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Der Denatempel der Magierakademie „Sieg des Geistes über die Materie“
zu Belfalas auf Silur
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TEM
Tempel

Tempel

„Als ich heute früh in die Aula ging bin ich drei mal am Tempel vorbeigekommen – und die Aula steht gegenüber meiner Haustür, 20 Schritte quer über den Zentralplatz der Akademie - Magister Eisendraht

Der Denatempel der Magierakademie in Silur ist vielleicht die mächtigste Manifestation des Geistes des Ortes. Der Geist des Ortes erschafft allmählich und kaum wahrnehmbar neue Gänge und Nischen, aus denen nach und nach Wege und Räume werden, welche schließlich zu Straßen und Gebäuden reifen. So entsteht die Magierakademie nicht nur aus dem Gold des Reiches, den Planungen der Architekten und dem Fleiß der Bauleute. Sie wächst auch aus sich selber, ungeplant, ungesteuert und kaum beeinflusst.

Viele Silurer meinen dass ihre Insel der Leib Denas ist, göttlich und lebendig, von Linien magischer Energie, den Adern Denas durchzogen, an denen sich die Erscheinungen der Natur und die Werke der Menschen orientieren. An einen besonderen Schnittpunkt dieser Adern wurde die Magierakademie errichtet und so ist es vielleicht nicht so verwunderlich, dass hier, wo sich Magie und Religion begegnen beide mächtig wirken und einen Ort formen, der beiden entspricht.

Allerdings blieben sich Religion und Magie auf Silur lange fremd. Die Magier gewannen keinen Zugang zur priesterlichen Haltung aus Demut und Gottvertrauen, aus der die Götter durch sie Wunder tun. Die Priester hingegen fanden das Konzept der Magie, welche, von einer bestimmten Ursache ausgehend eine definierte Wirkung erzielt der Religion nicht entsprechend. Das fremdartige und geheime Tun und Denken von Schamanen und Druiden blieb beiden verschlossen. Die Magier hatten ihre Magierakademie, die Priester ihre Tempel und Schamanen und Druiden blieben erst recht unter sich.

Die Priesterin Bocka Holt versteht den Tempel als Haus für die Menschen, in dem sie einander und Dena begegnen. Nachdem sie die Akademie betreten hatte entstand in wenigen Wochen aus Bockas Willen ein Haus Denas in der Akademie der Magier. Aus der Gnade Denas, welche vier Schösslinge ihrer Buchen schnell zu prächtigen Bäumen heranwachsen ließ, aus der Hilfe der Magier, welche ein Haus und Möbel beigaben, aus dem Segen von Schamanen und Druiden und aus dem Geist des Ortes, der diesem Platz auf dem engen und zugebauten Plateau der Akademie Raum gab.

Der Tempel Denas steht am Rande des Plateaus mit der Magierakademie, hoch über dem Savretal, so dass man von dort einen weiten Blick auf die Stadt Belfalas und den Lichtberg mit dem Stein Denas hat.

Er besteht aus einem großzügigen Platz, beschattet von den vier großen Buchen und einem Holzhaus, in dem Bocka Holt zusammen mit der Hirschkuh Dena lebt. Der Platz hat eine besondere Qualität, im Winter wird er schon von der Sonne erwärmt, während die hoch aufragenden Häuser der Akademie noch klamm und kalt sind. Im Sommer streicht eine kühlende Brise vom Savretal hinauf und macht den Tempel zu einem erfrischendem Zufluchtsort vor der Stickigkeit der Studierstuben.

Der Geist des Ortes führt viele Wege der Akademie am Tempel vorbei, und auch wenn es eher ungewöhnlich ist, dass man auf 20 Schritt drei mal am Tempel vorbeikommt scheint er doch stets am Wege zu liegen.

Nach dem Willen von Bocka Holt ist der Tempel ein Haus der Begegnung. Opfer und Gebete finden nicht statt, dennoch ist Dena allgegenwärtig: In den Buchen, welche den Tempel beschirmen, in der Hirschkuh Dena, welche Bocka begleitet und in dem Geist von Heimat und Verständigung, der den Tempel erfüllt.

Hier finden Streithähne und Griesgrame wie der Magister Ferz Eisendraht und der Schamane Harden Blaustein zueinander, hier erscheint die Ebenengeometrie des Vallö Kalundgrag den Scholaren des Kigg Bootsnak verständlich und die Dämonologie des Tlonrah Shanrah Avrah weniger schrecklich.

Der Bau des Tempels wird in der Geschichte "Bocka Holt und der Denatempel der Akademie" beschrieben.