krieger bedroht sind oder andere Streßfaktoren Schutz erfordern.


Ein Jahr auf Ynkerhtu (Teil 1) Bearbeiten

von Sorem Törsenomm

Es war eine dunkle und stürmische Nacht, aber der Kapitän versicherte mir, daß sein Schiff sicher sei. Zwar entstammte ich einem Volk von Seefahrern, aber in der Schreibstube fühlte ich mich wesentlich wohler als hier auf dem tobenden Meer. Dank der Auskunft des Kapitäns, zog ich mich halbwegs beruhigt in die Achterdeckkabine zurück und in meine Hängematte zurück, doch schlafen konnte ich nicht. Trotzdem war ich sehr verwundert, als ich bei einem erneuten Ausflug an Deck weder die Mannschaft noch die Rettungsboote vorfand. Schockiert wollte ich das Schiff durchsuchen, doch als ich den Niedergang hinunterstieg, ging ein Ruck durch das Schiff und schleuderte mich zu Boden. Ich rappelte mich auf und da sah ich auch schon das Wasser aus den Kielraum hochsteigen. Da nutzten alle meinen geistigen Übungen nichts mehr. Erfüllt von Panik lief ich wieder nach oben und ohne lange nach zu denken sprang ich über die Reling. Als ich wieder zu mir kam lag ich auf einem weißen Sandstrand und Wasser umspülte meine Beine. Das Gleißen der warmen Sonne blendete meine verkrusteten Augen und minutenlang spie ich salziges Meerwasser aus. Mühsam erhob ich mich und sah mich erstmal gründlich um. Viel zu sehen war da nicht, das unendliche erscheinende Meer auf der einen Seite, palmenbewachsende Dünen auf der anderen und dazwischen in beiden Richtungen Strand so weit meine Augen reichten. Wo war ich hier nur gelandet? Das entsprach alles so gar nicht den schroffen Küsten und dem kühlen Klima meiner Heimat. Ich entledigte mich zunächst der letzten Fetzen meiner schweren Reisekleidung und wusch mir den Sand und das Salz vom Körper. Das brachte mich hinreichend wieder zu Verstand, um mir Sorgen über meine Ernährung zu machen, denn soviel Wasser es hier auch gab, war es doch leider ungenießbar für mich. Also marschierte ich quer über den Strand zu den Dünen und bekam dort endlich wieder etwas Schatten. Dort fand ich zwar auch nach längerem Suchen keine Quelle, aber ich entdeckte hoch oben auf den Palmen einige Früchte, die im Inneren eine wohlschmeckende Milch hatten. Die Kletterei war in meinem geschwächten Zustand recht gefährlich, aber in meiner Heimat wurden selbst jene Jungen in die Masten der Schiffe gejagt, die später nicht zur See fahren wollten. Ich überstand die Nahrungsbeschaffung ohne weitere Blessuren, schlug mir den Bauch mit diesen Früchten voll und schlief unter Palme ein. Tief und erholsam war mein Schlaf und als ich wieder erwachte, war es bereits dunkel. Der Himmel war mit Sternen übersät und der Mond stand voll über dem Horizont. Auf dem Rücken machte sich ein Sonnenbrand unangenehm bemerkbar, den ich mir trotz des schattigen Plätzchens während meines Schlafes geholt hatte. Fluchend, weil ich nicht daran gedacht hat, wo meine helle Haut doch bekanntlich so empfindlich ist, beschloß ich ein kleines Nachtbad zu nehmen und den Brand so zu kühlen. Die Flut hatte das Meer bis fast an die Dünen geschoben, langsam machte ich die ersten Schritte, dann ließ ich mich ins Wasser sinken, das leider gar nicht so kalt war, wie ich gehofft hatte. Mit kräftigen Zügen schwamm ich parallel zum Strand durch das vom Mond erhellte Meer. Dann sah ich plötzlich einen Schatten unter mir. Ein Hai war mein erster Gedanke und voller Angst schwamm ich so schnell ich es vermochte zum Strand zurück. Keuchend kam ich oberhalb der Wasserlinie zu stehen. Als das Herzklopfen nachließ wurde mir nun bewußt, daß der Schatten keinesfalls haiförmig gewesen war, er war deutlich breiter als lang gewesen. Vorsichtig ging ich wieder ein paar Schritte ins Wasser, in der Hoffnung das Tier wiederzusehen und identifizieren zu können. Ich entdeckte es im flachen Wasser ein wenig den Strand entlang. Es schien sich, soweit es erkennbar war, um einen großen Rochen zu handeln, harmlose Tierchen soweit ich wußte, daher