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Ancarthabadh

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Das Volk der Ancarthabadhii Bearbeiten

Das Volk des Atolls von Ancarthabadh ist für einen Besucher meistens zuerst nicht leicht zu verstehen. Etwas besonderes umgibt diese Menschen, das man nicht benennen kann, solange man ihre Geschichte nicht kennt. Denn die Lebensart der Ancarthabadhii ist untrennbar mit ihrer Geschichte verbunden.

Die Bewohner des Atolls sind Nachkommen von Flüchtlingen aus der Innenwelt, und leben erst 100 Jahre im Licht unserer Sonne. Diese Flüchtlinge waren die Whidamii eines Palastes, von dem aus die Geschicke eines ganzen Segmentes gelenkt wurden. Keiner der heutigen Ancarthabadhii hat Vorfahren, die nicht in jenem Palast gedient haben. Daher kommt es, daß nahezu jeder Ancarthabadhii magisch begabt ist. Die Magie ist so natürlich auf dem Atoll wie starke Muskeln in anderen Reichen. Von Kindesbeinen an wird die Kraft benutzt, und sie wird inzwischen als selbstverständlich betrachtet.

Diese Allgegenwart der Magie zeigt sich vor allem im täglichen Leben. Niemand in Rajjagorr macht sich die Mühe, eine Tür mit der Hand zu öffnen. Daher haben die Türen auch keine Knäufe; ich errege jedesmal Heiterkeit, wenn ich eine Tür mit der Hand aufstoße. Feuer werden nicht mit Feuersteinen, sondern mit dem Willen angezündet, und in manchen Haushalten benötigt man nicht einmal Holz zum Kochen. Wenn etwas gebaut wird, dann holt man den Nachbarn, damit er beim Tragen hilft - nur trägt man eben, ohne etwas zu berühren. Selbst die Kinder prügeln sich nicht mit den Fäusten, sondern mit ihrem Geist.

Die meisten Ancarthabadhii kommen aber über dieses Stadium nicht hinaus, was wohl der Grund dafür ist, daß sie noch nicht verlernt haben, ihre Arme zu gebrauchen. Im Vergleich zu einem studierten Magier sind sie schwach, wie Lehrlinge, die erst mit dem Studium begonnen haben. Aber es ist schon so, daß man nur sehr wenig Werkzeuge auf dem Atoll findet, da sie ursprünglich nicht mitgebracht wurden und jetzt nicht mehr nötig sind. Die Mehrzahl von ihnen ist von schlanker, hochgewachsener Gestalt, dunkelhaarig und hat dunkle Augen. Die Hautfarbe schwankt zwischen dunklem braun bis hin zu schwarz; die Spuren des Wüstenvolkes sind ihnen auch jetzt noch ins Gesicht geschrieben.

Die oberste soziale Gruppe sind die Ancarzhorii. Eine Ancarzhora ist eine Art Clan, eine Großfamilie, in der jeder mit jedem ein wenig blutsverwandt ist. Früher, in der Vergangenheit der Heimat, zogen die Ancarzhorii durch die Wüste; die Gruppe war nötig, um zusammen zu überleben. Heute, wo doch einige Ancarthabadhii seßhaft geworden sind, wäre die Clanbindung nicht mehr nötig, aber die Tradition blieb selbst in den Städten erhalten. Für die Exilanten ist sie wieder besonders wichtig geworden. Viele finden in der Zhora den Halt, den sie brauchen, um weiterzumachen.

Die Zhorii werden weiter in Phojjii unterteilt, was ungefähr einer Familie entspricht. Innerhalb einer Phojja sind alle direkt blutsverwandt. Die Phojjii spielen nur eine untergeordnete Rolle, zum Beispiel, wenn es darum geht, Aufgaben innerhalb der Zhora zu verteilen. Das Band zur Zhora ist wesentlich stärker als zur Phojja. Die Phojja wird nur wichtig, wenn es darum geht, daß eine neue Phojja gegründet werden soll (sprich, wenn sich zwei oder mehr Ancarthabadhii zusammenschließen, um Kinder zu bekommen). Es gilt das alte Gesetz, daß niemand zusammen eine Phojja bilden darf, dessen Eltern aus derselben Phojja kommen, was bedeutet, daß Vettern und Basen zusammen keine Kinder bekommen dürfen.

