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Chnums Macht - TEM
Tempel

Tempel


Hohepriester-Tempel des Chnum.

Siegfried stand vor den Tempeltoren von Chnums Macht und bewunderte wieder einmal die Arbeit der Architekten. Chnums Macht war eine stark befestigte Tempelstadt, was hier in der Nähe zu Kriegoria sicherlich eine vernünftige Maßnahme war, aber trotz der militärischen Prägung ließ der Tempel nichts an der Pracht und Schönheit vermissen, die dem höchsten Gott angemessen war.

Das einzige was den Anblick ein wenig störte war jener Rekrut aus Rûnor, der an den Giebel des Tempels genagelt worden war, nachdem man ihn des nachts in jenem Stall erwischte, in dem der Tempelwidder mit seinen Ziegen untergebracht war. Das konnte man dem Mann natürlich nicht durchgehen lassen, die Ziegen waren allein der Priesterschaft vorbehalten. Die gestrigen Einweihungsfeierlichkeiten waren ein großer Erfolg gewesen, Gläubige aus der ganzen Provinz und auch von weiter her waren gekommen, um den größten aller Götter zu huldigen. Nur schade, dass weder Georg von Getreidesegen noch Graf Justus auf Grund ihrer anderen Verpflichtungen an der Feier teilnehmen konnten. Natürlich würde die eigentliche und abschließende Weihe erst heute stattfinden, mit nur wenigen ausgewählten Priestern im Allerheiligsten tief im Inneren des Haupttempels.

Als es schließlich soweit war und die letzten Rituale zu Ende gingen, spürte Siegfried wie ihn Chnums Macht stärker denn je durchfloß. Er öffnete seinen Geist und hieß die göttliche Kraft willkommen, welche ihn vollständig erfüllte. Seine Sinne schärften sich auf eine Weise, wie er es noch nie zu vor erlebt hatte und neue Sinne eröffnete ihn eine neue Sicht auf die Welt. Er ließ seinen geistigen Blick über die Lande außerhalb des Tempels schweifen. Friedlich schienen sie dazuliegen, doch jederzeit konnten sie von Horden feindlicher Krieger überschwemmt werden. Diese kämen von jenseits der Grenze aus Kriegoria, wo der Legende nach die finsteren Drei die Söhne des Urbösen geboren wurden. Auch dorthin ließ Siegfried seinen Blick schweifen. Dort lebten die Völker in Knechtschaft dieser grausamen Götter und ihrer abscheulichen Diener.

Plötzlich spürte Siegfried eine finstere Präsenz, die wie ein Schatten auf dem Land lag. Und dann griff sie an! Siegfried wankte unter dem Ansturm der finsteren Kraft und Chnums Macht erbebte. Aber Siegfried war nicht nur Hohepriester dieses Vorpostens der Lichtwelt geworden, weil er ein guter Prediger war. Er war ein wahrer Streiter seines Gottes, stark im Glauben und von großer Charakterfestigkeit. Siegfried sammelte seine Kraft und blockierte den Angriff, dann schlug er zurück. Lange wogte der Kampf hin und her, doch schließlich durchbrach ein Angriff Siegfrieds die gegnerische Verteidigung und traf ins Ziel. Er spürte, wie sein Feind wankte und setzte nach. Dem hatte der Finstere nichts mehr entgegenzusetzen, der dunkle Turm zerbarst und begrub den feindlichen Priester unter sich. Sein Schatten hob sich von den Landen und es wurde Licht.Garelda