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Zur Entstehung der Tiefebene Dondras Blitz, die im Zentrum der Einhorninsel die Schwertberge vom Schildmassiv trennt, gibt es viele Legenden.

Die im Folgenden wiedergegebene Fassung eines Gelehrten aus Vanxor folgt der im Imperium von Caranar allgemein anerkannten Überlieferung.

Die Geschichte Zhaketias zu PondaronBearbeiten

verfasst durch Kal'mon von den Tir-Moytek, Chronist zu Vanxor

Nachdem Mythor und Luxon zu Allumeddon die Alte Ordnung zu Fall gebracht hatten, zerfiel das einst so gewaltige Zhaketer-Reich schnell in einen Flickenteppich halbautonomer Herrschaften und Kleinreiche, von ehrgeizigen Hexern beherrscht, die alle nach der Macht eines Hexenmeisters oder gar eines Herren des Lichts strebten. Seither nahmen die drei großen Inseln des Zhaketer-Reichs höchst unterschiedliche Entwicklungen.

Auf der Einhorninsel begehrten viele der bisher unterdrückten Völker auf. Vielerorts kam es zu Revolutionen, und bald bildeten sich Enklaven, in denen die Menschen sich selbst regierten oder aber ihre altehrwürdigen Stammessitten aus der Zeit vor den Zhaketern wieder einführten und Anführer aus ihrer Mitte wählten. Viele dieser Enklaven aber fielen nur allzu schnell wieder unter die Tyrannei eines aus seinem eigenen Gebiet vertriebenen herumziehenden Hexenmeisters.

Die meisten dieser sich nach dem Untergang der Alten Ordnung neu erhebenden Hexenmeister hielten sich weiterhin an die alten, überlieferten Traditionen; sie verehrten das Licht – ungeachtet ihrer Verdorbenheit und ungeachtet all ihrer Taten, die in ihrer Skrupellosigkeit und Grausamkeit diesem Glauben zuweilen zu widersprechen schienen – und versuchten, Schritt für Schritt auf dem ihnen einst gelehrten Weg an Macht zu gewinnen. Einige aber wurden durch ihren Ehrgeiz verführt und sahen Möglichkeiten, durch ein Bündnis mit der Finsternis schneller zur erstrebten Machtfülle zu kommen.

Aus diesen gingen die Herren der Finsternis hervor; sieben waren es zur Zeit von Pondaron, und fünf Herren des Lichts standen ihnen gegenüber, denn auch diese waren mehr an Zahl, wenn auch nicht an Macht geworden. Zahllos aber waren die Vasallen beider Seiten, Hexenmeister und einfache Hexer, immer auf ihren eigenen Vorteil bedacht.

Beide Seiten sahen in den Geschehnissen, die zu Pondaron führen sollten, vor allem die Chance, ihre persönliche Macht zu mehren; ihre Eigensucht machte sie daher zu unzuverlässigen Verbündeten, und manche wechselten allzu oft die Seiten. Einige der Kontrahenten beschworen Dämonen, ihnen zu helfen; und nicht alle unter diesen hatten zuvor die eigenen Kräfte oder die des beschworenen Dämons richtig eingeschätzt. So gewannen einige Dämonen die Freiheit und einige Hexenmeister den Tod – was die meisten noch nicht völlig verderbten Menschen oder andersartigen Wesen wohl der Sklaverei im Dienste eines Dämons vorziehen würden.

Damit aber zog die Einhorninsel den Zorn Dondras auf sich.

Viele Völker der Einhorninsel verehrten schon lange vor der Herrschaft der Zhaketer den Herr des Eisens und des Donners, und nach ihrem unrühmlichen Ende war der alte Glaube wieder aufgelebt, bestärkt durch die neu entsandten Missionare. Nun flehten sie zu ihm um Erlösung vom Joch der Hexenmeister und ihrer Duelle.

Und Dondra erhörte sie schließlich.