ging ich noch näher ran. Anscheinend grub es im Grund, der Schlamm war um das Tier rum sehr aufgewühlt. Ein paar Schritte noch, im Vollmond konnte ich den Rochen nun deutlich erkennen. Er war etwa zweieinhalb Meter lang, die Spannweite betrug fast das doppelte, die Oberfläche war dunkel, schwarz vielleicht ein wenig bläulich. Plötzlich richtete sich das Tier halb auf und ich starrte in zwei Augen so tief wie der Ozean. Die Unterseite des Rochens war weiß und zu meinem tiefen Entsetzen hatte er Arme und Hände! Bevor ich noch begreifen konnte was ich sah, durchfuhr mich ein Schmerz, wie ein Hammerschlag mitten in den Kopf und ich verlor das Bewußtsein. Als ich wieder zu mir kam lag ich auf einem weißen Sandstrand und Wasser umspülte meine Beine. Ein deja vu wie es im Buche steht, ich hasse das. Ebenso das dumpfe Dröhnen in meinem Schädel mit einem gelegentlichen leichten Kribbeln. Als ich langsam die Augen öffnete glaubte ich den weiteren Ablauf zu können, doch auf das was ich sah, war ich dann doch nicht vorbereitet. Aber was war es eigentlich? Es wirkte stark fischig, stand aber auf zwei Beinen und hatte einen Speer in den Händen. Das breite Maul, vielleicht sollte ich Mund sagen, lag ob auf dem Kopf, zwischen den beiden Stielaugen, aus denen mich das Wesen anstarrte. Es war nackt, die Vorderseite weiß mit schwarzen Flecken, die Rückenseite bläulich schwarz. Auf der Brust konnte ich V-förmige Kiemenöffnungen erkennen, an den Seiten hingen flügelartige Hautlappen schlaff hinunter. Es ähnelte doch deutlich dem Tier aus meinem wohl-doch-nicht-Traum, war aber insgesamt deutlich kleiner, so um eineinhalb Meter. Langsam, um keine agressive Reaktion zu provozieren, erhob ich mich. wobei ich durch vorzeigen meiner leeren Hände meine friedlichen Absichten kundtat. Trotzdem sprang das Wesen zurück und stieß eine Pfeifton aus. Es ging schnell noch weiterrückwärts doch stoppte dann abrupt und wandte sich in Richtung Meer. Dort war im flachen Wasser noch immer das rochenartige Wesen. Die beiden schienen in stummer Zwiesprache zu stehen und plötzlich wurde mir auch klar was das Kribbeln im Kopf zu bedeuten hatte. Zumindest einer dieser beiden Wesen war ein Telepath! Ich beschloß das Risiko einzugehen und öffnete meinen wohl verschlossenen Verstand ein wenig. Sofort drang eine Flut von Bildern auf mich ein. Stunden später waren wir ein paar wichtige Schritte vorangekommen. Die Wesen hatten gelernt, mich nicht zu überfordern und ich konnte mich halbwegs ausdrücken, ohne abstrakte Begriffe zu benutzen. Denn anscheinend benutzten diese Wesen keinerlei Begriffe, wo es auch ein direktes Bild täte. So hatten sie auch keine Namen, sondern übermittelten ein Bild der schwarzen Flecken auf der Brust. Ich lernte in den folgenden Tagen, daß das die beiden Wesen lediglich Entwicklungsstadien desselben Volkes waren. Natürlich hatten sie auch für ihr Volk keinen Namen, ich beschloß sie wegen ihrer einzigartigen Verbindung von Wasser und Land Hyteren zu nennen. Die Landhyteren waren eine Art Larvenstadium, sie waren nicht so intelligent, konnten aber relativ unanhängig leben. Während dieser Tage am Strand wurde ich von einigen versorgt, während ich mit dem "erwachsenen" Hyteren im Wasser redete, wenn reden auch das falsche Wort hierbei ist. Mir gefiel dieses seltsame fremde Volk und ich beschloß eine Weile bei ihnen zu leben und sie zu studieren. (Fortsetzung folgt)


Ein Jahr auf Ynkerhtu (Teil 2) Bearbeiten

von Sorem Törsenomm

Nach den Tagen am Strand verstand ich die Hyteren recht gut, umgekehrt war es noch schwieriger, weil das Denken in Worten soviel schwieriger für die Hyteren war, als für mich deren Bilder. Zu den interessantesten Dingen, die ich lernte, gehört sicherlich die Entwicklung eines Hyteren. Ich hatte bereits erwähnt, daß die Landhyteren lediglich ein Vorstadium des im Wasser lebenden erwachsenen Hyteren sind. Doch es gab da noch einiges mehr und möchte es an dieser Stelle berichten.

