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Harrin j'Arvis
Harrin-j-Arvis

Harrin j'Arvis. Bild: Uta Hesse

- Sklave in Borgon Dyl

Im Schatten der Macht Bearbeiten

„Unbedeutend für die Welt, aber bedeutend für das Leben mancher sind die kleinen Ereignisse. Leben können dadurch verändert werden, wie auch durch die weltbewegenden Geschehen“

Myrthan n'Gedjii von Farathon


Sein Name war Harrin j'Arvis. Seit frühester Jugend, noch bevor man ihn mit einer Tätowierung gezeichnet hatte, war er Sklave im Hause des Jalgor y'Ledor, Handelsfahrer und Kaufherr in Ormarad gewesen. Seinen ersten Herrn, dem auch seine Eltern, wie er Sklaven von Geburt, gedient hatten, und jene hatte er längst vergessen.

Er lebte, wie er es gewohnt war, verrichtete niedere Hausarbeit und, was ihm am liebsten war, Stallarbeit. Pferde liebte er, weil sie, anders als Menschen, nicht grausam sein konnten und genauso geschlagen wurden wie er. Denn sein Herr war streng und erlaubte keinen Widerspruch, ebenso, als er ihn an einen Händler verkaufte, denn Barlam von Magnadon hatte offenen Handel mit Sklaven innerhalb der Stadtmauern verboten.

Harrin wurde überrascht und konnte nicht einmal seine wenigen Habseligkeiten zusammenraffen. Ehe er es sich versah, wurde er in die Sklavengehege des Händlers geschafft, wo er auf den alten "Wiesel" traf, einen undurchdringkichen Borgon Dun, der recht viel wusste und zudem noch mit allen Wassern gewaschen schien. Auch auf dem Schiff waren sie nebeneinander angekettet und Wiese erzählte viele Dinge, von denen Harrin noch nie etwas gehört hatte.

Der Sklavenmarkt in Ormarad befand sich noch innerhalb der Stadt, wie Harris feststellen musste, und viel Volk hielt sich hier auf, die die menschliche Ware interessiert musterte....

Auch die Stadthalterin selber war darunter und erwarb "Wiesel", was Harrin sehr verwunderte, gab sich der Alte doch in der Tat als Pferdeknecht aus - was nicht wahr sein dürfte.

Er selber wartete bis zum späten Nachmittag, bis sich ein bulliger Adeliger für ihn interessierte, der Deggon y'Taytris hiess. Obgleich nicht von edlem Blute, so war er doch gekleidet wie einer. Der Handel war fast perfekt, aber eine junge Frau fuhr dazwischen, deren Name er erst später erfuhr. Sie erwarb ihn zu einem weit höheren Preis und liess ihn am Abend in ihre Villa - ein einfaches Stadthäuschen - bringen...

Harrin kam das alles seltsam vor, aber er nahm sein Schicksal als Sklave hin - was zählte es schon, der Sklave eines Mannes oder einer Frau zu sein, das kam auf das Gleiche heraus. Von Sartak, dem Hausverwalter der selber ein Sklave war, erfuhr er dann, dass ein Schwesternpaar ihn erworben hatte, Tayris und Silleya n'Oycerra, die letzten Überlebenden ihrer Familie, die ein kleines aber profitables Handelshaus besassen.

Nun, das alles interessierte Harrin nicht, fühlte er sich hier doch nicht heimisch und in der Nacht gestört von Lärm, der von draussen in seine kleine Kammer drang...

Ebensowenig, als er sich am nächsten Morgen seiner neuen Herrin vorstellte, und dann zum Haus des Richters gebracht wurde, um eine neue Tätowierung zu erhalten - die seiner neuen Besitzer...

((Fortsetzung folgt)) .