Eine Phojja ist keine Zweierbeziehung, sondern kann jede Größe annehmen, solange alle Mitglieder einverstanden sind. Auch nachträgliche Vergrößerungen sind möglich. Es gibt auch (seltene) Fälle von Phojjii, die nur Mitglieder eines Geschlechts haben. Wenngleich darüber viele den Kopf schütteln, ist es nicht verboten und wird in keiner Weise bekämpft. Blutsverwandschaft ist ansonsten ein Konzept, das den Ancarthabadhii fremd ist. Es gibt die Zhora und die Phojja, aber Ausdrücke für Vetter, Onkel oder ähnliches fehlen. Geschwister "kommen aus der gleichen Phojja"; spezielle Worte für Bruder und Schwester gibt es nicht. Ebenso fehlen Worte für Ehemann oder Ehefrau. Menschen "bilden eine Phojja". Da man nur einer Phojja angehören kann, ist diese Bezeichnung genau genug.

Wenn zwei bereits gebundene sich zueinander hingezogen fühlen, kann es schon einmal vorkommen, daß sich die beiden Phojjii als ganzes zusammenschließen, aber so etwas wie eine Scheidung ist unbekannt; das Band ist für ewig. Wenn man sich nicht mehr mag, geht man sich einfach aus dem Weg.

Ein Wechsel der Zhora ist möglich und nichts besonderes, vor allem, wenn es darum geht, eine Phojja zu bilden. Dabei wechselt mal Mann, mal Frau, je nachdem, wie sich die beiden einigen und wie es besser paßt.

Jede Zhora wird von einer oder einem Whidam (Weise) geführt. Die Whidam sind stärker magisch aktiv als der Rest des Volkes und für den Schutz der Zhora verantwortlich. Da der Gebrauch von Waffen gegen Menschen für Ancarthabadhii undenkbar ist, sind sie es auch, die traditionell Ancarthabadh gegen Invasoren schützen. Meistens haben sie noch einige Pherat-Whidam (kleine Weise, Lehrlinge), die ihnen zur Hand gehen.

Neben der Bindung in einer Phojja gibt es noch eine andere Art der Bindung, die nicht aus sexuellen Aspekten erfolgt, sondern aus Verbundenheit. Diese Bindung wird Kormen genannt und ist immer ein Zusammenschluß zweier Personen (obwohl Dreiecksbindungen natürlich auch vorkommen, aber das sind dann drei Kormen, nicht eines). Ein Kormen wird geschlossen, wenn zwei Ancarthabadhii der Meinung sind, daß sie füreinander einstehen werden, egal was passiert. Ein Kormentajja (Kormen-Partner) kann und wird für die Handlungen des anderen verantwortlich gemacht, oder kann Strafen auf sich nehmen, um den anderen zu schützen; sie gelten als Einheit.

Kormen werden von den Whidam magisch geschlossen; beide Tajjii müssen freiwillig zustimmen. Durch das Band werden sie verbunden, so daß sie jederzeit wissen, wie es dem anderen geht, und wo er ungefähr ist. Magie, die auf einen der beiden Tajjii gewirkt wird, wirkt auch auf den anderen; man kann das Band auch benützen, um sich zum Beispiel zu einem der beiden zu teleportieren, wenn man den anderen zur Verfügung hat.

Kormentajjii kennen die Gefühle des anderen und auch die meisten Gedanken; sie können keine Geheimnisse voreinander haben. Und sie geben sich gegenseitig Kraft. Sollte zum Beispiel ein Tajja in der Wüste sein, und der andere an einer Oase, so wird der Durst des Wüstenwanderers gemildert, wenn sein Tajja an der Oase trinkt. Diese Stärke war der ursprüngliche Grund für die Entwicklung des Kormen, aber es hat sich dann weiterentwickelt.

Die genaue Magie des Kormen ist mir bis heute ein Rätsel, und ich bin bisher nicht in der Lage gewesen, sie zu analysieren. Ich war schon mehrfach Zeuge ihrer Anwendung, aber nie gelang es mir, auch nur die Sphären zu trennen, die benutzt wurden.



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