Ohne dies philosophisch unantastbar behaupten zu wollen, beginnt das Leben eines Hyteren im Rahmen dieser Betrachtung mit der Befruchtung eines Eis in der Mutter durch den Vater. In einer Nacht mit hoher Flut vergräbt die Mutter das Ei im flachen Wasser an einem Sandstrand. Jetzt wurde mir auch klar wobei ich die Hytere in der Nacht meiner Ankunft gestört hatte und konnte ihr den Angriff nicht mehr übel nehmen. Nach etwa 12 Wochen schlüpft das junge Hytere bei Ebbe und krabbelt instinktgetrieben in den Schutz der Dünen. Sein Leben an Land beginnt, dies ist die Larven-Phase, die ich schön erwähnte. Früher wurden Eier und die jungen Larven Opfer zahlreicher Jäger, doch seit sich die Hyteren vom Tier zum intelligenten Lebewesen entwickelten, beschützen die älteren Larven die Eier und ihre jüngeren Geschwister. Das Larvenstadium dauert etwa zwölf Jahre, in denen das Hytere von etwa 15 cm bis auf eine Größe von zwei Metern heranwächst. Eine Geistesentwicklung findet hierbei nur begrenzt statt, das Hytere kann aber in begrenzten Umfang lernen, Werkzeuge benutzen und auch Nutztiere züchten. Die Hyteren-Larve atmet durch Lungen, hat aber auch schon Kiemen angelegt. Die großen Seitenflossen, mit denen erwachsene Hyteren sich durch das Wasser bewegen, sind nur schwach ausgeprägt und mildern höchsten einen Sturz aus mittlerer Höhe, zB von einer Palme. Das Geschlecht ist zu diesem Zeitpunkt weder ausgebildet noch festgelegt. Im Alter von zwölf Jahren beginnen Schleimdrüsen in den Lungen zu arbeiten und produzieren eine Substanz mit der sich das Hytere verpuppt, um ins Erwachsenenstadium überzugehen. Dies passiert auch wieder am Strand, die Kokons werden dabei von der Ebbe ins Meer mitgerissen. In der zweiwöchigen Metamorphose öffnen sich gleich zu Anfang die Kiemen, während die Lungen verkümmern oder andere Funktionen übernehmen. Die Seitenflossen wachsen entsprechend der Körpergröße und die Beine wachsen bis auf einen kleinen Abschnitt an den Füßen zusammen. Erst in der Puppe wird über das künftige Geschlecht des Hyteren entschieden, meist ist dies zufällig, so daß Männer und Frauen in etwa gleicher Zahl entstehen, aber die Puppe kann auch auf Umweltsignale reagieren und ein Geschlecht bevorzugen. Manchmal überschreitet eine Larve das zwölfte Lebensjahr ohne sich zu verpuppen. Trotzdem entwickeln sie eine etwas höhere Intelligenz und nehmen wichtige Stellungen in den Larvenkolonien ein, obwohl auch sie gelegentlich Anleitung durch die Erwachsenen brauchen. Durch die Altlarven werden Erfahrungen in der Kolonie bewahrt und von Generation zu Generation weiter gegeben. Altlarven werden etwa 30 Jahre alt. Die erwachsenen Hyteren leben in tiefen Küstengewässern. Dort bauen sie ihre Städte, die die Zentren der Hyteren-Zivilisation bilden. Die Hytere übermittelte mir ein paar Bilder der Stadt vor dieser Küste und nun lechzt alles in mir danach diese wunderschöne Stadt in der Tiefe selbst zu sehen, doch wird mir dieses Wunder wohl verwehrt bleiben. In den ersten Jahren nach dem Ausschlüpfen wachsen die Hyteren noch bis auf eine erstaunliche Höhe von zweieinhalb Metern. Ihre Seitenflossen sind faltbar und ermöglichen so den Hyteren auch auf dem Meeresgrund aufrecht zu stehen, doch bevorzugen sie die "Schwebelage". Einige ausgewählte Hyteren halten Kontakt zu ihren Larvenkolonien und leiten deren Anführer mit ihren Rat. Erwachsene Hyteren werden inklusive Larven-Stadium rund 120 Jahre alt. Leidet eine Hyteren-Stadt unter Überbevölkerung und kann nicht erweitert werden, reagieren ältere Hyteren auf Umweltsignale und verpuppen sich erneut. Innerhalb von einem halben Jahr, wachsen sie in ihren Kokons gewaltig an, ihre Arme verkümmern, Beine und Füße wachsen endgültig zusammen und werden länger, wodurch sich ein kräftiger Schwanz entwickelt. Die Seitenflossen werden kräftiger und verlieren dadurch ihre Faltbarkeit. Einige dieser Großen Alten (8 bis 12) tun sich zusammen und nehmen Hyteren aller anderer Stadien mit, um eine neue Kolonie zu gründen. Früher ging dies wegen der landgebundenen Larven nur entlang der Küste, doch inzwischen können die Larven unter Anleitung Schiffe bauen und so auch Überseegebiete erreichen. Ist die neue Kolonie etabliert und stark genug sich selbst zu schützen, wird sie von den Großen Alten verlassen, die sich in das tiefe Meer zurückziehen, wo sie nach einigen Jahren sterben. Das wird zumindest vermutet, denn noch keines dieser gigantischen Wesen ist je zurückgekehrt. Die Hytere berichtete mir, daß der Aufbruch einer Kolonisierungsgruppe unmittelbar bevorsteht, da die Meeresbucht an der ich mich befand bereits von zu vielen Hyteren bewohnt wird. Die Legenden berichten, daß sich Hyteren nicht nur bei Übervölkerung in Große Alte verwandeln können, sondern auch falls die Meeresstädte durch fremde Krieger bedroht sind oder andere Streßfaktoren Schutz erfordern. Aber dazu konnte mir niemand genaueres mitteilen.

