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Fluglinge

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Vom Flug des Fluglings Bearbeiten

(Squärdrumen, Kiombael)

Heute war ein großer Tag für den kleinen Flugling. Zum erstenmal verließ er das elterliche Nest in den Ästen einer Sauerweide ganz allein, ohne Begleitung seiner Mutter oder der Geschwister.

Prüfend schlug der kleine Nager ein paar Mal mit den ledrigen Flügeln und ließ sich schließlich mit einem freudigen Quieken vom Ast der Weide fallen. Erst kurz vor dem Boden breitete er seine Schwingen aus und glitt über den Sumpf dahin. Hier und da schnappte er sich ein unglückliches Insekt und stillte so seinen Hunger.

Nachdem so einige Zeit ziellos umher geflogen war, floh der Flugling den dünnen Nebeln des Sumpfbodens. Hoch oben in der Luft gab es zwar weniger Opfer seiner Fangkünste, dafür aber einen weiten Blick über die prächtige Schlammlandschaft.

Doch lange konnte er hier nicht verweilen, stets war er in Gefahr von einem Schlammhabicht erspäht zu werden, der auf der Suche nach kleineren Fliegern in großer Höhe über den Sumpf schwebte. So suchte er schnell ein interessantes Flugziel aus und stieß wieder hinab in die Tiefe. Geschickt wich er dort einigen dichteren Nebelschwaden aus, in denen oft Nebelgleiter, eine fleischfressende Pflanzenart, auf eine weniger vorsichtiger Beute wartete.

Zügig flog der kleine Flugling seinem neuen Ziel entgegen. Am fernen Horizont hatte er auf einem entfernten Felsplateau ungewohnte Aktivitäten erspäht und seine Neugier trieb ihn nur näher. Er umkurvte einige Bäume, flog durch die langen Beine einer Herde Schlickschlenderer und gewann erst in unmittelbarer Nähe des Plateaus wieder an Höhe.

Dieses war eine natürliche trockene Erhebung mitten im Sumpf. Seit seinem letzten Vorbeiflug war einiges geschehen, das Plateau wimmelte von seinen entfernten Vettern. Sie waren recht groß hatten aber keine Flügel und konnten deshalb nur gefährlich werden, wenn er zu nahe ranflog, die Erfahrung hatte er bereits gemacht. Die Vettern waren emsig beschäftigt, sie hatten bereits einen Wall am Rande des Plateaus angelegt und mehrere große Gebäude errichtet. Neben einem von mehreren kleinen Türmen, überflog der Flugling den Wall und tauchte ein in das dahinterliegende Wirrwarr aus Gebäuden.

Aus dem ersten Haus drangen hallende Geräusche. Vorsichtig schaute er hinein und sah, wie gut ein Dutzend braunfelliger Vettern auf mit großen Hämmern auf glühendes Metall einschlugen. Weiter flog der kleine Flugling und kam zu einem Gebäude mit einem Hof, auf dem andere Vettern Bäume zerteilten. Er wurde ein wenig traurig bei diesem Anblick, denn er liebte die Bäume des Sumpfes sehr.

Aus dem nächsten Haus drang ein sehr verlockender Geruch und so mißachtete er die Gefahr und flog hinein. Hier lagerten seine Vettern offenbar Futter in großen Mengen, einige waren damit beschäftigt es in heißem Wasser zu kochen oder am Spieß zu braten. Dich unter dem Dach drehte der kleine Flugling ein paar Runden, dann hatte er etwas erspäht und stürzte hinab. Er griff sich einen Apfel und beschleunigte Richtung Ausgang, hinter ihm begannen seine Vettern aufgeregt zu quieken. Nahe der Tür standen plötzlich zwei schwarze Vettern, erschrocken versuchte der Flugling an Höhe zu gewinnen. Freudig jauchzte er, ein schöner Apfel war genau das was ihm an diesem Tag noch gefehlt hatte. Mit kräftigen Flügelschlägen flog er davon, doch plötzlich durchbohrte ein Ast mit hoher Geschwindigkeit seinen rechten Flügel und der Flugling schrie schmerzerfüllt auf. Zunächst stürzte er unaufhaltsam dem Boden entgegen, doch dann besann er sich trotz seiner Panik und schlug wenigstens mit dem linken Flügel, was den Sturz ausreichend bremste. Als er langsam auf dem Boden aufprallte weinte der kleine Flugling vor Schmerz und Angst. Er sah sich um als er Schritte hörte. Ein Schwarzer kam auf ihm zu und des Fluglings einzige Hoffnung war, daß die Warnungen der Mutter übertrieben waren. Doch der Schwarzfellige hob ihn einfach nur hoch und steckte seinen Kopf ins Maul. Als der Biß kam war der kleine Flugling gnädigerweise bereits ohnmächtig geworden.
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