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Der Kräuter-Stamm

- als Beispiel für das Leben gewöhnlicher Squärkin in Squärdalon

Der Stamm der Kräutersammler hat sich auf die Suche, aber auch auf die Aufzucht und Pflege von Kräutern, Wurzeln und Pilzen aller Art spezialisiert. Da es ihnen auf Grund ihrer unterdurchschnittlichen Größe an Kampffähigkeiten mangelt, wären sie schnell untergegangen, hielte nicht der Squinn-Stamm, als Hauptabnehmer ihrer Produkte, seine schützende Hand über die Kräutersammler. Als Ausdruck dessen, besetzt ihr derzeitiger Patriarch Lock einen der sechs Sitze der Squinns im Rat der Macht.

Das Stammeszeichen des Kräuter-Stammes ist das Blatt einer Wunderweide.

Auf der Suche nach Kräutern, Wurzeln oder Pilzen streifen sie in kleinen Gruppen durch den Dämonensumpf. Da dies nicht ganz ungefährlich ist und es den Kräutersammlern an der nötigen körperlichen Kraft fehlt, sich wirkungsvoll zu verteidigen, haben sie gelernt, sich im Sumpf nahezu unwahrnehmbar zu bewegen. Viele Kräuter müssen bei Tag oder gar Sonnenschein geerntet werden, daher entwickelten die Sammler die besten Tagaugen unter den Squärkin.

Zum sicheren Transport ihrer Ernte tragen die Kräutersammler auf ihren Expeditionen neben dem allseits üblichen Gürteltaschen, auch Rucksäcke und Mäntel aus wasserdichten Amphibienhäuten.

Andere Mitglieder des Kräuter-Stammes pflegen die verborgenen Gärten des Stammes in entlegenen Höhlen Squärdalons oder in der Umgebung der Feste. Manche Kräuter werden so häufig gebraucht, dass sie nicht mehr in der normalen Reichweite der Suchexpeditionen vorkommen, daher legten die Kräutersammler in entlegenen Bereichen kleine, unauffällige Gärten an. Einige Kräuter werden sehr frisch benötigt, daher sind auch diese Exemplare in den Gärten stets vorhanden.

Die geernteten Kräuter, Pilze und Wurzeln werden von älteren Angehörigen des Stammes in ihrem kleinen Laden auf der ersten Ebene Squärdalons verkauft. Wie erwähnt sind die Squinns Hauptabnehmer der Kräutersammler, da sie zahlreiche Kräuter als Komponenten in ihren geheimnisvollen Ritualen benötigen. Auch die Priester benötigen zu diesem Zweck bestimmte Kräuter. Andere Abnehmer sind die Heiler, die stets einen Vorrat an Medizin aufrechterhalten oder nach neuen Arzneipflanzen suchen und der Färber-Stamm, welcher unter anderem aus Pflanzen Farbstoffe gewinnt, die viele Stämme zum Aufmalen ihrer Fellzeichnungen benötigen.

Für ihre Waren bekommen die Kräutersammler Tauschwaren oder Dienstleistungen, oder aber eine genau abgewogene Menge an Metallen, die das einzige sind, was bei den Squärkin einer Währung nahekommt, denn Münzen sind völlig ungebräuchlich. Die Preise schwanken stark, hängen nicht nur von der Marktlage ab, sondern auch von Stimmungen und Beziehungen zwischen den Handelspartnern. Das chaotische Geflecht von schuldigen Waren oder Dienstleistungen zu durchschauen, ist für Außenstehenden unmöglich, nur die Patriarchen der Stämme und ihre Vertrauten dürften den vollen Überblick haben, denn am Ende eines jeden Mondes sorgen sie für nötige Ausgleichungen, so dass keine Schulden verbleiben. Ausgenommen davon sind natürlich größere Transaktionen, die Stämme auch für Jahre aneinander binden können.

In den Hallen der Kräutersammler sorgen, wie bei anderen Stämmen auch, die Frauen für das Wohl des Stammes. Die Hauptfrau des Patriarchen ist unumstrittene Herrscherin der Stammeshallen, ihr obliegt die Organisation sämtlicher Hausarbeiten, die den ganzen Stamm betreffen, z.B. die Sauberhaltung der großen Schlafhalle und die Zubereitung der Mahlzeiten. In Heiratsfragen steht sie dem Patriarchen beratend zur Seite, was einen sehr erheblichen Einfluss bedeutet.

Einige der jungen Frauen des Kräuter-Stammes entscheiden sich dafür, Priesterin im Tempel der Squalia zu werden, welche von den Squärkin als Göttin der Natur verehrt wird. Der Glaube an Squalia ist unter den Kräutersammlern überdurchschnittlich stark vertreten, was angesichts der Spezialisierung des Stammes auch nicht verwunderlich ist.

Der Kräuter-Stamm ist auch für die Pflege der Blaupilze zuständig. Diese gedeihen in den feuchten Höhlen und Tunneln unterhalb des Sumpfes besonders gut, aber auch in trockeneren Gebieten. Die Blaupilze geben ein sanftes bläuliches Licht ab, welches das Wachstum photosynthetischer und damit Sauerstoff erzeugender Flechten ermöglicht. Die Überreste abgestorbener Flechten sind dagegen ein wichtiger Bestandteil der Ernährung der Pilze, so dass sich ein beinahe vollkommener Kreislauf ergibt, dem nur Wasser und Mineralien zugeführt werden müssen, was aber durch oberirdische Regenfälle meist ausreichend geschieht.

Stets sind einige Mitglieder des Stammes unterwegs, um den Zustand der Pilze und Flechten zu überwachen. Andere sind damit beauftragt in neueren Tunneln Kulturen dieser nützlichen Geschöpfe anzulegen.

Doch auch in Tunnel wo noch keine sauerstoffproduzierende Flechten wachsen, können sich Squärkin aufhalten. Dies hängt mit dem speziellen Stoffwechsel der Squärkin zusammen. Wie der menschliche Muskel bei großer Anstrengung und daraus resultierenden Sauerstoffmangel für eine gewisse Zeit auf anaerobe Gärung ausweichen kann, ist der Squärkin generell in der Lage bei Abwesenheit von Frischluft auf Gärung umzusteigen. Der Energiegewinn dabei ist zwar erheblich geringer, kann aber durch ausreichend Nahrung für einige Wochen ausgeglichen werden. Doch schließlich stellen sich auch bei Squärkin Anzeichen von Erschöpfung ein, die insbesondere in Verwirrung der Sinne besteht, die einem Rauschzustand durch übermäßigen Genuss von Sumpfroggenschnaps ähneln. Das ist nicht weiter verwunderlich, entsteht doch bei der Gärung bekanntlich u.a. auch Alkohol. Die Natur hat jedoch vorgesorgt und die Squärkin mit einem größeren und aktiveren Vorrat an alkoholabbauenden Enzymen versorgt, so dass sie dieses Übermaß an Alkohol im Blut verkraften können, was auch bei Trinkwettbewerben mit menschlichen Saufkumpanen stets zu eindeutigen Siegern führt.

Viele Squärkins können ihren Körper bewusst auf Gärung umschalten. Da sich der Alkohol auch im Atem bemerkbar macht und Squärkins über eine äußerst feine Nase verfügen, können sie durch genau Feinregulation ihrer Atmung Botschaften austauschen ohne, dass anwesende Haarlose davon etwas bemerken.



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