Ich hoffe, ich habe den geehrten Leser nicht gelangweilt, doch man kann die Hyteren nicht verstehen, ohne das Wissen um ihre Entwicklung. Während ich dies niederschrieb, hatte ich den Strand bereits längst verlassen und sitze in einem kleinem Haus in der Larvenkolonie. Die Kolonie ist gewaltig groß, ich war nicht in der Lage sie schon vollständig zu besichtigen. Im Grunde unterscheidet sich die Kolonie kaum von einer menschlichen Stadt, aber die Häuser werden fast ausschließlich als Wohnhäuser und Werkstätten genutzt und sind alle sehr einfach gehalten. Vergnügungsstätten, Regierungsprunkbauten oder auch nur Handelshäuser gibt es nicht. Letzteres ist besonders interessant, denn unter den Larven scheint der Handel völlig unbekannt. Was immer gebraucht wird, produziert die Larve mit den entsprechenden Fähigkeiten und gibt es denjenigen, der es braucht. Die Fragen, die jedem Menschen dabei sofort in dem Sinn kommen müssen, stellen sich den Hyteren-Larven nicht, Faulheit, Neid und Gier sind ihnen unbekannt. Ich lebte nun in dieser Stadt und begann alles aufzuzeichnen, was ich über die Hyteren erfuhr. Ich bekomme von den Larven was ich benötige und als Gegenleistung habe ich es übernommen, die Hyteren zu beraten und für sie zu übersetzen, sollten sich Kontakte zu menschlichen Völkern ergeben. In diesem ersten Monat in dem ich in Hyterelis, wie ich die Stadt nannte, lebte begannen die Larven tatsächlich, ins Umland auszuschwärmen und weite Gebiete zur Versorgung und Absicherung der Brutstätten unter Kontrolle zu bringen. Dabei wurde auch mit anderen Kolonien entlang der Küste zusammengearbeitet und so konnten große Heere aufgestellt werden, um möglichst viel Land einzunehmen. Wer nun glaubt, die Hyteren haben überhaupt keine Schwächen, der irrt. Ihre größte Schwäche dürfte mit Sicherheit Gold sein. Dies aber nicht im herkömmlichen Sinne, vielmehr können sie es einfach nicht ertragen. Die Gründe konnte ich noch nicht in Erfahrung bringen, aber man kann tatsächlich Hyteren-Larven mit großen Mengen Gold in die Flucht schlagen. Man berichtete mir, daß in alten Zeiten ein menschlicher Herrscher genug Gold in seinen Besitz brachte, daß er in regelmäßigen Abständen an der Grenze zur Kolonie meterhohe Türme aus purem, massiven Gold errichten ließ, um die Hyteren einzusperren. Später trachtete er sogar danach die Hyteren zu vernichten und so lud er die Goldtürme auf Karren und ließ sie immer näher an Hyterelis heranschieben. Die Larven wurden immer mehr an der Küste zusammengedrängt und wären fast vernichtet worden, wäre der Herrscher nicht gestorben und durch einen freundlicheren Menschen ersetzt worden.