Voll Zorn schleuderte er seine Axt – manche sagen auch, sie sei ihm im Kampf gegen die von den Herren der Finsternis beschworenen Dämonen vorübergehend entglitten, doch seinen Jüngern gilt das als Blasphemie –, und als gewaltiger Blitz fuhr sie nieder; sie spaltete das zentrale Bergland der Insel, und zu beiden Seiten des Spalts erhob sich das Land in neue Höhen.

So entstand Dondras Blitz, die zentrale Tiefebene, die Schildberge und Schwertberge auf ewig trennte. Und ihre Form zeugt bis auf den heutigen Tag von ihrer Entstehung. Der Lauf der Flüsse änderte sich; der Ruiji entstand, der den oberen Teil von Dondras Blitz der Breite nach durchquert, um die Tiefebene dann durch das zur gleichen Zeit als Ausläufer der Blitzebene entstandene Schwerttal zu verlassen.

Viele waren in diesen Hexerkriegen umgekommen, und viele starben auch durch Dondras Axt. Seither aber fürchten die Menschen der Einhorninsel die Hexer nicht mehr, sondern verabscheuen und verachten sie; jeder, der magische Macht um ihrer selbst sucht, gilt den Landbewohnern als Feind.

Die P'njanar jedoch, die ihre Kinder und Frauen vor den Hexenmeistern im Schildmassiv verborgen hatten, ehren seit diesen denkwürdigen Tagen den Sorgenden Vater des Volkes als Bewahrer und Beschützer, der ihnen in der höchsten Not Seinen Beistand gewährte.

Ihre Brüder in den Schwertbergen aber, die Moyteken, deren Städte in den Hexerkriegen ausnahmslos zerstört wurden, haben von Dondra das Heilige Schwert angenommen, um künftig in seinem Namen die Tyrannei der Hexenmeister zu bekämpfen. Und es heißt, dass Dondra selbst sie lehrte, die Hexenfresser-Schwerter aus dem Roten Eisen zu schmieden, das der Schlag seiner Axt geschaffen hatte.

Nur rings um Dondras Blitz, wie die Große Senke im Phialae der Schildberge bis auf den heutigen Tag genannt wird, findet man dieses seltene und seltsame Metall. Seine Farbe ähnelt der frisch geläuterten Kupfers, doch in allen anderen Eigenschaften gleicht es eher dem Eisen. Diesem ist es aber darin überlegen, dass es niemals rostet – als ob seine manchmals dem Rost ähnelnde Färbung es vor diesem schütze.

Einen ganz anderen und weit mächtigeren Schutz jedoch gewähren aus ihm gefertigte Waffen und Schilder aber ihren Trägern. Wird in ihrer Nähe Magie gewirkt oder gelangen sie in die Nähe eines magisch erschaffenen oder belebten Gegenstands, so schimmern sie in einem kalten Licht, dessen Farbe glühendem Stahl ähnelt. Wird die Magie jedoch gegen ihren Träger gewirkt, so sind sie in der Lage, diese vollständig in sich aufzunehmen und ihr zugleich alle Kraft zu rauben; dabei leuchten sie hell wie Dondras eigene Blitze auf. Und berühret eine Pfeilspitze aus Rotem Eisen einen magischen Gegenstand oder ein magisch erzeugtes oder belebtes Wesen, so vergehet sie in einem alle Magie in einem Schritt Umkreis verzehrenden weißglühenden Blitz.

Seit altersher haben die Moyteken das Rote Eisen so verwendet und mit seiner Hilfe alle Hexer abgewehrt, die sich in ihrer Nähe niederzulassen gedachten; und als sie sich als Erste Vasallen den P'nanjar anschlossen, übernahmen auch jene diese Tradition und verbanden sie mit ihrer eigenen, ihre Rüstungen durch die Schwarzen Schuppen des Sorgenden Vaters zu verstärken.