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Die Große Leere

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Die Große Leere - Bericht von Sin-tirak über den Feldzug der Ter-baak in die niederen Lande des Thysias, aufgezeichnet im Widdermond 419 n.P.:

Hier soll von den unheimlichen Erlebnissen unserer Heere berichtet werden, die nach Thysias über den Rand des Tarn hinaus vorstießen, um die Grenzen unserer Heimat auszudehnen und unbekanntes Land zu erkunden. Etwa drei Monatsmärsche (auf den Ter-geek reitend, versteht sich, insofern ist der Begriff "Marsch" eigentlich unangebracht, andererseits ist der Begriff "Ritt" eher im Zusammenhang mit wesentlich kleineren Gruppen als unseren Ter-geek-Reiterheeren zu gebrauchen) vom Birasta-belakat (dieser Gebirgspaß am Biraka-Ter-abuuk, ganz in der Nähe unserer Hauptstadt, der Gebirgsfestung Ter-A-took, gilt als Nullpunkt für die Zählung aller Entfernungen im Tarn) wurde deutlich, daß man sich dem Rande des Tarn näherte, denn die Steinriesen an den Flanken der Tarnak-talaan (wörtlich etwa "Armee der Steinriesen") waren bereits wesentlich gedrungener als ihre gewaltigen Brüder im Zentralteil des Tarn.(1) Über die Köpfe der kleineren Brüder der Tarnak-talar hinweg ritten unsere tapferen Krieger weiter der aufgehenden Sonne entgegen, als der Eindruck an Gestalt gewann, nun gar den Kindern der Tarnak-talar begegnet zu sein, denn nur selten noch wurde der Horizont von deren Häuptern verdeckt, und weicher als die der Großen war ihre Haut, nicht mehr nur von Fels, sondern zunehmend auch von weichem Boden bedeckt, der den wackeren Ter-geek ein wenig zu schaffen machte, denn sie sind hervorragend an den felsigen Grund im Tarn angepaßt.(2)

Doch nichts konnte unsere tapferen Krieger davon abhalten, weiter nach Thysias zu reiten, auch nicht die Fremdartigkeit der Bewohner, die zwar den Ter-baak äußerlich nicht unähnlich, aber doch wesentlich weniger athletisch gebaut sind (zumindest nach unserem Empfinden)(3). Bald kamen sie in Gebiete, in denen es schien, als hätten sich einige Tarnak-talar hier zur Ruhe gelegt.(4) Und hier wurde der Ritt allmählich tatsächlich zu einem Marsch, da die Ter-geek, die steile Felshänge und tiefe Schluchten gewöhnt sind, nur widerwillig den Pfaden über die sanft gerundeten Lenden der Tarnak-talar folgen wollten. Doch all dies konnte unsere wackeren Krieger nicht auf das vorbereiten, was sie jenseits des Randes des Tarn vorfanden.

Es war die Große Leere. Nichts, auch nicht das kleinste Hindernis, versperrte den Blick auf den Horizont in jedweder Richtung, nur im Lychnos waren noch die Umrisse der fernen Tarnak-talar zu erkennen, in einem Dunst, der aus Sehnsucht und Hoffnungslosigkeit gewoben schien. Die Trostlosigkeit der Großen Leere wurde noch unterstrichen durch winzige Hügelketten, die aussahen, als wären den erhabenen Tarnak-talar ihre Gliedmaßen vom Rumpfe abgetrennt und über die leere Fläche achtlos verstreut worden. Ein Bild des Jammers. Ein Gefühl des Jammers, das unsere wackeren Krieger überkam, die bald vollkommen orientierungslos durch die Große Leere schlichen, die widerspenstigen und vollkommen verängstigten Ter-geek nur noch hinter sich herzerrend, wofür speziell Stricke geflochten werden mußten, denn normalerweise benötigen die Ter-baak kein Zaumzeug für ihre Reittiere. Doch wer dachte, dies sei das Schlimmste, sah sich auf furchtbare Art getäuscht...

...als unsere -immer noch tapferen- Krieger eines feuchttrüben Nachmittages die entsetzliche Feststellung machen mußten, daß der Boden der Großen Leere, noch weiter nach Thysias zu, gar seine Konsistenz verlor und flüssig wurde, nicht mehr in der Lage, die Last der Ter-baak zu tragen.(5) Gewiß hatte es einige Ähnlichkeit mit den Wassern in unseren Bergseen, doch war der Stoff dieser Flüssigkeit vollkommen anderen Geschmacks, bitter und salzig, und wer unglücklicherweise zu viel davon schluckte, starb eines qualvollen Todes(6). Doch auch dies war noch nicht das Schlimmste.

Sicher kennen die Ter-baak Schnee aus den Wintern in unserem Tarn, und sicher werden einige Täler des Tarn durch die zu Tale rutschenden Schneemassen im Winter unpassierbar, jedoch finden die Ter-geek immer einen Weg über die und entlang der steinigen Felswände, die zu steil sind, als daß sich der Schnee auf ihnen halten könnte. Doch als der Boden der Großen Leere bei Wintereinbruch von meterhohen Schneemassen bedeckt wurde, hatten unsere Krieger keinen Ort, an den sie flüchten, keinen Weg, dem sie folgen konnten. Viele unserer Krieger kamen in diesem Winter in der Großen Leere um, und glücklich schätzten sich jene, denen bei Einbruch des Frühjahres noch die Flucht in die heimischen Höhen des Tarn gelang...(7)

AnmerkungenBearbeiten

  • 1 Hier hatten die Ter-baak offensichtlich bereits das sogenannte Untarn ("Nieder-Tarn") erreicht
  • 2 Dieses Gebiet nennen die Ter-baak heute Talar-enit, was wörtlich übersetzt "Kinder der Talar" heißt
  • 3 Damit dürften die (eher zierlichen) Albianer gemeint sein
  • 4 Hier sind die Abhänge des Zialbarom, insbesondere der Sylkotin-akoota, zum Tieflande hin gemeint.
  • 5 Der Anblick einer so weiten Wasserfläche wie des Aismjars war den Ter-baak etwas vollkommen Unverständliches, da kein Gewässer des Tarn breiter als 144 Mannslängen ist. Insofern kann es einen zwar verwundern, aber man kann vielleicht nachvollziehen, dass ihnen zunächst der Gedanke gar nicht kam, es könnte sich um Wasser handeln.
  • 6 Da ein Großteil des Wassers des Aismjars in Eis gebunden ist, ist der Salzgehalt des Flüssiganteils außergewöhnlich hoch.
  • 7 Der Winter 418/19 ist als "Bitterer Winter" in die Geschichtsschreibung der Ter-baak eingegangen

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