(K)Ein Jahr auf Ynkerhtu (Teil 3) Bearbeiten

von Sorem Törsenomm

Viel war im letzten Mond geschehen. Die Hyteren-Larven hatten die Küste weit hinter sich gelassen und selbst Hügelland erobert. Sogar die erwachsenen Hyteren verstanden die Instinkte nicht, welche die Larven zu derartigen veranlaßte. Den meisten Erwachsenen ist es auch völlig gleichgültig, sie leben ihr Leben unter Wasser und kümmern sich nicht um die Belange des Nachwuchses. Für heute hatte mir einer der Larven-Lehrer eine Überraschung versprochen und mich gebeten früh am Morgen an den Strand zu kommen. Ich ließ mich nahe der Wasserlinie nieder und wartete. Schon bald sah ich eine Bewegung im Wasser und spürte auch sogleich das tastende Kribbeln in meinem Kopf, daß einer gedanklichen Kommunikation mit einem Hyteren stets voranging. Der Hytere bat mich, meinen Körper in eine bequeme Ruhelage zu bringen, was mich ziemlich erstaunte. Ich kam der Bitte trotzdem nach und legte mich in den Sand. Als nächstes erinnerte mich der Hytere an ein Gespräch vor einigen Wochen, während der er bei mir den Wunsch verspürt hatte die Stadt unter dem Meer zu sehen. Nun konnte er mich nicht mitnehmen, doch offerierte er mir eine andere Möglichkeit, die ich jedoch zunächst nicht verstand. Doch ich stimmte zu und plötzlich sah ich mich selbst am Strand liegen. Ich spürte die Wellen um meine Flossen(?) fließen und das Wasser durch meine Kiemen(?) strömen. Ich brauchte einen Augenblick, um zu begreifen, daß ich irgendwie im Körper des Hyteren steckte. Als ich mich an die Situation gewöhnt hatte, drehte ich mich ohne mein eigenes Zutun um und schwamm aufs Meer hinaus. Ich war versucht, den Atem anzuhalten, als ich in die Tiefe glitt, doch scheiterte ich mangels funktionierender Lungen. Im Hintergrund meines Verstandes spürte ich so etwas wie Amüsiertheit. Es war eine phantastische Reise durch die Unterwasserwelt, ich (wir?) begegnete Fischschwärmen, Meeresschildkröten und sogar einer Gruppe Delfine. Mehrmals schwamm ich auch dicht an anderen Hyteren vorbei, die reglos im Wasser schwebten Ich begriff, daß diese eine Kette bildeten und so die begrenzte telepathische Reichweite der Hyteren verlängerten. Immer tiefer ging es, bis nur noch wenig Sonnenstrahlen durchdrangen. Doch plötzlich sah ich in der Ferne, soweit ich das unter Wasser bestimmen konnte, Lichter erscheinen. Als ich näher schwamm war es als ob sich Nebel lichtete und vor mir lag eine gewaltige Stadt. Sie bestand aus Häusern und Türmen unterschiedlichste Form und Größe Die Stadt war ohne jede Ordnung erbaut wurden, da keine Rücksicht auf bodengebundene Bewohner genommen werden mußte. Die Hauser bestanden aus einem milchig kristallinen Material, das aus dem Inneren eine sanftes Licht durchdringen ließ Es war ein herrlicher Anblick, der sich einfach nicht in Worte fassen läßt Wie im Traum glitt ich durch diese herrliche Stadt, doch viel zu schnell mußte ich wieder zurück an den Strand, weil dem Hyteren die Kräfte schwanden. Nach diesem einmaligen Erlebnis schwankte ich einige Zeit zwischen ekstatischer Freude auf Grund der Erinnerung und tiefer Depression, weil ich diese Schönheit nie am eigenen Leib erleben können sollte. Dann kamen die ersten menschlichen Händler nach Hyterelis und boten ihre Waren an. Für die