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Der Hexadom ist ein legendenumranktes uraltes Gebäude im Hafenviertel von Qassim, das sich seit Menschengedenken im Besitz des Kultes der Ischqa Alisa befindet.

Aus dem Bericht eines Reisenden über die Stadt Qassim (ca. 418 n.P.):

Die Hafenvorstädte werden teilweise auch als "die Neuen Stadtteile" bezeichnet, was aber nur zum Teil richtig ist; schließlich sind sie organisch aus den Siedlungen der angeworbenen Hafen- und Werftarbeiter, dem Fischerdorf Vesca in der Nachbarbucht und nicht zuletzt aus dem traditionsreichen Vergnügungsviertel um den Hexadom entstanden, der ältesten Hafenschenke Qassims. Der Hexadom erhielt seinen Namen von seiner sechseckigen Form; errichtet auf einer uralten Ruine unbekannter Herkunft, wie es heißt, zeichnet sich seine Architektur vor allem durch die riesigen schwarzen Quader aus, die in späterer Zeit mit Ziegelmauern ergänzt wurden. Der Hexadom war in seiner langen Geschichte zunächst Hafenschenke, später Bordell und Spielsalon; noch heute ist er ein der Ischqa geweihter Schrein, darin auch eine der besten und teuersten Schänken der Hafenvorstädte, mit verschiedenen Spiel- und Nebenzimmern, sowie eine die Zimmer auch stundenweise vergebenden Herberge.

In der Nähe des Hexadoms liegt das Kleine Labyrinth, ein Bezirk enger Gassen; auf der anderen Seite des Haupthafens, im Oklis der Stadt, befindet sich der offiziell als Fokobezirk, inoffiziell als Großes Labyrinth bezeichnete Stadtteil. Beide haben eine ähnliche Geschichte: Bereits in der Frühzeit der Stadt, so wurde mir berichtet, als Freigelassenensiedlung bzw. Dorf armer Hafenarbeiter und Fischer entstanden, sind die Parzellen klein und stehen die Häuser eng beieinander. In späteren Zeitenerlebten die Siedlungen immer wieder kleine Blütezeit, florierende kleine Werkstätten entstanden, kleine Schenken und andere Etablissements für die Matrosen, Herbergen für die weniger vermögenden Reisenden und so weiter. Doch der zur Verfügung stehende Platz war beschränkt; auf der einen Seite der sandige Strand, auf der anderen städtischer Grund, auf dem jede Hütte umgehend wieder abgerissen wurde, von der dritten Seite herandrängende andere Vororte oder Werftanlagen. Also stockte man die Hütten auf. Einige brachen unter der Last zusammen, andere wurden von vornherein neu errichtet. Einigen wenigen gelang es, dem Nachbarn Grund abzukaufen, doch je näher der eigentlichen Stadt, desto begehrter und deshalb teurer wurde der Baugrund. Also knappste man eben etwas von der Straße ab, bis einige Gassen schließlich zu eng für Fahrzeuge wurden. Heute sind diese völlig ohne jede Stadt- oder Straßenplanung entstandenen Bezirke ein Gewirr enger Gassen und schmaler, hoher Häuser mit überhängenden Obergeschossen. So manche Gasse endet plötzlich an einer Hauswand oder führt zu einem Durchgang, soe eng, daß ihn ein etwas beleibteres Mitglied der Gesellschaft schon nicht mehr passieren könnte. Dazwischen öffnen sich überraschend Plätze, wo ein eingestürztes Gebäude nicht wieder aufgebaut wurde; die Balken und Steine der Ruine sind längst anderswo verbaut. Zum Teil hängen die Gebäude links und rechts soweit über, daß sie sich fast berühren; an einigen Stellen teilen sich die gegenüberliegenden Häuser tatsächlich ein über die Straße hinweg gebautes Obergeschoß. Heute sind die "Labyrinthe" eine seltsame Mischung aus Armenviertel, billigem Vergnügungsviertel und geschäftigem Basar, auf dem auch nicht ganz so saubere Geschäfte abgewickelt werden - also genau das, was sie eigentlich immer schon waren. Es gibt dort einzelne finstere Ecken, in die sich die Stadtwachen selbst in Gruppen nur ungern wagen.

Zwischen oder um diese beiden pittoresken Bezirken liegen der direkt an die Hauptwerften anschließenden Rosmarobezirk, wo vor allem Schiffbauer und Stauer wohnen, das Truto mit dem Neuen Fischmarkt, das Scharqo mit den gehobeneren, aber nicht so traditionsreichen Vergnügungsbetrieben und der Freihafenzone und das vor allem von Matrosenfamilien und Kleinhändlern bevölkerte Testudo, jeder Bezirk mit seinem eigenen zentralen Platz, der den gleichen Namen wie der Bezirk trägt.


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