Larven war dies eine völlig neue Erfahrung, aber ich konnte ihnen das Konzept erklären. Tatsächlich kauften ihre Handwerker einige Materialproben, aber auf den Luxuswaren blieben die enttäuschten Händler sitzen. Doch mit den Händlern gelangten auch Gerüchte nach Hyterelis. Eines davon besagte, daß die weisen Orakel den Untergang dieser Welt vorhergesagt hatten. Ich war zutiefst erschrocken, denn diese Gerüchte deckten sich mit eigenen Beobachtungen, die ich jedoch zu vor nicht deuten konnte, vielleicht auch unbewusst nicht zu deuten wagte. Ich lief zum Strand und schrie gedanklich nach den Larven- Lehrern. Als sie schließlich kamen, berichtete ich ihnen, was ich erfahren hatte. Ihre von Panik erfüllten Gedanken brandeten durch meinen Kopf so da5 ich sie abblocken mußte Wie auf ein Kommando verschwanden die Hyteren wieder ins tiefe Wasser und ließen mich ratlos zurück. Es vergingen mehrere Tage in denen ich versuchte, eine dienstbaren Geist zu beschwören, der mir einige Fragen beantworten sollte. Durch meinen aufgewühlten Zustand machte ich jedoch einen Fehler, der fast mein Ende gewesen wäre. Gerade noch rechtzeitig und mit letzter Kraft gelang es mir, den Geist zu bannen. Schließlich bemerkte ich, daß die Aktivitäten der Larven in Hyterelis stark zunahmen. Ich lief hinaus und versuchte in Erfahrung zu bringen was dies zu bedeuten hatte. Dies gelang mit ziemlicher Mühe, denn Larven und Hyteren waren gleichermaßen aufgeregt und dann fiel es ihnen immer schwer sich mit mitzuteilen. Wie ich erfuhr wollten die Hyteren alle verfügbaren Ressourcen in die neue Kolonieflotte stecken, die bereits seit einiger Zeit vorbereitet wurde. Nun sollten noch schnell einige weitere Larven-Schiffe gebaut werden, um die Erfolgschance der neuen Kolonie zu erhöhen. Ich war zunächst verwirrt, denn wo sollte eine neue Kolonie den Weltuntergang überleben können, doch dann erfuhr ich von einem Larven-Lehrer, daß den Hyteren ein Tor in eine andere Welt bekannt war, daß in regelmäßige zeitlichen Abständen unweit dieser Kolonie erschien. Die nächste Möglichkeit das Tor zu passieren, war in weniger als zwei Monden und es war beschlossen wurden so viele Hyteren wie möglich in die Fremde zu schicken, hoffentlich bevor sich das Schicksal Ynkerhtus erfüllte. Zu meiner Freude war es mir gestattet wurden mit den Larven-Schiffen zu fahren. Gerade noch rechtzeitig brachen wir auf. Ich stand an Bord des ersten Schiffes und blickte in Fahrrichtung, auf der Suche nach einer Spur von diesem geheimnisvollen Tor. Statt dessen sah ich plötzlich einen gigantischen Schatten unter der Oberfläche. Zum ersten Mal sah ich eines dieser Wesen, die ich Große Alte getauft hatte, als mir der Larven-Lehrer damals von jenen Hyteren erzählte, die sich im hohen Alter statt zu sterben verpuppten und zu riesigen Wächtern neuer Hyteren-Kolonien heranwuchsen. Bewundernd beobachtete ich dieses Wesen und hätte fast die Nebelbank übersehen, auf die die Flotte zu steuerte. Als wir sie durchquert hatten, war es plötzlich dunkel und die Sterne standen anders, als in der Nacht zu vor. Ich wußte daß wir das Tor passiert hatten und nun in einer anderen Welt waren. Die Luft war deutlich kälter, ähnlich wie in meiner verlorenen Heimat und allein das gab mir schon Hoffnung für die Zukunft.